Günstig zur Immobilie kommen

09. Juni 2017, 20:13 Uhr
Die Zinsen für Immobilien sind günstig wie nie – trotzdem will eine Finanzierung gut überlegt sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich über Kredite zu informieren. (Foto: dpa)

Der Blick auf die derzeitigen Darlehenszinsen zeigt es: Immobilienkredite sind nach wie vor günstig zu haben. Verlockende Aussichten, gerade wenn einem hohe Mieten die Laune verderben. Aber wo und wie erhalte ich den günstigsten Kredit? Einige Möglichkeiten im Überblick

Hausbank: Die Hausbank bietet den Charme des direkten Kontakts. »Viele Verbraucher haben sicherlich Hemmungen, bei Summen von mehreren Hunderttausend Euro auf ein Internetportal zu vertrauen«, sagt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. »Für viele Verbraucher ist der Weg zur eigenen Hausbank der einfachste, weil sie den Berater bereits kennen«, weiß auch Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Der Bankberater vor Ort könne besonders dann hilfreich sein, wenn es darum geht, komplexe Finanzierungen aufzustellen oder wenn der Wert des Objektes schwer zu ermitteln ist. »Zudem kennen sie sich gut mit weiteren regionalen Fördermitteln aus«, sagt Oelmann. Das gelte aber auch für regionale Kreditvermittler.

Möglicher Nachteil: Der Bankberater wird zunächst das Angebot vorlegen, das seine Bank am liebsten verkaufen möchte. »Eventuell muss man nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten extra fragen«, sagt Hentschel. Ein Kreditgeber beäugt einen Selbstständigen als Kreditnehmer häufig mit Misstrauen. Ist dessen Einkommen doch nicht so gesichert wie beispielsweise das eines Beamten. Für Selbstständige kann sich daher eine Anfrage bei ihrer Hausbank lohnen, sofern sie dort schon jahrelang Kunde sind. »Eine Hausbank hat einen Überblick über meine Kontoaktivitäten und kann meine Bonität daher gut einschätzen«, sagt Hentschel.

Kreditvermittler: Ein Kreditvermittler hat gegenüber einer Bank oder Sparkasse den Vorteil, dass er Angebote mehrerer Kreditgeber unterbreiten kann. »Oftmals können sie auch günstigere Konditionen bei einem Anbieter aushandeln, als es der einzelne Darlehensnehmer direkt mit der Bank könnte«, sagt Oelmann.

Einen seriösen Vermittler erkenne der Kunde daran, dass er mehr als ein Angebot vorlegt, erklärt Herbst. »Er sollte nicht sagen, was er empfehlen würde. Dies herauszufinden, ist das Ergebnis der Beratung und Sache des Kunden.«

Selbst wenn Verbraucher zur Hausbank tendierten, sei ein zusätzliches Gespräch mit einem Vermittler sinnvoll: »Die Zinsverhandlungen mit der Bank gehen einfach leichter, wenn man alternative Angebote vorlegen kann.«

Onlineplattformen: Ein Vorteil von Onlineplattformen ist, dass sie einen schnellen Überblick bieten. Denn auch für Immobilienkredite gibt es die Möglichkeit, sie über Vergleichsportale im Internet abzuschließen. Allerdings müssten Kreditnehmer sich gut vorbereiten: »Für den Fall, dass sie alle ihre wesentlichen Eckdaten genau ermittelt haben: Kreditrate, Laufzeit, Sondertilgungswünsche, Kredithöhe und so weiter. Dann können Onlineplattformen gut weiterhelfen.« Ein solides Angebot eines Portals könne zudem die Verhandlungen mit der Hausbank erleichtern, meint Hentschel.

Vergleichsportale: Vergleichsportale bieten längst nicht mehr nur Übersichten über günstige Strom- und Mobilfunkanbieter an. Auch Kreditkonditionen können bei vielen verglichen werden. Der Nachteil: Der Verbraucher muss die Angebote selbst prüfen. Es gibt aber keine einheitlichen Standards der Anbieter, wie sie die Angebote ermitteln, kritisiert Herbst: »Es gibt viele Portale, bei denen man nur seine Daten eintippen muss, aber keine Anbieterliste sieht, sondern man angeblich das beste Angebot später übermittelt bekommt.« Sinnvoll sei es aber, wenn ein Portal alle möglichen Zinsaufschläge und Rabatte für höhere Tilgung berücksichtige, genauso wie Sondertilgungen, Tilgungsveränderungen, Darlehensbeträge und Aufschläge für die Berufsgruppe. Wenn das alles in den Zinssatz einfließt und auch die Anbieterliste gezeigt wird, sei das Angebot seriös. Ein weiterer möglicher Nachteil: Der Verbraucher muss sein Einkommen detailliert offenlegen, während der Berater der Hausbank den Überblick darüber schon hat. (dpa)

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