Vier Tage feiern beim »Jobbesmärt«

12. Juli 2017, 19:54 Uhr
»Ozapft is« – heißt es ab kommendem Samstag beim Jakobimarkt im Festzelt in Ulrichstein. (Foto: au)

Viele Städte und Gemeinden haben ihren eigenen besonderen Fest- und Markttag. So feiert man in Lauterbach den Prämienmarkt, in Schotten und Alsfeld den Pfingstmarkt, in Altenschlirf die Wurstkirmes und in Stockhausen den Johannimarkt. In Hessens höchst gelegener Stadt Ulrichstein feiert man den Jakobimarkt. Am diesem Wochenende jährt sich dieses größte Volksfest im Hohen Vogelsberg zum 668. Mal.

An vier Tagen wird zünftig gefeiert und getanzt. Beginn ist am Samstag, dem 15. Juli, ab 21 Uhr mit »Disco – Best of the 90s«. Von 21 bis 22 Uhr heißt es auf zur »Happy Hour« mit der Nachwuchsband Straight to the End.

Spiel ohne Grenzen

Das Programm am Sonntag beginnt um 12 Uhr mit dem ganztägigen Marktschoppentreff mit Unterhaltung im Festzelt. Um 13 Uhr fällt der Startschuss zum 1. Ulrichsteiner »Spiel ohne Grenzen« aller Stadtteile. Die Mannschaftsstärke beträgt 15 Personen, je fünf Männer, Frauen und Kinder. Siegerehrung ist im Anschluss an das Turnier. Nach einem Ruhetag geht es am Dienstag ab 10.30 Uhr mit dem großen Frühschoppen mit der Blaskapelle »blech.Quadrat« weiter. Um 11 Uhr erfolgt der Fassbieranstich und ab 15 Uhr gibt es Musik und Stimmung mit der Band »Windows«.

Ganztägig ist Krämermarkt. Der Abschluss ist am Mittwoch mit einem Volksfest und ganztägigem Krämermarkt. Ab 16 Uhr ist Tanz im Festzelt mit der Band Windows und ab 20.30 Uhr laden »Sir Amos« und »Music & More« zur Oldie-Disco ein. An allen Tagen ist ein großer Vergnügungspark der Firma Doris Kopf in Betrieb. Der Jakobimarkt hat eine lange Tradition. Bereits im Jahre 1347 erhielt die Stadt von Kaiser Ludwig dem Bayern die Stadtrechte sowie die Berechtigung, jede Woche einmal Markt zu halten und pro Jahr zwei Hauptmärkte in den Mauern zu veranstalten. 1350 wurde der »Jakobimarkt« zum ersten Mal feierlich begangen.

Der Markt hatte in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, in Aufzeichnungen aus dem Jahre 1852 findet man vermerkt: »Es waren anwesend 38 Wirte, 184 große und 243 kleine Krämer, aufgetrieben wurden 854 Stück Großvieh und 637 Schweine und Ferkel«. Gemeldet waren weiterhin Karussells, gleich sieben Zirkusunternehmen mit »Mohren, chinesischen Gauklern und englischen Reitern«, sowie ein Wachsfigurenkabinett, ein Panorama und drei Kegelbahnen.

Sieben Zirkusse

Auch »Seiltänzer und Künstler« waren dabei und in acht Zelten wurde Musik gemacht. Acht Jahre später findet sich eine Marktordnung für die Erleichterung des Verkehrs und zur Handhabung der Ordnung auf Jahrmärkten. Hier ist auch bestimmt, dass die Marktstände jedes Jahr neu verlost werden müssen. Die Höhe des Standgeldes und die Gebühr für das aufgetriebene Vieh sind darin geregelt. Bis 1840 wurde in den Sommermonaten wöchentlich einmal Markt gehalten.

Heute konzentriert sich alles auf den Jakobimarkt, dessen Gestalt sich in den letzten Jahren immer wieder verändert und den jeweiligen Zeitverhältnissen angepasst hat. So findet alle zwei Jahre eine Bezirkstierschau statt die früheren Heimatabende sowie bunte Abende haben den Disco-Veranstaltungen weichen müssen.

Der »Jobbesmaart«, wie er mundartlich genannt wird, war in früheren Jahren eine Art Abschluss der Heuernte und wurde von den Bewohnern des Ohm-, Gilgbach- und Streitbachtales sowie des Junkerlandes und von einigen Dörfern aus dem Feldatal zu einem groß angelegten Einkaufsbummel genutzt. Haushaltsgeräte, Gewürze und Bekleidungsstücke aller Art standen dabei im Vordergrund. Für den diesjährigen »Jobbesmaart« haben sich über 100 »fliegende Händler« aus dem ganzen Bundesgebiet angemeldet.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Krämermärkte
  • Städte und Gemeinden
  • Volksfeste
  • Ulrichstein
  • Dieter Graulich
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.