Die Villa Grunewald wurde 2015 von den Bad Nauheimer Architekten Alfred und Christian Möller erworben. Schnell waren sich Alfred Möller und sein Sohn Christian einig, das denkmalgeschützte Gebäude müsse wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. »Wir wollten den Bad Nauheimern die Chance bieten, das besondere Kulturgut, die Historie und Qualität wieder zu spüren und zu erleben«, erklärt Diplom-Ingenieur Alfred Möller.

Das Konzept war schnell gefunden: Hotel, Bistro und Café sollten geschaffen werden. »Wir wurden auch von Interessenten angesprochen, die gerne eine Eigentumswohnung in der Villa bezogen hätten«, sagt Alfred Möller. Doch er wollte alles in eine Hand legen und das Haus wieder für jedermann öffnen. Gesucht wurde ein Geschäftspartner mit Erfahrung und Ehrgeiz, der ein Hotel beziehungsweise Café und Bistro betreiben wollte. Auf Empfehlung lernte Möller den erfahrenen früheren Hoteldirektor Thomas Dröscher kennen.

»Wir haben uns früh gefunden«, sagen beide. Das habe auch den Vorteil geboten, dass sich Dröscher bereits während der Sanierungsarbeiten habe einbringen können. Eine vertraute Zusammenarbeit entstand. Nach intensiver Planung wurde von September 2016 bis Juli 2017 das Gebäude grundsaniert.

»Dabei konnten neben dem komplett erhaltenen Elvis-Zimmer auch viele historische Elemente im Inneren des Gebäudes erhalten und restauriert werden«, sagt Architekt Alfred Möller. »Das Gebäude ist ein Kulturdenkmal im Gründerzeitstil mit besonderen Formen aus der Renaissance.« Dieses biete den beiden Architekten eine spezielle Sichtweise und Beziehung zu diesem Denkmal.

Seltener Aufzug

»Die Fassade aus Stein – Muschelkalk –, Putz und Holz wurde im vergangenen Jahr nach historischem Vorbild restauriert und saniert.« Dabei konnten Original-Muschelkalk-Elemente wiederhergestellt werden. »Elemente, wie gusseiserne Balkongeländer oder 129 Jahre alte Eichenholzfenster bestehen im Original«, erklärt Möller. In bestehende Fensterprofile wurde neues Wärmeschutzglas eingebaut, der frühere Haupteingang wieder aktiviert. Moderne Dachgauben und Naturschiefer-Schablonen als Ergänzung der vorhandenen Naturschiefer-Eindeckung unterstreichen die Historie. Auch die Außenanlage wurde in den Materialien Muschelkalkbelag und Bessumer-Kies nach dem Vorbild Siesmayers zurückgebaut.

Eine Besonderheit der Villa Grunewald ist der wasserbetriebene Aufzug aus dem Jahre 1912, dessen Technik für Betrachter dank Glasfront sichtbar wird. »Ein weiteres historisches Exemplar gibt es nur noch in Österreich«, sagt Möller. Auch wenn der Aufzug in der Villa Grunewald nicht mehr genutzt werden kann, so ist die Aufzugskabine mit aufwendigen Holz-Intasie-Arbeiten doch ein handwerkliches Kunstwerk.

Viele weitere Kunstschätze sind in den modernen Hotelzimmern integriert oder im Frühstücksraum zu finden. Stuckarbeiten, Kunstmalerei, hochwertige Kronleuchter, Originalbilder, Möbel, alte Tapeten und – nicht zu vergessen – das Steinway-Klavier, auf dem Elvis oft gespielt hat, zählen zu den schmucken Highlights der Villa Grunewald. Außerdem darf auf dem weltberühmten grünen Elvis-Sofa Platz genommen werden. (cor)

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