Heroin

Bande stiehlt Handys und Cognac für Heroin

Eine vierköpfige Bande muss sich vor dem Gießener Landgericht verantworten, weil sie Handys, Cognac und Wodka stahl, um Heroin und Kokain dafür zu kaufen.
12. Oktober 2017, 14:00 Uhr
Durch diesen Aktenberg muss sich Kammer bis zum 11. Dezember arbeiten. (Foto: sha)

Ein Einhandmesser und Taschenlampen. Wer so etwas stiehlt, könnte noch als mittelloser Wandervogel durchgehen. Wenn die Taschenlampe aber gleichzeitig eine Waffe darstellt, mit der Pfefferspray versprüht werden kann, drängt sich dieser Gedanke kaum auf. Auch die weiteren Objekte, die eine vierköpfige Bande zwischen dem vergangenen Sommer und dem Januar dieses in Gießen und Reiskirchen gestohlen haben soll, klingen weniger nach Naturburschen denn organisierter Kriminalität. Smartphones und hochwertige Spirituosen wie Cognac, Whisky und Wodka.

 

Bis zu zehn Jahre Haft

 

Die Staatsanwalt geht davon aus, dass die Angeklagten mit diesen Taten ihren Drogenkonsum finanzieren wollten. Und der war teuer. Heroin, Kokain und Ephedrin sollen sie genommen haben. Die vier Männer – im Alter von 22 bis 45 Jahren – haben sich im vergangenen Sommer zu einer Bande zusammengeschlossen, berichtete Staatsanwältin Lisa Zimmermann am Mittwoch vor der Neunten Großen Strafkammer des Gießener Landgerichts. Alle vier mutmaßlichen Täter lebten zuletzt in Gießen. Ihre aktuellen Wohnorte sind jedoch über das gesamte Bundesland verteilt, da sie in unterschiedlichen Gefängnissen ihre Untersuchungshaft absitzen. In Handschellen wurden sie nach und nach in den Gerichtssaal geführt.

Zwölf Mobiltelefone sollen die Angeklagten in einem Gießener Elektronikfachmarkt entwendet haben. In einem Geschäft in Reiskirchen stahlen sie das genannte Einhandmesser samt der Taschenlampen mit Pfeffersprayfunktion. Die Alkoholika im Wert von etlichen Hundert Euro klauten sie aus Gießener Supermärkten. Wie die Täter dabei vorgingen, wurde nicht gesagt. Allerdings kündigten die Verteidiger an, ihre Mandanten wollten sich äußern. Es sei nicht nötig, Aufzeichnungen einer Überwachungskamera aus dem Elektronikfachmarkt anzufordern.

Mutmaßlicher Kopf der Bande war der 45-Jährige, der das Diebesgut verkauft und dafür Drogen erworben haben soll. Wegen des Drogenkonsums der Angeklagten wird ein Gutachter den Prozess begleiten, um zu prüfen, ob die Männer möglicherweise nur vermindert schuldfähig sind.

Da banden- und gewerbsmäßiger Diebstahl angeklagt sind, drohen den Männern bis zu zehn Jahre Haft. Für den Prozess sind acht weitere Verhandlungstage geplant.

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