Feuerwehr-Zentrale kommt ins US-Depot

Gießen (mö). Die Standortentscheidung ist gefallen: Bis 2018 soll der neue Gießener Feuerwehr-Stützpunkt im früheren US-Depot errichtet werden.
13. April 2015, 19:03 Uhr
Auf dieser rotumrandeten Fläche im früheren US-Depot soll bis 2018 der neue Gießener Feuerwehr-Stützpunkt entstehen. Die große Halle soll genutzt werden, die restliche Bebauung wird abgerissen Rechts vom Bildausschnitt verläuft die Rödgener Straße, links die Autobahn, unten die Rudolf-Diesel-Straße. (Foto: Henß)

Zwei entsprechende Beschlüsse zum Ankauf eines gut zwei Hektar großen Grundstücks im südwestlichen Bereich des einstigen Militärareals fassten Magistrat und Kreisausschuss am gestrigen Montag in getrennten Sitzungen.

Wie Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Landrätin Anita Schneider (beide SPD) mitteilten, liegt der Kaufpreis bei gut 1,7 Millionen Euro. Darin enthalten sei der Erwerb eine Halle, die zu Lager- und Übungszwecken erhalten werden soll. Die weiteren Gebäude auf dem 23 000 Quadratmeter großen Grundstück würden abgerissen. Auf Stadt und Kreis entfielen inklusive Notarkosten 938 000 Euro für den Grundstückserwerb. Eigentümer der Fläche ist die Gießener Revikon GmbH, die das US-Depot Ende 2013 vom Bund gekauft hatte.

Die Nachricht von der Standortentscheidung kommt etwas überraschend, denn lange Zeit war eine Fläche an der oberen Grünberger Straße für das sogenannte Gefahrenabwehrzentrum vorgesehen. Doch ein Gutachten habe von diesem Standort letztlich abgeraten, erläuterten Grabe-Bolz und Schneider. So seien bezüglich des Motorpool-Geländes Bedenken geäußert worden, dass der Kundenverkehr der beiden dort geplanten Supermärkte (Lidl und dm) die ausrückenden Löschzüge hätte behindern können. Insgesamt seien fünf Standorte geprüft worden, darunter neben den beiden erwähnten ein weiterer an der Grünberger Straße und zwei an der Lahnstraße. Der nunmehr auserwählte Standort sei verkehrlich bestens angebunden und garantiere die Einhaltung der Hilfsfristen, betonten OB und Landrätin. Für den Standort auf dem Depotgelände habe auch der günstigere Kaufpreis gesprochen, hieß es weiter.

Förderanträge sollen folgen

Wie Schneider erklärte, sei die Entscheidung für einen Standort die Voraussetzung für die weiteren Schritte, allen voran die Einreichung von Förderanträgen beim Hessischen Innenministerium. Die Stadt sei dabei für den Bau der eigentlichen Wache zuständig, der Kreis für die Einsatzleitstelle des Katastrophenschutzes und das Feuerwehrtechnische Zentrum.

Für die Gesamtmaßnahme werden bislang Kosten in einer Höhe von 23 Millionen Euro gehandelt, wobei zehn Millionen auf den Kreis und 13 auf die Stadt entfallen. Nach Einschätzung der beiden Regierungschefinnen wird der Bau des Gefahrenabwehrzentrums kaum ohne eine Netto-Neuverschuldung möglich sein. Diesbezüglich müssten sicherlich auch noch Gespräche mit der Finanzaufsicht des Regierungspräsidiums geführt werden. Denn Stadt und Kreis stehen bekanntlich unter dem Schutzschirm des Landes, der neue Schulden eigentlich verbietet. Grabe-Bolz und Schneider verwiesen aber auf die vom RP erteilten Genehmigungen der aktuellen Haushalte 2015, in deren Finanzplänen das Gefahrenabwehrzentrum bereits mit Kostenansätzen enthalten sei.

Wie die OB auf Nachfrage sagte, halte die Stadt an der Absicht fest, die Feuerwache an der Steinstraße weiterhin zu nutzen, und zwar für die Freiwillige Feuerwehr Gießen-Mitte. Der schlechte bauliche Zustand des Stützpunkts hatte vor rund sechs Jahren erste Überlegungen über den Bau eines gemeinsamen Gefahrenabwehrzentrums von Stadt und Kreis ausgelöst. Dass es dazu kommt, steht seit März 2014 fest. Damals haben Grabe-Bolz und Schneider auf Grundlage eines Gutachtens gemeinsam bekannt, dass eine Sanierung des Standorts Steinstraße nicht in Frage kommt. (Seite 22)

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