Wunschkonzert für kranke Kinder

Ein Bild mit Seltenheitswert: Wenn sich Vertreter aller vier Lions Clubs in Gießen treffen, dann muss das einen ganz besonderen Grund haben. In diesem Fall sind es sogar zwei. Erstens feiern die Lions in diesem Jahr 100. Geburtstag, zweitens wird dieses Jubiläum mit einem Konzert begangen. Der Erlös geht an diabeteskranke Kinder.
05. September 2017, 19:33 Uhr
Hoffen auf 450 Besucher in der Uni-Aula (v. l.) die Lions Peter Gessner, Verena Rock, Murat Polat (Förderverein), Thomas Simasek, Ralf Lonthoff, Edgar Liebe (alle Lions), Diabetesberater Gerhard Schöpke und Professor Stefan Wudy. (Foto: pd)

Melvin Jones gründete 1917 die »Lions Clubs International«. Die Idee des Geschäftsmanns aus Chicago, sich unter dem Motto »Wir dienen« für das Gemeinwohl zu engagieren, fiel auf fruchtbaren Boden. Mittlerweile sind die Lions mit weltweit 1,4 Millionen Mitgliedern die größte nichtstaatliche Hilfsorganisation der Welt. Deutschlandweit gibt es rund 50 000 Mitglieder, die vier Gießener Clubs kommen auf insgesamt knapp 150 Lions.

Den 100. Geburtstag des Clubs sehen die Gießener Clubmitglieder als »besonderen Anlass, den wir mit einem besonderen Künstler begehen wollen«, betonte Organisator Ralf Lonthoff vor Journalisten. Der Kabarettist, Sänger und Pianist Lars Reichow gastiert am Samstag, 23. September, um 20 Uhr in der Gießener Uni-Aula mit seinem Programm »Wunschkonzert«. Der Erlös kommt der Kinder- und Jugenddiabetologie an der Universitätskinderklinik (Leitung Prof. Stefan Wudy) zugute.

Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen sei mit dem Altersdiabetes bei Erwachsenen nicht zu vergleichen, sagte Wudy. Die Kinder haben einen absoluten Mangel an Insulin, ihre Zuckerkrankheit kann nur durch das Spritzen von Insulin behandelt werden. Es handelt sich um eine chronische lebenslange Erkrankung, die »wie der Blitz aus heiterem Himmel« kommt.

Rund 300 Kinder mit Typ-1-Diabetes werden am Gießener Zentrum behandelt, am Standort gibt es etwa 50 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Versorgung junger Patienten in Deutschland bezeichnete Wudy als »skandalös«, da an Diabetes Erkrankte nicht zu einer »erlösträchtigen Gruppe« gehörten. Auch weil erkrankte Kinder und Jugendliche eine »hochkomplexe Therapie« brauchen, ist man an der Kinderklinik dankbar für die Unterstützung der Lions.

Mehrere Aktionen zugunsten der Station Koeppe der Kinderklinik hat in den vergangenen Jahren der Lions Club Wilhelm Conrad Röntgen ins Leben gerufen. Präsidentin Verena Rock erinnerte an karitative Veranstaltungen wie den Sternmarsch 2014. Ältester Club der Stadt ist der Anfang der 60er Jahre gegründete Lions Club Gießen. Präsident Edgar Liebe unterstrich die zahlreichen Projekte, die die Organisation unterstützt, »vom Hofgut Friedelhausen bis zur neuen Orgel der Bonifatiuskirche«.

Förderverein gegründet

Dass sich der Lions Club Burg Gleiberg schon seit vielen Jahren für kranke Kinder einsetzt, hob der Erste Vizepräsident Peter Gessner mit Verweis auf Gestaltung und Verkauf des Gießener Adventskalenders hervor. »Unsere bekannteste Aktivität ist das Gießener Entenrennen«, sagte Präsident Thomas Simasek vom Lions Club Justus von Liebig. Die aktuellen Spendenerlöse gingen an das Hospiz Haus Samaria sowie den Verein für chronisch kranke Kinder (KroKi).

»Wir sind offen damit umgegangen«, berichtete Murat Polat, dessen Tochter im Alter von fünf Jahren an Diabetes Typ 1, erkrankte. Der 48-Jährige ist Vorsitzender des Fördervereins für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus. »Von einer solchen Krankheit ist immer die komplette Familie betroffen«, schilderte Polat die aufwendige Behandlung sowie die »Geduld, Sorgfalt und Tapferkeit«, die die Zuckerkrankheit täglich den jungen Betroffenen und ihren Familien abverlangt.

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