Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff bergen Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt. Um Infos und Lösungsansätze dazu ging es bei der Tagung »Lebensmittelverpackungen: Alles in Plastik?« der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt. Rund 140 Interessierte profitierten von Vorträgen und Expertenrunden. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz förderte die Tagung.

Dass mit Mineralölverbindungen, Aluminium oder hormonell wirksamen Substanzen, gesundheitsbedenkliche Stoffe in Lebensmittel übergehen können, berichteten Prof. Martin Wagner von der Norwegischen Universität Trondheim und Dieter Bohn, Sachverständiger vom Hessischen Landeslabor. Die Gesetze, um Mineralölrückstände aus Verpackungen zu verhindern, kämen seit Jahren auch wegen der Herstellerinteressen nicht voran. Wagner empfahl daher, möglichst auf übermäßig verpackte und stark verarbeitete Lebensmittel zu verzichten.

Als problematisch für die Umwelt stufte Dr. Carolin Völker, Ökotoxikologin am Institut für sozial-ökologische Forschung insbesondere Mikroplastik ein, das als »Plastiksuppe« die Weltmeere vermüllt und sich in Meerestieren wiederfindet. In erster Linie müssten sich hier die Hersteller und nicht die Verbraucher bewegen. »Sie könnten große Mengen an Plastik einsparen, in dem sie mehr Wert auf die Umwelt und weniger auf das Marketing legen«, so Völker.

In der Expertenrunde standen alltagstaugliche Lösungsansätze zum Einsparen von Verpackungsmüll von Vertreterinnen und Vertretern hessischer Initiativen im Mittelpunkt. Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfiehlt: »Jede und Jeder kann zum Schutz der Umwelt, zur Vermeidung von Müll und gegen die Verschwendung wertvoller Ressourcen beitragen. Mit der Initiative ›BecherBonus‹ möchten wir alle Geschäfte, die Heißgetränke für unterwegs verkaufen, dafür gewinnen, den Bechermüll zu reduzieren. Wer einen Preisnachlass von mindestens 10 Cent für den mitgebrachten Mehrwegbecher anbietet, darf mitmachen. Das ist gut für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.«

Mehrweg und Großpackungen

Jenny Fuhrmann, Geschäftsführerin des plastikfreien Lieferservice »gramm.genau« ging in ihrer Forderung noch weiter: »Die Politik muss die Hersteller durch ein Verbot oder die Besteuerung von Plastik- und Einwegverpackungen in die Pflicht nehmen.«

Als praktische Tipps, was jeder Verbraucher tun kann, nannten Experten und Teilnehmer Mehrwegbeutel zum Einkaufen verwenden, bewusst(er) einkaufen, Leitungswasser trinken statt Getränke in Plastikflaschen kaufen und Vorratspackungen mit anderen teilen.

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