Alsfeld

Vierstündige Party für erste EP von Radio los Santos

06. Januar 2012, 16:13 Uhr
Radio Los Santos mit Rap-Verstärkung, von links: Manuel Kluth, Sebastian Caspar, Steffen Brand, Felix Kunze und Lukas Schroll. (Foto: csi)

Alsfeld (csi). Wer sein Publikum so begeistern kann, der hat es einfach drauf: »Radio Los Santos« – die Newcomerband mit Alsfelder Wurzeln feierte am Vorabend von Silvester gemeinsam mit Fans und Freunden EP-Releaseparty im Filou in Alsfeld. »Wooden Heart« heißt der neue Tonträger, die »EP«, den die Band aufgenommen hat, und eines wurde am Freitagabend klar: der Funke der neuen Songs sprang über. Der Stil der Band ist nicht nur experimentell, sondern auch unverwechselbar.

In Vierer-Besetzung traten die begabten Jungmusiker von Radio los Santos im Bistro »Filou« auf, das so gut gefüllt war, dass sich das Publikum klatschend, tanzend und mitsingend dicht um die kleine Bühne drängte. Eine optimale, intime Atmosphäre also. Sämtliche Bandmitglieder stammen aus der hiesigen Gegend, auch wenn es sie mittlerweile in die weite Welt verstreut hat. Zum Musik-Machen kommen sie immer noch zusammen. Das neueste Produkt sind die sechs Songs auf »Wooden Heart«, für deren Präsentation die Band keinen besseren Zeitpunkt hätte wählen können als die Heimkehrerzeit zwischen den Jahren.

Das Besondere der Band »Radio Los Santos« ist ihre Besetzung: Manuel Kluth, Lukas »Luke« Schroll und Joscha Caspar an den Westerngitarren (letzterer fehlte beim Konzert im Filou), Sebastian »Basti« Caspar an der Violine und Steffen Brand am Cajon. Heraus kommt eine rhythmusbetonte »acoustic-indie-funk«-Mischung. Nicht ganz country, nicht ganz karibisch, nicht ganz rockig – irgendwo mittendrin und erfrischend flockige »feelgood music« der originellen Art. Radio Los Santos lässt sich als das gute Gefühl ehrlicher Musik beschreiben, das Band und Publikum im Konzerterlebnis vereint.

Westerngitarre statt E-Gitarre, Cajon statt Schlagzeug und oben drauf die Violine – Radio Los Santos kombinieren diese Instrumente in mehr als lagerfeuertauglicher Weise. Im Filou präsentierten die vier Musiker Instrumentalstücke, mehrstimmige Balladen, Rock- und Dance-Covers sowie die rhythmisch angelegten Eigenarrangements der Band. Und noch dazu ist diese Kombo für reizvolle Erweiterungen offen. So holten die Jungs von Radio Los Santos für verschiedene Stücke Freunde mit auf die Bühne: etwa Felix Kunze mit Rap-Vocals oder Jörg Schüssler mit Saxophon und Akkordeon.

Als Vorgruppe traten Miriam Kluth (Gesang), Collin Morgenstern (KIavier) und Jonathan Kluth (Gitarre) auf. Die sechs Nummern, die zur neuen EP gehören, sind absolut hörenswert. Der Titel »My home is gone« ist ein nach vorne gehender Track mit genial ruhiger Bridge, in dem die Band humorvoll »Mister Spiderman« um Hilfe bittet. »Can’t hear it anymore« ist ein pfiffiger Gute-Laune-Song. Gefühlvoll und funky wirkt der Titel »Are you scared«. Auf rhythmische Weise schlägt »Victim« ein. Der Titel ist deswegen ein Geniestreich, weil er die Instrumentenkombination besonders gut herausstreicht: man hat das Gefühl, jedes Instrument bekäme einen Solopart, obwohl doch alle zusammenwirken. Dazu die Lyrics und Vocals, die ebenfalls zu den starken Seiten der Band gehören. In »Victim« lassen sich die Jungs durch ihren lustigen Trotz nicht zu »Opfern« einer langweiligen Beziehung machen.

Dass sie auch ruhig können, stellen sie mit »Barefooted« unter Beweis. Grandios, wie Steffen Brand auf dem Cajon in einem Solo den Rhythmus angibt und hält, ganz anders als ein Schlagzeuger, der nur hinter seinen Drums verschwindet. Und dann der virtuose Einsatz von Basti Caspar auf der Geige. Schließlich komplettiert die gefühlvolle Ballade »Men on the street« die neue »Radio Los Santos«-EP. Kurzum, die EP »Wooden Heart« ist ein heißer Musiktipp.

Am Ende der EP-Releaseparty wurden die Jungs von Radio Los Santos noch einmal programmatisch. Nach einem phantastischen Instrumentalintro, angelehnt an den Titel »I can’t get no sleep« von Insomnia, folgten die Liedzeilen: »Und zum Schluss noch ein paar Worte, falls Du nicht ganz glücklich bist. Such dir einfach einen Partner, der dir die Sorgen vom Leibe küsst. Wem das jetzt nicht ganz so passt, der so sollte fliegen, klatschen, gehen – oder tanzen, ich mein»: sich im Kreise drehen.« Dieser Aufforderung konnte das Publikum nicht widerstehen. Kein Wunder, dass sich nach einem knapp vierstündigen Partyabend alle einig waren: »Zugabe!«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Geige
  • Hörfunk
  • Musikgruppen und Bands
  • Musikverein Griedel
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.