Mit viel Natur und Kunst

09. April 2014, 17:38 Uhr
Drei Macher der 3. Alsfelder Kulturtage stellten am Mittwoch das 53 Termine umfassende Programm vor, das am 17. Mai auf der Brache des vormaligen Deutschen Hauses eröffnet wird.

Dies betonten Bärbel Haltenhof und Dr. Walter Windisch-Laube, Vorstandsmitglieder des Trägervereins der Kulturtage, sowie der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Roland Heinrich bei der Vorstellung des Programmes am Mittwoch. Ab Samstag, dem 17. Mai, setzt sich nach ihren Worten »ein sechzehntägiges Veranstaltungskarussell aus Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Theateraufführungen, Kabarett, Führungen, Ausflügen und Ausstellungen in Bewegung«. Die Eröffnung der Kulturreihe, die mit dem Motto »Natur und Kunst – sie scheinen sich zu fliehen...«, wie schon ihre beiden Vorgänger Anleihen bei Johann Wolfgang von Goethe nimmt, wird unter freiem Himmel stattfinden – auf dem Areal des einstigen Deutschen Hauses (Marburger Ecke Alicestraße) stattfinden. Früher feierten dort die Alsfelder ihre Feste, seit Jahren ist das Gelände eine Brache. Das soll sich mit den Kulturtagen ändern. Landschaftsgärtner wollen sie bis zur Eröffnung zu einer grünen Oase am Rande der Altstadt wachsen lassen. Mit der Motorsäge werden zudem am Auftakttag kleine Kunstwerke aus Holz entstehen.

Dies wird nicht der einzige direkte Naturkontakt der Kulturtage bleiben. Einen Blick in bereits gestaltete Gärten völlig unterschiedlicher Prägung ist möglich, wenn drei Alsfelderinnen der Bevölkerung für einen Nachmittag lang ihre Gartentüren öffnen. Eine Führung auf einem Öko-Versuchsfeld macht mit der Züchtung von Saatgut vertraut, ein Termin für Frühaufsteher lädt zu einer Vogelstimmenwanderung ein.

Musikalisch werden die unterschiedlichsten Akzente gesetzt: Der Alsfelder Konzertchor lädt zu einer »Italienischen Nacht« ein, sphärische Musik wird vom Holographie Field Ensemble Osnabrück zu hören sein, Filmmusik von der Big-Band der Albert-Schweitzer-Schule, Vokalmusik aus 500 Jahren vom Marburger Oktett, Tanzweisen aus drei Jahrhunderten vom Frankfurter Bläserensemble Dreiklang. Ein Konzert für Violoncello und Klavier geben der gebürtige Alsfelder Martin Müller-Weiffenbach und der gebürtige Sankt Petersburger und heutige Alsfelder Alexander Urvalov, zu Swing-und Evergreens laden Mikael Börresen und Simon Wahby in die Walpurgiskirche ein, zu Harfe und Marimba Ute Steffen und Elke Seller ins Regionalmuseum, wo drei Tage später auch »schiefe Perlen des Frühbarock« zu hören sind.

Eine literarisch-musikalische Darbietung in hochkarätiger Besetzung widmet sich der Äolsharfe als windgespieltem Instrument, die »Viscounts«, jahrzehntelanger Bestandteil der heimischen Musikszene, geben ihr endgültiges Abschiedskonzert, erstmalig gemeinsam zu hören sind der Schlagzeuger Trevor Richards und der Pianist Alexander Urvalov in einer Art Vermählung von Jazz und Klassik. Die Alsfelder Musikschule, die Jungen Antrifttaler mit ihrer Blasmusik-Version von Tabaluga, Edith Köhler und Othmar Mäga, Wladimir und Marina Pletner und das Altenburger Blasorchester runden mit ihren Konzerten das Musikprogramm ab.

Thomas Freitag am 24. Mai

Musikalische Akzente gibt es auch, wenn Literaturpreisträger Hans-Ulrich Treichel aus seinem neuesten Roman und eigenen Gedichten lesen wird. Ein Grenzgänger zwischen Literatur und Kabarett ist Dietrich Faber; zwischenzeitlich auch als Romanautor erfolgreich, hat der Gießener Kabarettist mit seinem Kriminalkommissar Bröhmann im Alsfelder Kommissariat doch dafür gesorgt, dass auch der Vogelsberg seinen Platz auf der deutschen Krimilandkarte gefunden hat. Literarisches Kabarett vom Feinsten bietet einer der Großen der Kleinkunst: Thomas Freitag wird wie bei den ersten Kulturtagen wieder in seiner Geburtsstadt auftreten. Auch ein Alsfelder, den es auf die Bühne geführt hat: Ilja Pletner. Er wird in der Aufführung »Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse« nach einer Kafka-Erzählung zu erleben sein. Reizvolle Diskussionen verspricht eine Reihe von Vorträgen.

Prof. Manfred Kluge geht der Frage nach, wie viele Menschen die Erde verträgt. Prof. Hans Geissel, auch er ein ehemaliger Alsfelder, schlägt den Bogen von den Naturphilosophen zur Schwerionenforschung, Prof. Wolfgang Beutelspacher, der Direktor des Gießener Mathematikums (wohin auch eine Fahrt vorgesehen ist), beschäftigt sich mit Kunst und Mathematik, der evangelische Dekan Dr. Jürgen Sauer mit dem Thema Natur und Kunst, Walter Windisch-Laube beleuchtet die Rolle von Bäumen in der Kunstgeschichte, und Matthias Nicolai begleitet anhand von Gedanken und Aphorismen Künstler auf Reisen.

Neun Ausstellungen

Dem mottogebenden Zusammenhang zwischen Natur und Kunst widmen sich in unterschiedlicher Weise neun Ausstellungen mit Bildern aus den Reihen des Alsfelder Kunstvereins und von Heinrich Geisel, vom Alsfelder Maler-Klassiker Robert Müller-Müller, von den VHS-Montagsmalern, dem Fotografen Axel Pries, Grania Leaping Rabbit, Elfriede Rüssel, der Kunstdesignerin Ingrid Wriedt und der Brüder-Grimm-Schule.

Das breite Angebot kommt – wie schon bei den beiden Vorgängerreihen – ohne öffentlichen Zuschüsse aus, wird allein durch Eigenmittel des Vereins und Spenden bestritten. Soweit der Trägerverein der Kulturtage Veranstalter ist, wird auf Eintrittsgelder verzichtet, die Besucher werden stattdessen um Spenden gebeten.

Ausname ist das Gastspiel von Thomas Freitag am 24. Mai. Für diese Veranstaltung läuft schon der Vorverkauf.

Das komplette Programm der 3. Alsfelder Kulturtage ist mit allen Einzelheiten unter www.alsfelder-kulturtage.de einzusehen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Dietrich Faber
  • Evangelische Kirche
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Kabarett
  • Kulturtage
  • Manfred Kluge
  • Mathematik
  • Musikverein Griedel
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 20 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.