Vogelsbergkreis

Ganz knappe Empfehlung für umstrittene Fläche am Roten Berg

Die Kirtorfer haben kein Problem mit erneuerbaren Energien. Aber die Umstände beim Bau einer Biogasanlage in Wahlen strapazieren die Geduld der Kommunalpolitiker und Bürger.
17. März 2017, 12:00 Uhr

Seit Monaten taucht das Thema Industrie- und Gewerbegebiet »Am Roten Berg« in Homberg immer wieder in den Ausschusssitzungen auf, ohne dass Beschlüsse zustandegekommen sind. Das war in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses anders, wenngleich die Beschlussempfehlung knapp ausfiel.

So wurde die Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan) von einer leichten Mehrheit im Ausschuss befürwortet. Planer Gerhard Vollhardt schilderte zunächst noch einmal wichtige Eckpunkte des Vorhabens auf dem rund 26 Hektar großen Gelände neben der Landstraße nach Appenrod. Es soll abschnittsweise je nach Bedarf erschlossen werden. Impulse erhofft man sich von der A 49, die neben dem Gebiet verlaufen wird. Vollhardt merkte an, er stelle die Pläne jetzt zum vierten Mal in einer öffentlichen Sitzung in Homberg vor, »aber wir sind noch keinen Schritt weitergekommen«. Es berichteten auch einige Experten über den Baugrund »Am Roten Berg«. Die Untersuchung hatte der Ausschuss vor einigen Monaten verlangt. Danach handelt es sich um Basalt mit Tuffgestein und Ton – »normaler Vogelsberger Boden«.


Normaler Boden, kein Wasser

Größere Nachteile beim Bau seien nicht zu befürchten. Von Vorteil ist, dass kein Grundwasser vorhanden ist. Auch beim Kanalbau müsse man keine negativen Überraschungen befürchten, sagte ein Vertreter der Firma Olsen. Ein Regenrückhaltebecken ist auf dem Gelände vorgesehen. Besonders aus der CDU kam von Eckhard Hisserich und Jutta Stumpf Kritik am bisherigen Vorgehen. Vor allem, weil noch nicht mit den Grundstückseigentümern gesprochen wurde. Sehr problematisch sei auch, dass die Stadt nicht die Eigentümerin der Flächen ist, sagte Stumpf. Bürgermeister Claudia Blum hielt dagegen, mitunter sei gar nicht klar, ob die Stadtverordneten das neue Gewerbegebiet überhaupt wollen. Da mache es keinen Sinn, schon mit den Grundstücksbesitzern zu sprechen. »Das hätte man schon 2001 machen können, so lange läuft die Planung ja schon«, meinte für die SPD Gabriele Schäfer-Langohr. Jetzt solle man endlich Flagge zeigen. Seitens der Grünen wurde gefragt, ob es überhaupt einen Bedarf gibt. Sabine Dörr verwies auf das Gebiet Gottesrain in Mücke, das erweitert wird, »aber noch längst nicht voll ist«. Mit der Erweiterung werde nur den Wünschen einer Firma Rechnung getragen.


Knappe Empfehlung an Stadtverordnete

Vor dem Einstieg in die Debatte hatte Jutta Stumpf moniert, der Punkt hätte nicht auf die Tagesordnung genommen werden dürfen, weil nach wie vor nicht klar sei, wer Antragsteller ist und zudem sei der Antrag nicht ordnungsgemäß in den Ausschuss überwiesen worden. Hier entgegnete die Bürgermeisterin, das sei beim Hessischen Städte- und Gemeindebund abgeklärt worden, es gebe kein Problem. Antragsteller sei der frühere Bürgermeister Béla Dören gewesen. Der Antrag Stumpfs, den Punkt von der Tagesordnung abzusetzen, wurde mit drei Ja- zu drei Neinstimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.

Interessant ging die Abstimmung aus. Eckhard Hisserich und Jutta Stumpf (CDU-Fraktion) sowie Sabine Dörr (Grüne) stimmten gegen das Ändern des F-Plans. Dafür stimmten Gabriele Schäfer-Langohr und Peter Honig (SPD-Fraktion) sowie Michael Krebühl (FW) – und der Ausschussvorsitzende Benjamin Wolf (CDU). Damit lautete das Ergebnis vier Ja- zu drei Neinstimmen. Jetzt muss sich zeigen, wie die Stadtverordnetenversammlung Ende März abstimmen wird.

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