NEF

Ulrichsteiner wollen ihr Notarzteinsatzfahrzeug behalten

Ärztliche Hilfe muss manchmal schnell da sein. Doch die Ulrichsteiner bangen darum, denn ihr Notarzteinsatzfahrzeug soll nach Ilbeshausen verlegt werden. Was ist da dran?
20. April 2017, 12:00 Uhr
Volker Scharmann, Wolfgang Repp, Karl Weisensee und Bürgermeister Edwin Schneider protestieren am aktuellen Standort des Notarzteinsatzfahrzeuges im Feuerwehrstützpunkt Ulrichstein (von links). (Foto: au)

Viel Unverständnis und großer Unmut herrscht in der Ulrichsteiner Bevölkerung über den geplanten Abzug des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) von Ulrichstein nach Grebenhain-Hochwaldhausen-Ilbeshausen. Der Kreisausschuss hat vor Kurzem die Neuordnung des Rettungsdienstes im Vogelsbergkreis beschlossen. »Ob der Notarzt seine Hilfsfrist von 15 Minuten künftig einhalten kann, wenn dieser im nächsten Jahr von Ulrichstein nach Ilbeshausen verlegt wird, das wage ich aus der eigenen Kenntnis heraus zu bezweifeln«, sagte Bürgermeister Edwin Schneider jetzt bei der Jahreshauptversammlung aller Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Ulrichstein am Gründonnerstag. Er selbst fährt die Strecke tagtäglich.


Keine Unterkunft in Ilbeshausen

Derzeit könnten Ulrichstein, Lautertal, Feldatal, Schotten, Mücke und andere Orte vom Notarzteinsatzfahrzeug Ulrichstein aus gut versorgt werden. Die Fahrt von Ilbeshausen bis beispielsweise nach Unter-Seibertenrod oder nach Schotten-Rainrod dürfte nach seinem Dafürhalten in einer Viertelstunde künftig nicht zu schaffen sein. Auch dass die Gemeinde Feldatal von Alsfeld aus dann notärztlich abgedeckt werden soll, lasse erhebliche Zweifel an einem Einhalten der Hilfsfrist aufkommen.

Aus der Sicht Schneiders heraus sollte die Verlegung des NEF noch einmal überdacht werden, zumal in Ilbeshausen noch keine Unterkunft vorhanden ist. In Ulrichstein wurden im Jahr 2003 extra Räumlichkeiten im Innovationszentrum geschaffen, die rund 70 000 Euro gekostet haben.

Nach den Ausführungen von Schneider schloss sich eine teilweise sehr heftige Diskussion an, bei der gefordert wurde, »Ross und Reiter« zu nennen und zu sagen, wer denn diese Neuordnung in die Wege geleitet habe. Kreisbeigeordneter Hans-Jürgen Herbst und Kreisbrandmeister Stefan Preuss, die zwar bei den Beratungen im Kreisausschuss dabei waren, konnten diese aber auch nicht nennen und sprachen nur vage von »einer Kommission, die das vorgeschlagen hat«. Schon länger arbeitet der Kreis bekanntermaßen an einer Überarbeitung des Rettungsdienstes, nachdem vor Jahren bekannt geworden war, dass die geforderten Hilfsfristen im weitläufigen Kreisgebiet öfter nicht eingehalten werden können.


Infrastruktur in Ulrichstein da, in Ilbeshausen nicht

Am Dienstagabend trafen sich Bürgermeister Schneider, Stadtverordnetenvorsteher Karl Weisensee und die Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Repp (SPD) und Volker Schwarmann (FWG) am Notarzteinsatzfahrzeug, das im Feuerwehrstützpunkt untergebracht ist. Sie baten dort um eine mögliche Klärung des Sachverhaltes.

Verständlicherweise erhielten sie hier keine Aussage vom diensthabenden Notarzt, da dieser in Ilbeshausen seinen Wohnort hat. Die städtischen Vertreter, die auch von Dr. Sven Kilian (Alternative Kraft) unterstützt werden, stellten jedoch fest, dass für das Fahrzeug eine geeignete Infrastruktur in Ulrichstein vorhanden sei, diese allerdings in Ilbeshausen gänzlich fehle. Gleiches gelte auch für die geplante Verlegung des zweiten Notarzteinsatzfahrzeuges von Lauterbach nach Willofs. Wolfgang Repp wies bei dem Gespräch über die geplante Neuordnung der NEFs darauf hin, dass schon bei der ersten Aufstellung der Einsatzpläne eigentlich ein viertes vorgesehen war. Auch in der vergangenen Zeit sei dies mit dem Standort Freiensteinau oder auch Grebenhain wieder im Gespräch gewesen. Scharf kritisiert wurde angesichts der vorgesehenen Verlegung der NEFs, dass wiederum die betroffenen Gemeinden viel zu spät in die Diskussion mit einbezogen worden sind.

Wie schon beim Verkauf des Kreiszeltlagers Eckmannshain habe man erst aus der Presse von dieser Aktion erfahren.


Absprache in Koalition vermutet

Auch in der Bevölkerung werde deshalb schon von einer »politischen Absprache der Partner der großen Koalition gesprochen«.

Zur weiteren Vorgehensweise wurde von den städtischen Vertretern beschlossen, bei der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 5. Mai eine Resolution für den Erhalt des NEF-Standortes Ulrichstein zu verabschieden. Um dieser einen weiteren Rückhalt zu verleihen, soll zeitgleich auch eine Unterschriftenaktion starten, die noch vor der Kreistagssitzung am 21. Juni übergeben werden soll.

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