Dorffest

In Erbenhausen wird bald kräftig gefeiert

Erbenhausen bereitet sich auf ein großes Fest vor. Gefeiert wird auf jeden Fall. Obwohl immer noch nicht raus ist, wie alt das Dorf genau ist.
18. Mai 2017, 12:00 Uhr
Reinhard Seim und Peter Jurkowitsch haben die Ernte eingefahren. Auf Länge geschnitten und nach Farbe und Stärke sortiert werden die Korb-Weidentriebe das Baumaterial für stabile Körbe. Für den stehenden Festzug am 25. Juni sind bereits alle Farben und Stärken vorbereitet. (Fotos: Michael Gelhardt)

In Erbenhausen wird in diesen Tagen noch recht emsig gearbeitet, um die anstehende 800/1100-Jahrfeier vorzubereiten. Das Organisationsteam der Vereinsgemeinschaft ist noch immer mit der Frage beschäftigt, wie alt Erbenhausen wirklich ist. 800 oder 1100 Jahre? Kann die Frage vor dem Festakt noch endgültig geklärt werden? Die offiziellen Stellen haben sich noch zu keiner eindeutigen Aussage durchgerungen. Es bleibt spannend. Aber neben dieser eher formalen Frage sind schon viele einzelne Gruppen in der Detailarbeit eingebunden.

Die Vorbereitungen des Festes sind in vollem Gange. Flyer, Plakate und Einladungen sind auf den Weg gebracht. Das Angebot für den stehenden Festzug ist weitgehend fertig gestellt. Es ist gelungen, ein umfangreiches Programm traditioneller Handwerkskunst zusammenzustellen.

Angefangen beim Töpfern über den Hufschmied, welcher auf dem Fest live Pferde beschlagen wird, bis zur Weberei, werden insgesamt 15 Handwerkskünste vorgeführt. So werden zum Beispiel Reinhard Seim und Peter Jurkowitsch die Technik zum Korbflechten vorführen. Reinhard Seim ist schon lange im diesem Handwerk aktiv.

Peter Jurkowitsch vom Nachbarhof fand das Handwerk schon als Kind bei Reinhard Seim faszinierend. So lernte er schon früh die Kunst und nutzt heute jede freie Minute, um diesem Hobby nachzugehen. Die Vorbereitungen dafür sind allerdings aufwendiger als der Laie erst einmal denkt.

Triebe in der Badewanne

Bereits im Herbst 2015 und 2016 haben die beiden die Korbweide für die diesjährige Arbeit geerntet, nach Größe und Stärke in Bündeln gebunden und in der Scheune zum Trocknen gelagert. »Aber geeignete Weidentriebe erhält man nur, wenn die Weidenstöcke jedes Jahr zum richtigen Zeitpunkt geschnitten werden,« berichtet Reinhard Seim im Gespräch.

»Bevor wir dann zum eigentlichen Flechten kommen, werden die Triebe in eine alte Badewanne gelegt. Im alten Wurstkessel wird Wasser gekocht und über die Triebe geschüttet. Alles gut abgedeckt, damit es möglichst lange heiß bleibt. Nach drei Tagen holen wir die Triebe dann raus und lagern sie feucht. Nun erst kann man mit dem Flechten beginnen.« Hier ist es wieder einmal gelungen, die nächste Generation für ein seltenes Handwerk zu begeistern.

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