Auszeichnung

Denkmalfreunde werden mit Preis belohnt

Strahlende Gesichter bei den Homberger Schlosspatrioten und beim Verein Gedenkstätte Haus Speier Angenrod. Beide Gruppen erhalten den Ehrenamtspreis des hessischen Denkmalspreises.
17. August 2017, 21:01 Uhr

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein überreichte die Auszeichnungen am Donnerstagnachmittag in der Rotunde von Schloss Biebrich bei Wiesbaden. Der Preis war mit 5000 Euro dotiert und wurde kurzerhand aufgeteilt. So ging keiner der beiden Anwärter aus dem Vogelsbergkreis leer aus. Zum Hintergrund der Auszeichnung: Schloss Homberg ist eine frühmittelalterliche Höhenburg. Die ältesten Teile der Burganlage datieren ins 13. Jahrhundert, 1646 wurden die Befestigungsanlagen geschleift und der Bergfried gesprengt. Die erhaltenen Wohngebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert wurden 1836 umgestaltet. Nach langem Privatbesitz stand das Schloss 2011 zum Verkauf.

Es gab bereits einen privaten Interessenten – dann jedoch gründete sich der Verein der Schlosspatrioten mit dem Ziel, das Schloss zurück in die Hände der Stadt und seiner Bewohner zu führen.

Das öffentliche Werben des Vereins war erfolgreich: Am 31. März 2012 erwarb die Stadt das Schloss. Seitdem ist das Engagement nicht abgerissen. Mehrere Arbeitskreise kümmern sich um die unterschiedlichen Aspekte der Vereinsarbeit. Dadurch trage der Verein vielfältig zur Sanierung des Schlosses bei, sagte Rhein.

Ebenfalls 2500 Euro gingen nach Angenrod. Das sogenannte »Haus Speier«, ein um das Jahr 1800 errichtetes Fachwerkwohnhaus, befindet sich unmittelbar an der Ortsdurchfahrt von Alsfeld-Angenrod und ist eines der letzten Zeugnisse der einst lebendigen und bedeutenden jüdischen Gemeinde in Angenrod. Die zu Beginn des 18. Jahrhunderts gegründete Gemeinde entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur zahlenmäßig stärksten jüdischen Gemeinde im Altkreis Alsfeld. Um 1900 machte der jüdische Bevölkerungsanteil noch fast ein Viertel der Dorfbevölkerung aus. Von 60 jüdischen Bewohnern zu Beginn der NS-Zeit verblieben bis Kriegsbeginn nur noch sieben in Angenrod.

Sie lebten monatelang im sogenannten »Ghetto-Haus Speier«, bevor sie 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden. In der Nachkriegszeit wurde das »Haus Speier« noch bewohnt, stand dann aber Jahrzehnte leer und verfiel zusehends. Um den Verlust des Gebäudes zu verhindern, gründete sich 2014 der Verein Gedenkstätte Speier Angenrod.

Er nahm 2015 eine erste Notsicherung des Gebäudes vor. In der Folge wurde das Dach neu aufgebaut, 2016 fand eine Fassadeninstandsetzung statt. Ganz im Sinne des Miteinanders helfen Asylbewerber unter Anleitung bei der Sanierung des Gebäudes mit. Das Haus soll künftig als Erinnerungs- und Bildungsstätte genutzt werden. »Es ist dem Engagement des Vereins zu verdanken, dass das historisch bedeutsame Gebäude vor dem Abbruch gerettet wurde.«

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