Bürgermeister

Es soll ein hauptamtlicher werden

Das Gemeindeparlament zog am Donnerstag zwei wichtige Schlussstriche: Es soll im Februar ein hauptamtlicher Bürgemeister gewählt werden, und das Media-Projekt wurde abgelehnt.
10. November 2017, 21:13 Uhr
Daniel Wolf (Mitte) soll Bürgermeister werden, fordert Peter Weiß. Links sitzt Dirk Gerbig, rechts Michael Schneider. (Foto: jol)

Keine Mehrheit für das Projekt »Social Media Scouts« SMS, aber eine Festlegung auf einen hauptamtlichen Bürgermeister – das waren die zwei heißesten Themen der Sitzung des Gemeindeparlaments mit Rekord-Kulisse. Am Donnerstag bekundeten über 50 Feldataler Interesse an Kommunalpolitik, davon die Hälfte junge Leute. Viele waren nach gezielter Einladung von SMS-Befürwortern ins Gemeinschaftshaus Köddingen gekommen. Sie verließen nach der Ablehnung unter Protest den Saal.

Doch zunächst ging es um die Bürgermeisterwahl. So einigte man sich auf den Wahltermin 25. Februar 2018, mit Stichwahl am 11. März. Ein CDU-Antrag für eine ehrenamtliche Lösung wurde von FWG und AUF abgelehnt. Claus Spandau vom Innenministerium warb zunächst für Verwaltungsverbände wie den GVV mit Schwalmtal, Grebenau und Romrod, um zu sparen und effektiver zu arbeiten. Eine Fusion habe einen Vorlauf von bis fünf Jahren. Damit reagiere man auf die Bevölkerungsentwicklung. In ländlichen Gemeinden müssten künftig weniger Bewohner für teure Wasser- und Abwasserleitungen bezahlen. Kleine Gemeinde haben die Möglichkeit, einen ehrenamtlichen Bürgermeister zu wählen.

CDU für Ehrenamtlichen

Daraus schloss Hans Werner Völzing (SPD), dass es im GVV eine Lösung mit drei hauptamtlichen Bürgermeistern geben müsse. Spandau gab zu bedenken, dass die anderen Rathauschefs Bedenken haben werden, weil Feldatal auf Kosten ihrer Arbeitskraft spart. Karl-Friedrich Dörr (CDU) meinte, »wir finden, dass ein Ehrenamtlicher reicht«. Albrecht Stein (AUF) wandte ein, dass man die Eigenständigkeit aufs Spiel setze, wenn man lediglich ehrenamtlich geleitet wird. Spandau bezifferte die Einsparung auf rund 100000 Euro durch den Ehrenamtlichen. Der Bürgermeister sei aber ein »Edel-Sachbearbeiter«, der viel erledigt.

Arno Stumpf (FWG) wandte ein, dass die Arbeit gemacht werden muss, deshalb spart man nicht so viel. Die anderen GVV-Kommunen würden einen Anteil einfordern. Markus Schwalm (FWG) fragte Daniel Wolf, der Schlosser seit einem Jahr vertritt, ob er sich vorstellen könnte, ehrenamtlich den Posten auszufüllen. Wolf sagte, in der kleinen Verwaltung müsse ein Bürgermeister viel leisten, »ich würde sagen Nein«.

Ralf Bunn (CDU) bemängelte, dass der Gemeindevorstand nicht die Gespräche über eine Fusion vorangetrieben habe. Peter Weiß (AUF) sah eine Fusion als einzige Möglichkeit zum Sparen. Er lehnte den Antrag der CDU ab, einen ehrenamtlichen Bürgermeister zu ermöglichen. Denn mit Daniel Wolf gebe es eine »Person, die uns als Bürgermeister gut zu Gesicht stünde«. Mit ihm könne die Gemeinde noch eine Weile vorwärts kommen.

Keine Mehrheit für Media Scouts

Bei Stimmengleichheit von 6 (FWG) zu 6 (CDU, SPD) bei Enthaltung der AUF-Abgeordneten wurde eine Durchführung des Projekts Social Media Scouts abgelehnt. Es beinhaltet die Ausbildung von Jugendlichen zu Experten für digitale Plattformen. Sie sollen in Netzwerken für Veranstaltungen und Einrichtungen werben. Dafür gibt es 70 000 Euro vom Landwirtschaftsministerium, die Gemeinde soll 12000 E beisteuern.

Bunn (CDU) sagte, »da wird viel Geld verpulvert«. Es habe keine Beteiligung von jungen Leuten an bisherigen Sitzungen gegeben, nur diesmal seien viele da. Völzing verwies ebenfalls auf geringes Interesse von Jugendlichen. Marcus Görig (FWG) sagte, es gebe Spenden-Zusagen. Zur Sitzung seien viele gekommen, das zeige das Interesse. Monika Becker (FWG) fügte an, man erreiche Jugendliche nur gezielt und digital. Das habe nun geklappt. Michael Bierbach (CDU) vermisste einen Verantwortlichen für das Projekt. Weiß (AUF) bemängelte, dass der Akteneinsichtsausschuss seine Arbeit nicht beendet hat. Da könne er nicht zustimmen. Auch ein Appell von Michael Schneider (FWG) half nicht, der meinte, »hier können wir etwas gegen die demografische Entwicklung und für Jugendliche tun«.

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