Seltenes Biotop

Ohne Moos nix los

Hochmoore sind Zeugen der Erdgeschichte. In der Breungeshainer Heide bei Schotten soll ein seltenes Biotop wieder zu neuem Leben erwachen.
12. Januar 2018, 12:00 Uhr
Neben dem Roten Moor in der Hohen Rhön ist das Hochmoor in der Breungeshainer Heide das einzige großflächige Regenmoor in Hessen. (Foto: K. Bär)

Wie Felsen oder Steinbrüche werden Hochmoore als »Geotope« angesehen. So lässt sich am Hochmoor der Breungeshainer Heide der Wandel von Klima und Vegetation der letzten 9000 Jahre ablesen. Darüber hinaus ist das Hochmoor ein besonderer und extremer Lebensraum, der von spezialisierten Torfmoosen aufgebaut wurde – und leider durch Entwässerungsmaßnahmen schwer geschädigt wurde.

Aktuell werden im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Maßnahmen zur Renaturierung ergriffen. Im Vordergrund steht der Versuch, den Wasserhaushalt langfristig wieder auf einem hohen Niveau zu stabilisieren, um den einzigartigen Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Dazu stehen Fördermittel von Bund, Land und Vogelsbergkreis zur Verfügung.

Die verschiedenen Aspekte, die das Hochmoor betreffen, wird Wolfgang Wagner in einem Vortrag am Freitag, 26. Januar, um 19 Uhr im Vortragsraum der alten Forstschule Schotten (Karl-Weber-Str. 2) darstellen. Als Biologe ist er an den laufenden und noch vorgesehenen Maßnahmen beteiligt und kann über erste Ergebnisse berichten.

Veranstalter sind die Sektion Vogelsberg der DVG (Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft), der Verein Natur und Lebensraum Vogelsberg und das Naturschutzgroßprojekt. Alle Interessierten sind einladen, sich über die Entstehung, den aktuellen Zustand und die eingeleiteten Renaturierungsmaßnahmen im Hochmoor zu informieren.

Der Eintritt ist frei. Hintergrund: Neben dem Roten Moor in der Hohen Rhön ist das Hochmoor in der Breungeshainer Heide das einzige großflächige Regenmoor in Hessen. Bald nach der letzten Eiszeit begann sich Torf zu entwickeln.

Aber in den letzten Jahrhunderten erfolgten mit der Anlage von Entwässerungsgräben und Abtorfungen gravierende Einschnitte in das Moorsystem. Als es 1974 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, war das Hochmoor schon stark entwässert. Danach hat es Versuche zur Wiederherstellung gegeben, die Teilerfolge zeigten. Wolfgang Wagner beschreibt in seinem Vortrag, wie der zwar geschädigte, aber noch regenerierbare Wasserhaushalt des Hochmoores nun unter anderem durch kleine Staustufen unterstützt werden soll, die den Abfluss deutlich verzögern. Im Vortrag wird er auch über begleitende Beobachtungsflächen berichten, die Veränderungen und damit Erfolg oder Misserfolg der ergriffenen Maßnahmen aufzeigen. Kann es dieses Mal langfristig und durchgreifend gelingen, diese seltene Landschaftsform zu renaturieren?

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