Auf Spuren der Familie von Ontario nach Gemünden

Gemünden (eva). Anita und Cheryl Berg aus der Provinz Ontario in Kanada waren nun auf den Spuren ihrer Vorfahren zu Besuch in Nieder-Gemünden. Dabei nahmen sie Einblick in die Kirchenbücher.
12. April 2015, 20:53 Uhr
Hans Werner Henkel, Pfarrer Thomas Schill, Anita Berg, Thorsten Siegmund und Cheryl Berg (von links) in der Nieder-Gemündener Kirche vor Bildern des ehemaligen Pfarrers Friedrich Münch und seiner Frau Luise. (Foto: eva)

Begleitet wurden die beiden Cousinen von Hans W. Henkel aus Nieder-Ohmen. Zustande gekommen war das Treffen über eine Anfrage von Anita Berg-Griffith an das Stadtarchiv Alsfeld. Von dort hatte man sich an die »Hessische familiengeschichtliche Vereinigung e.V.« in Darmstadt gewandt, dessen Mitglied Hans W. Henkel ist. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Genealogie und hat Familienbücher von Lehrbach, Erbenhausen, Burg-Gemünden und Bleidenrod publiziert. Zur Zeit ist er auf Spurensuche in der Kirchengemeinde Nieder-Gemünden. »Ich hatte die Vorfahren von Anita und Cheryl Berg daher schon in der Datei«, sagt Henkel.

Es war der Nieder-Gemündener Schmied Peter Berg, der mit Ehefrau Anna Elisabetha, geb. Schmitt, und Sohn Heinrich nach Amerika ausgewandert war. Familie Berg landete nach der Schifffahrt in New York. Sie wanderte nach Kanada weiter, wo sie sich in Philipsburg, in der damaligen Provinz »Upper Kanada«, dem heutigen Ontario in einer Siedlung mit überwiegend deutschen Auswanderern niedergelassen hat.

Wie aus den Unterlagen von Anita Berg-Griffith ersichtlich, gab es dort Siedler mit den Namen Kressmann, Frag, Zehr, Erb, Schmitt, Diebel, Hofmann, Schultz, Eidt und Lanz. Die Familie Berg übernahm 50 acres (ein acre sind rund 4047 Quadratmeter) auf der Südseite der »Erbroad, Township of Wilmont« von Henry William Peterson.

In der vergangenen Woche lernten die Cousinen Anita und Cheryl Berg die Heimat ihrer Vorfahren kennen. In Begleitung von Thorsten Siegmund aus Berlin und Hans Henkel kamen sie an Gründonnerstag nach Nieder-Gemünden. Pfarrer Thomas Schill gab im Gemeindehaus Nieder-Gemünden Einblick in die Kirchenbücher.

Weiterhin wurden die Kirchen Nieder-Gemünden, Burg-Gemünden und Bleidenrod besichtigt. Sie sahen mehrere Orte, die in Bezug zu der Familie Berg stehen. In der Nieder-Gemündener Kirche sahen sie Bilder des Pfarrers Friedrich Münch und seiner Frau Luise. Friedrich Münch hatte 1833/34 zum Aufbau einer demokratischen »Teutschen Musterrepublik« in Amerika aufgerufen. Er war Mitbegründer der »Gießener Auswanderungsgesellschaft«. Nach seiner Auswanderung nach Amerika gründete er die Republikanische Partei mit und wurde als energischer Gegner der Sklaverei berühmt.

Sehr wichtig war für Anita und Cheryl Berg, noch lebende Verwandte kennen zu lernen. So wurden sie herzlich bei Familie Berg in Nieder-Gemünden und Kurt Wehrwein in Burg-Gemünden empfangen.

Der Besuch in der Heimat ihrer Vorfahren endete am Abend in Burg-Gemünden. Dort nahmen die Cousinen Berg und ihre Begleiter die Einladung zur Teilnahme am Gottesdienst mit Tischabendmahl, mit Pfarrerin Ursula Kadelka, im evangelischen Gemeindesaal, gerne an.

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