»Tierisch bunte« Ausstellung: Integration durch Kunst

11. Mai 2015, 15:03 Uhr
Besonders auffällig ist eine Pappmachéfrau an einem Tisch. (Foto: cc)

Irmgard Moll, Schlosspatriotin und Mitarbeiterin der Schottener Sozialen Dienste, sprach über die Arbeit im Atelier bei der Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag. Menschen mit Behinderung bekommen durch die beliebte Kunstwerkstatt, die 2001 gegründet wurde, die Möglichkeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und durch eine ganz neue Art und Weise in Kontakt mit der Gesellschaft zu treten. So auch am Sonntag, als Künstler und Kunstliebhaber aufeinander trafen. Unter dem Motto »Buntes Schloss« wurde die Ausstellung des Ateliers »Tierisch Bunt« eröffnet und zierte mit verspielten Pappmaché-Kreaturen und farbenfrohen Gemälden mit Textil, Holz sowie Farbe das Innere und Äußere des Schlosses. Ein Großteil der Kunstinteressierten hatte zuvor bei einem Picknick das schöne Wetter auf der Schlosswiese genossen oder bei Kaffee und Kuchen vom »kleinen Schlosscafé« entspannt. Irmgard Moll, die durch ihre Aktivitäten bei den Schottener Sozialen Diensten und den Schlosspatrioten doppelt in die Organisation involviert war, berichtete in ihrer Eröffnungsrede über die tage- und teilweise wochenlange Arbeit an den Skulpturen und Gemälden – was vielleicht nach viel Arbeit klingen mag, aber dafür mit Leidenschaft und Spaß verbunden war.

»Eine besonders große Motivation zum Malen und Modellieren stellt die Anerkennung dar – die Leute kommen auf dich zu und fragen nach deinen Werken. Das ist ein tolles Gefühl, und die Künstler mit Handicap erfahren dadurch eine besondere Beziehung zur Gesellschaft«, berichtete Elke Thiele, Ansprechpartnerin des Ateliers, das seinen Sitz im Schottener Vogelpark hat. Durch den Kontakt zu den Tieren und Aktivitäten wie gemeinsames Schwimmen und Nordic Walking bekommen die insgesamt 18 Künstler ihre Inspiration und ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Ramona Helm, Künstlerin des Ateliers, wird besonders durch Schlossbesichtigungen und Mittelalter-Events inspiriert. Sie beschäftigt sich gerne mit Feen, Rittern und mystischen Themen – dies spiegelte sich auch in ihrer Kleidung wider. Passend zum Homberger Schloss trug sie ein Burgfräulein-
Gewand und hielt ebenfalls eine kleine Ansprache.

In kleinen Arbeitsgruppen wurde sich mit dem Thema »Buntes Schloss« in unterschiedlichsten Arten auseinandergesetzt. »Jeder Künstler hat seine individuelle Handschrift«, so Irmgard Moll. Vor der Gründung des
Ateliers nutzte ein Großteil der Künstler die von den Schottener Sozialen Diensten angebotenen Jobs in der Verpackungsarbeit. Durch das Sortieren von Schrauben können die Betreuten zwar Geld verdienen, arbeiten jedoch für sich allein, da sie ein gewisses Pensum zu erfüllen haben. »Mit der Möglichkeit, die das Atelier ihnen dann bot, konnten sie ohne Druck arbeiten und halfen sich gegenseitig. Mit Schrauben kann man keine Gemeinschaft erzeugen – mit Kunst schon«, berichtete Moll.

Von 8 bis 16 Uhr wird emsig in der Schottener Kunstwerkstatt gearbeitet. Die Werke werden nicht nur für Ausstellungen angefertigt, sondern teilweise auch von Firmen oder Privatpersonen beauftragt. »Der wohl größte Auftrag war für ein 5-Sterne-Hotel in der Schweiz. Wir haben riesige Karnevalsmasken angefertigt – die Arbeit daran und das Endergebnis waren einfach nur überwältigend«, erinnerte sich Elke Thiele.

Die Ausstellung befindet sich bis 31. Mai in den Räumlichkeiten des Schlosses und ist sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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