Eintauchen ins 11. Jahrhundert

05. Juli 2015, 14:43 Uhr
Viola Euler erläuterte anhand der stummen »Mathilde über die Kleiderordnung vor Jahrhunderten.

Eindrucksvoll eröffneten in Kutten gehüllten Schlosspatrioten so die Ausstellung »950 Jahre – Ersterwähnung Homberg an der Ohm« und versetzten die Besucher gleich zurück in das 11. Jahrhundert.

»Keine neue Folge von »Um Himmels Willen« soll dies hier sein, sondern eine Ausstellung, die in sechsmonatiger Arbeit von geschichtsinteressierten Schlosspatrioten vorbereitet wurde«, begrüßte Prof. Bernhard Streck die Besucher. Vor 950 Jahren wurde Homberg – damals »Hohunburch« genannt – im Rahmen einer Schenkung des salischen Königs und späteren Kaisers Heinrich IV an das Kloster Hersfeld erstmals urkundlich erwähnt. Da musste eine Ausstellung her. »Viele haben geholfen, dass dies alles hier so zu sehen ist – in den ausgelegten Ordnern sind inhaltlich noch viel mehr Informationen geschrieben als hier auf den unter Federführung von Benedikt Klein gestalteten Fahnen zu sehen ist.«

Die von der Stadt Homberg unterstützte Ausstellung ist nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. So schaut man beim Betreten der Kapelle auf die mit dem gotischen Fenster durchbrochene Ostwand, auf der die Geschichte des Homberger Wappens und eine Urkunde mit urkundlicher Erwähnung Hombergs zu sehen ist. Auf der Südwand wird die Homberger Lokalgeschichte behandelt, die von Reiner Grünewald vorgestellt wurde. So gehörte Homberg wohl einst zu einem Grafen Werner, der aus dem Schwäbischen stammte und Träger der Reichssturmfahne war. Auch das Siegel des Meingot Gulden – Bürge bei den Langsdorfer Verträgen von 1263 – ist auf einer der Abbildungen zu sehen.

Die Nordwand widmet sich den Königen und Kaisern des 11. Jahrhunderts – Mittelpunkt ist hier Heinrich der IV, der die Schenkung vor 950 Jahren machte.

Weltgeschichtliche Ereignisse des Mittelalters sind an der Westseite zu sehen – Prof. Bernhard Streck gab einen informativen Einblick in die Riesenreiche und wohlhabenden Dynastien der damaligen Zeit, bevor er an Beate Goßfelder-Michel weitergab, die auf einen Konsolstein hinwies, der jetzt von einer in mühvoller Feinstarbeit hergestellten Kopie des Januskopfes aus der Homberger Stadtkirche geschmückt wird.

Abschließend stellte Viola Euler noch
»Mathilde – die stumme Zuhörerin« vor, anhand der sie die Kleidung, die damals streng vorgeschrieben war, anschaulich erklärte. So ist Mathilde »unter der Haube«, also verheiratet, denn nur unverheiratete Mädchen durften ohne Kopfbedeckung sein.

Mit einem von Schalmei und Trommel begleiteten Minnesang (Gesang: Heinrich von Haugwitz aus Langenstein) endete diese wunderbare Eröffnung einer kleinen, aber sehr hochkarätigen Ausstellung, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt. Die Schlosspatrioten luden noch zum Verweilen bei kühlen Getränken und Snacks an, was von den Besuchern bei angenehm wehendem Lüftchen auf dem Schlossgelände gerne angenommen wurde. Die Ausstellung ist noch
jeden Sonntag von 14 ist 17 Uhr bis zum
3. Oktober geöffnet.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gregorianischer Gesang
  • Homberg
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.