Für Nutzungskonzept muss man sich Zeit lassen

11. März 2012, 16:08 Uhr
Viele Besucher wollten am Freitag Abend etwas über die Zukunft des Schlosses hören. Im Hintergrund waren die Merkzettel mit Stimmen von Besuchern der offenen Schlosstage ausgehängt. (Fotos: ks)

Rund 200 Besucher waren gekommen. Wer sich allerdings Aussagen über eine mögliche Nutzung erwartet hatte, dessen Erwartungen wurden zunächst gedämpft. Denn ein sinnvolles Nutzungskonzept sei nicht im Hauruck-Verfahren zu machen, hieß es. Das könne gar Jahre dauern.

Unter der Moderation von AZ-Redaktionsleiter Rolf Schwickert gab es zunächst auf dem Podium einige Stellungnahmen zur aktuellen Situation. Bürgermeister Prof. Béla Dören zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf die beiden offenen Schloss-Sonntage. »Es war richtig was los in der Stadt, die Autos standen bis zum Kreisel,« freute er sich. Fast sei es ein jetzt bisschen schade, dass an diesem Sonntag nichts auf dem Gelände los ist. Er warb erneut für den Kauf, der eine echte Chance für die Stadt sei. Er riet, an die Nutzung mit einem offenen Konzept zu gehen, welche das Zusammenwachsen der Stadtteile unterstützt. »Das bisschen Leuchtturm, das wir hier haben, sollten wir nicht vernachlässigen.« Zu klären sei auch, welche Förderprogramm es gibt und die Nutzungskonzepte danach zu strecken. Die Nutzung solle auch nicht in Richtung »schmuckes Haus oder Denkmal« gehen, sondern die Inhalte seien wichtig. Der Gutachter Otto Selzer (Antrifttal) bezifferte die Kosten für eine erste Sicherung des Gebäudes (Dach und Gefache) auf rund 61 000 Euro. Der Bodenwert des gesamten Geländes wurde mit rund 629 000 Euro ermittelt. Über die weiteren Kosten könne noch nichts gesagt werden, das hänge ganz von der angestrebten Nutzung ab. Seriöserweise gehe man von höchstes 700 Euro pro Kubikmeter aus. Etwas Geld werde sicher auch das Landesamt für den Denkmalschutz für zur Verfügung stellen. »Der größte Brocken bleibt natürlich bei der Stadt,« so Selzer. Ob der Brocken wirklich so groß bleiben muss, das hänge auch an möglichen Refinanzierungsmöglichkeiten, die es durchaus gibt, so der Bürgermeister. Der Vorteil des Schlosses sei zudem, »dass es nicht zu groß ist.« In der anschließenden Debatte wandte eine Besucherin ein, man höre doch immer, die Stadt habe kein Geld? Ob man sich das Geld für den Schlosskauf dann leihen müsse? Das ist nicht so, meinte der Bürgermeister, die Stadt habe etwas auf der hohen Kante, außerdem habe sich die Haushaltslage deutlich gebessert. Holger Zuleger meinte, diese Chance solle man auf jeden Fall nutzen, das betreffe noch die Kinder und Enkel derer, die heute entscheiden. Auf die Frage einer Zuhörerin nach den Pflegekosten antwortete der Bürgermeister, dass der Bauhof diese im Außenbereich übernehmen werde. Bedenken zum Brandschutz könnten ebenfalls entkräftet werden. Hartmut Kraus zitierte einen Denkmalschutzexperten, der den Hombergern in Sachen Schloss vor allem zu »Zeit und Flexibilität« rät. Auch sei das Gründen eines Fördervereins sinnvoll. »Aus dem Schloss ist auf jeden Fall was zu machen,« meinte auch Jürgen Thorn vom Vorstand des Gewerbevereins. Auf jeden Fall sei schon eine wichtige Diskussion in Gang gekommen, was sehr zu begrüßen sei.

Auch die Vertreter der Fraktionen auf den Podium äußerten sich zustimmend: »Eine große Chance, weil die Bürger dahinterstehen« (SPD-Vertreter Dr. Gunkel), »Kaufen und sichern« (N. Reinhardt von der CDU), »Schon wegen unserer Geschichte wichtig« (H. M. Diening von der FDP) und »Ein Symbol unserer Stadt« (H.-G. Maiß von der FW). Ein Konzept für die Nutzung sei allerdings nicht im Hauruck-Verfahren zu machen, so Diening. Auch CDU-Vertreter Reinhardt räumte ein, dass das zunächst geforderte schlüssige Konzept in der Kürze der Zeit nicht machbar sei. »Ein Neuschwanstein wird es auf jeden Fall nicht,« so Dr. Gunkel.

Damit waren sich jedenfalls alle einig in dem Sinne, wie es ein Besucher auf dem Merkzettel ausgedrückt hat: »Homberg ohne Schloss ist wie Köln ohne Dom!.«

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