Nicht mehr für jede Schraube nach Kirchhain fahren

16. März 2013, 11:48 Uhr
Im dichten Schneetreiben nahmen Verantwortliche der Raiffeisen Waren GmbH und der VR Bank HessenLand unter den Augen zahlreicher Ober-Ofleidener und Homberger den Spatenstich für den neuen Baumarkt vor. (Foto: ks)

In den nächsten Monaten lässt die Raiffeisen Waren GmbH einen neuen Baumarkt neben dem Ohmcenter errichten. Das Vorhaben wurde schon vor längerer Zeit angekündigt, doch vorher waren noch einige Hürden aus dem Weg zu räumen. »Nächste Woche können wir loslegen,« zeigte sich Geschäftsführer Armin Pfeil am Dienstag Abend vor den Teilnehmern einer Feier optimistisch. Neben Vertretern der Stadt und des Ortsbeirates waren zahlreiche weitere Homberger und Ober-Ofleidener gekommen. Nach langer Vorplanung und vielen Gesprächen sei es endlich soweit, meinte Pfeil erfreut.

Für die Raiffeisen Alsfeld-Kirchhain, wie sie auch heißt, ist das Bauvorhaben eine Premiere: man baue nicht auf eigenem Gelände, sondern habe mit der Familie Christ einen geeigneten Partner gefunden, der ein Grundstück zur Verfügung stellte. Armin Pfeil bedankte sich bei Unternehmer Karl Christ ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit, ein Lob, das dieser umgehend zurückgab.

Zum Hintergrund der Arbeiten erläuterte Pfeil, der bestehende Markt am Neuhaus platze aus allen Nähten, gerade die Entwicklung in der Landwirtschaft unter dem Stichwort »immer größer, immer schneller« habe zu neuem Bedarf geführt. Das gelte aber auch für den sonstigen Handel mit Baustoffen und Werkzeugen. Man habe nach einem gesonderten neuen Standort gesucht und komme damit auch einem Wunsch aus der Bevölkerung nach. Mit dem jetzigen Standort werde das Ohmtalcenter »noch einmal aufgewertet,« zudem sei die Lage für Anrainergemeinden wie Rabenau, Ebsdorfergrund oder Amöneburg interessant. »Wir hoffen mit dem neuen Markt den modernen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden,« so Pfeil weiter. Die Raiffeisen Waren GmbH investiert dafür in den nächsten Monaten rund 1,5 Millionen Euro. Und bei den Arbeiten würden fast zu 100 Prozent heimische Firmen beschäftigt, was ein nicht ganz unwichtiger Faktor sei. Für das Projekt brauche man starke Verbündete und Pfeil verwies hier noch einmal auf Projektpartner Christ, »der mit viel Begeisterung und Engagement daran geglaubt hat. « Dank galt aber auch der VR Bank HessenLand, der RWZ Rhein-Main, dem Kreisbauamt, dem Architekturbüro Lintner sowie den Verantwortlichen bei der Stadt, aber auch den Mitarbeitern. Für den Herbst ist die Eröffnung des Marktes angestrebt, so Pfeil, damit es nicht mehr heißt, »dass man für jede Schraube nach Kirchhain fahren muss.«

Erster Stadtrat Michael Rotter dankte für den Entschluss der Raiffeisen, an diesem Standort zu bauen, und verwies auf die Bemühungen der Stadt etwa für eine künftige gute Verkehrsanbindung.

Volker Lintner vom beauftragten Architekturbüro verwies auf die zwei Jahre bis zur Genehmigung, »das Gebäude werden wir schneller bauen.« Es wird einenAusstellungs- und Verkaufsraum mit 900 Quadratmetern, eine überdachte Freifläche mit 160, ein Palettenlager mit 1000 und eine Anlieferung mit 450 Quadratmetern Fläche haben. 125 Parkplätze sollen zur Verfügung stehen.

Ralph Kehl vom Vorstand der VR Bank HessenLand äußerte, man sei sehr stolz auf die »wohl geratene Tochter Raiffeisen Waren GmbH.« Er verwies zudem auf erhebliche Investitionen von über 8 Millionen Euro in den vergangenen drei Jahren für den Bereich Baustoffe und Landwirtschaft. Hier könne man die gute Verankerung in der Region als Trumpf ausspielen, »denn wir kennen die Bedürfnisse der Kunden,« so Kehl.

Bernhard Simmer vom Beirat der Raiffeisen zeigte sich erfreut, dass der Warenbereich auf so gesunden Füßen steht, das sei sicher auch mit der Kompetenz der Mitarbeiter in den Märkten zu verdanken.

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