Mücke

Vorgabe für Betreuung unter Dreijähriger erfüllt

19. April 2012, 15:48 Uhr
Die Einrichtung in Atzenhain soll im neuen Kindergartenjahr als Tagesstätte umgewandelt werden und eine Gruppe mit vier unter Dreijährigen sowie eine altersübergreifende mit sieben Kleinen aufnehmen. (Fotos: rs)

Mücke (rs). Rund ein Drittel der unter Dreijährigen werden zum neuen Kindergartenjahr 2012/13 betreut werden können. Dies kündigte Bürgermeister Matthias Weitzel am Mittwoch Abend bei einer Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur und Soziales an. Bei der Sitzung im Verwaltungsgebäude in Merlau stellte der Verwaltungschef aber auch in Aussicht, dass die seit 2006 konstant gebliebenen Kindergartengebühren erhöht werden müssten. Denn die Betreuung der unter Dreijährigen sei sehr kosten- weil personalintensiv. Einstimmig beschlossen wurde vom Ausschuss ein Begrüßungspaket für neugeborene Kinder in der Gemeinde.

Einen 50-Euro-Gutschein für das Hallenbad Mücke sowie ein Babyhandtuch (die Vorschläge Quitsche-Entchen und Mützchen waren fallen gelassen worden) mit der Aufschrift »Herzlich willkommen in Mücke« soll das geplante Begrüßungspaket für neugeborene Kinder in der Gemeinde enthalten. Ob und wenn ja welche Art von Broschüre dem Paket eventuell beigelegt wird, steht noch aus, nachdem zunächst nicht geklärt werden konnte, um welche Art von Broschüre es sich nach einem Antrag der CDU handelt. Zudem kam ein Hinweis von einem weiblichen Mitglied des Ausschusses, selbst junge Mutter, derartige Broschüren lägen kostenfrei in Apotheken aus und seien für die ersten Lebensjahre sehr informativ. Das neue Begrüßungspaket soll auch an die Eltern ausgehändigt werden, die mit einem bis zu ein Jahre alten Kind nach Mücke ziehen.

Das landesweit geforderte Betreuungsangebot für 35 Prozent der unter Dreijährigen wird die Gemeinde zum neuen Kindergartenjahr 2012/13 erreichen. Das stellte Bürgermeister Weitzel in seinem Bericht zu den Planungen im neuen Kindergartenjahr in Aussicht. Damit erfülle Mücke den geforderten Standard ein Jahr vor dem allgemein angestrebten Zeitpunkt. Bislang sind in Mücke in den Kindergärten Atzenhain, Merlau und Groß-Eichen Plätze für unter Dreijährige vorhanden, insgesamt sind es 34.

Neuerungen gibt es in Atzenhain,
Ruppertenrod und in Nieder-Ohmen

Der Bedarf sei allerdings größer, sagte
der Bürgermeister, und auch die geforderten 35 Prozent dürften auf mittlere Sicht die Nachfrage nicht decken. Zunächst werde die Gemeinde nach den Sommerferien 20 neue Plätze schaffen, so dass dann nur noch zwei oder drei zu den geforderten 35 Prozent fehlten. Im Einzelnen werde man in Ruppertenrod vormittags eine zweite altersübergreifende Gruppe einrichten, unter den 15 Kindern könnten sieben unter Dreijährige sein. Die Einrichtung in Atzenhain solle als Tagesstätte umgewandelt werden und eine Gruppe mit vier unter Dreijährigen sowie eine altersübergreifende mit sieben Kleinen aufnehmen. In Nieder-Ohmen werde man eine Gruppe entsprechend einrichten, wenn sich der Bedarf stelle.

Zu den Kosten informierte Bürgermeister Weitzel, bei 110 Wochenstunden mehr spreche man von drei zusätzlichen Arbeitskräften. In diesem Zusammenhang stellte der Bürgermeister heraus, dass der Personalvorhalt in der Gemeinde immer großzügig rund zehn Prozent über den Vorgaben gelegen habe, um beispielsweise Krankheitsfällen besser begegnen zu können. Neue Kräfte oder zeitweise Vertretungen seien inzwischen generell sehr schwer zu bekommen, weil die Ausbildung mit dem gestiegenen Bedarf nicht Schritt gehalten habe. Zudem würden im Rhein-Main-Gebiet Erzieherinnen zwei bis drei Stufen über Tarif bezahlt, in Bad Homburg werde ihnen gar noch eine Wohnung finanziert. Bürgermeister Weitzel stellte eine Erhöhung der Kindergartengebühren in Aussicht, denn die letzte datiere von 2006, nachdem 2010 eine geplante in der Gemeindevertretung abgelehnt worden sei.

Allgemein äußerte der Bürgermeister seine Einschätzung, dass der für die Kommunen sehr kostenintensive Bereich Kinderbe-
treuung eine bessere Finanzausstattung von oben verdiene. In diesem Zusammenhang wertete er das Betreuungsgeld des Bundes von 150 Euro als kontraproduktiv, denn das verleite Eltern, die tagsüber zu Hause seien, eventuell sogar Kinder aus den Betreuungseinrichtungen abzuziehen. Damit liefen diese Kinder zudem Gefahr, später den Anschluss in der Schule nicht zu bekommen. Weitzel hielt es für besser, wenn das Betreuungsgeld in die kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen fließen würde. Das würde die finanzielle Belastung der Kommunen zumindest etwas mindern.

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