Nidderau

Wohnungen für Flüchtlinge dringend gesucht

Der große Zustrom von Flüchtlingen scheint vorerst gestoppt. Doch die Probleme, die sich mit ihrer Zuteilung auf die Kommunen ergeben haben, sind weiter vorhanden. Vorallem fehlt es an Wohnraum.
18. Oktober 2017, 16:00 Uhr
In der Sammelunterkunft in Heldenbergen leben derzeit noch 77 Flüchtlinge. Zumeist alleinstehende Männer. Das soll so aber nicht bleiben. (Fotos: jwn)

»Es fehlt außerdem an hilfreichen Händen und an Geld von Bund und Land«, macht sich der Erste Stadtrat zugleich Sozialdezernent und Kämmerer von Nidderau, Rainer Vogel (Grüne) Sorgen um die Zukunft. Zufriedenstellende Integration funktioniere seiner Ansicht nur, wenn die Gefahr der Gettoisierung der Flüchtlinge aus dem Wege geräumt ist.

In der Anfangszeit, also im Herbst 2015, als die Flüchtlinge in Massen nach Deutschland strömten, seien Sammelunterkünfte »der einzige Ausweg« gewesen. Schnell sei Langeweile und Frust aufgekommen. In vielen Kommunen kam es deshalb im Umfeld von Sammelunterkünften oftmals zu Ausschreitungen.

Über 100 Flüchtlinge auf engem Raum
 

So auch in Nidderau. Trotz aller Bemühungen vonseiten der Verwaltung hatte man es wegen des großen Ansturms nicht vermeiden können, im Ortsteil Heldenbergen in den Räumen einer einstigen Möbelfirma eine Sammelunterkunft einzurichten. 180 Plätze waren dort auf engstem Raum vorgesehen. Die wurden zwar nie vollständig ausgeschöpft, doch über Monate lebten dort ständig mehr als 100 meist alleinstehende männliche Flüchtlinge. Mit der Folge, dass in diesem Sommer die Polizei fast regelmäßig nachts anrücken musste, um Streit zu schlichten.

Erster Stadtrat Rainer Vogel kümmert sich um die Flüchtlingsthematik.
Erster Stadtrat Rainer Vogel kümmert sich um die Flüchtlingsthematik.

Aus Frust und Übermut schlugen einige der Flüchtlinge nachts sogar Feuermelder ein, so dass die Feuerwehr trotz falschen Alarms immer wieder anrücken musste. Übrigens auch sehr zum Unmut der Bürger in der näheren Umgebung, denn die wurden durch das Martinshorn regelmäßig aus dem Schlaf gerissen.

Erst als die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst organisierte, besserte sich die Situation. »Unser Ziel ist es, die Sammelunterkunft schnellstmöglich aufzulösen, aber dafür brauchen wir ganz dringend noch mehr Wohnungen«, appelliert Vogel an die Nidderauer Hausbesitzer.

Familiennachzug kein Thema

Auch zu der derzeit anstehenden Frage der Familienzusammenführung hat Vogel eine klare Meinung. »In Nidderau gibt es zurzeit nur sieben Anträge auf Familiennachzug. Für uns als Stadt also kein Thema«, sagt der Grünen-Politiker. Er hält die Familienzusammenführung aber deshalb auch für richtig, weil nur so der Integrationsprozess seiner Ansicht nach auf Dauer zum Erfolg führen würde. »Denn wenn es kleine Kinder im Kita- oder Schulalter gibt, dann funktioniert die Integration der ganzen Familie meist problemlos über die Kinder«, argumentiert Vogel.

Sorgen bereiten ihm hingegen weiterhin die jungen alleinstehenden Männer. Auch in diesem Falle sieht er die Verantwortung beim Bund. Sollte der diesem Personenkreis die Möglichkeit bieten, sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt legal nach einer geeigneten Beschäftigung umsehen zu dürfen, so könnte viel Ärger und Reibereien zwischen den Flüchtlingen und mit der Bevölkerung vermieden werden.

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