Äppelwoi mit »Tieffliegern«

03. Januar 2018, 20:26 Uhr
Ein Herz für Schwalben (v. l.): Mirko Franz mit Ulli und Heike Schwabe von der »Roten Pumpe«. (Foto: pv)

Noch kennt man sie als Flugkünstler und Sommerboten: Schwalben. Doch in Deutschland gibt es sie immer seltener. Mit der Aktion »Schwalbenfreundliches Haus« will der Naturschutzbund dem Trend entgegenwirken und zeichnet dazu bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen. Pünktlich zum bevorstehenden Frühling konnte Mirko Franz vom NABU Bad Nauheim jetzt Heike und Ulli Schwabe aus Nieder-Mörlen im Auftrag der zentralen Schwalben-Koordinationsstelle des NABU-Bundesverbandes als »schwalbenfreundliche Hausbesitzer« auszeichnen.

In der Scheune der Schwabes brüten Rauchschwalben, am Wohnhaus ein Mehlschwalbenpaar. In der Bewerbung schrieb Ulli Schwabe: »Wir betreiben von März bis September eine Straußwirtschaft in unse-rem Hof. Oft fliegen die Schwalben tief über unsere Gäste und fangen Insekten. Die Rauchschwalben sind schon viele Jahre zu Gast bei uns und schauen bei Fußballspielen, die wir auf Leinwand in unserer Scheune übertragen, aus ihrem Nest zu.« Auch großer Jubel und viele Menschen unter ihrem Nest störe sie offenbar nicht.

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalbe aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in den Dörfern und Städten zu brüten. Mit ihrem fröhlichen Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. »Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren«, lautet ein deutsches Sprichwort.

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. »Ihre Zahl geht seit Jahren zurück, auch in Bad Nauheim«, sagt Mirko Franz. In Städten verschwänden zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig würden die Nester auch illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht, wie der NABU-Vorsitzende sagt.

Gleichzeitig werde die Landwirtschaft immer stärker intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Franz: »Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden zubetoniert, sodass unsere Glücksbringer weniger Pfützen und den daraus benötigten Lehm für ihren Nestbau finden.« Zudem gebe es durch Acker-Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten.

Mit der Aktion »Schwalbenfreundliches Haus« will der NABU Bad Nauheim dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze zu erhalten und neue zu schaffen. »Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten«, erklärt Franz.

Weitere Infos zum »Schwalbenfreundlichen Haus« und die Möglichkeit, sich um eine Auszeichnung zu bewerben, unter www.NABU-Bad-Nauheim.de.

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