"Mein Lieblingsplatz"

Bei Stefanie Kling war es Liebe auf den ersten Blick

»Die Kirchen im Dekanat sind meine Lieblingsplätze«, sagt Prädikantin Stefanie Kling aus Stammheim. Ein Kirchlein hat es ihr jedoch besonders angetan: die Gustav-Adolfs-Kirche in Ober-Mörlen.
25. Dezember 2017, 10:00 Uhr
Stefanie Kling an ihrem Lieblingsplatz mit der Bibel vor dem Altar in der Ober-Mörlener Gustav-Adolfs-Kirche. (Fotos: ach)

D ie 1926 im barocken Stil errichtete ovale evangelische Gustav-Adolfs-Kirche in Ober-Mörlen ist ein Kleinod inmitten des Ortes – ein Hingucker. Sie ist nach dem Schwedenkönig Gustav Adolf, einem Verfechter der Reformation vor 500 Jahren, benannt. »Die Kirche ist schön hell und freundlich, klein, gemütlich und hat eine besondere Form«, fasst Prädikantin Stefanie Kling zusammen, weshalb das Kirchlein einer ihrer Lieblingsplätze im Dekanat Wetterau ist. Am Kreuz in Mosaik-Technik hänge kein gepeinigter Jesus, der ihre kleine Tochter andernorts schon schockiert habe.

Kreuz stammt aus den 70ern

Das moderne Kreuz stammt aus den 70ern. Wenn es von zwei Scheinwerfern abgestrahlt wird, entsteht ein Schattenwurf, der die drei Kreuze von Golgatha symbolisieren soll, wie Pfarrer Jürgen Rumpf erläutert. Auf der Empore befindet sich die Orgel, der Altar ist aus Sandstein und Messing, die Taufschale, gestiftet vom Gustav-Adolf-Frauenverein Bad Nauheim, aus Silber. Im mit Naturschiefer gedeckten Glockenturm erklingen zwei Glocken.

Stefanie Kling ist seit elf Jahren Prädikantin und hat schon in einigen Kirchen in der Wetterau Gottesdienste gehalten. Jetzt aber macht sie erst einmal eine Pause, weil sie Ende Januar ihr zweites Kind erwartet. »Ich fühle mich generell wohl in Kirchen«, sagt die junge Frau. Das führt sie auf ihre Erziehung zurück, ihr Urgroßvater sei Vorsitzender des Kirchenvorstands gewesen und ihre Oma väterlicherseits habe sie bereits als Dreijährige mit in den Gottesdienst genommen. »Ich habe immer in der ersten Reihe bei der Pfarrerin gesessen«, erinnert sich Kling. Bis zum Beginn ihres Mutterchutzes war die gelernte Bürokauffrau beim evangelischen Regionalverband in Frankfurt beschäftigt. Kürzlich hat sie als Prädikantin in Herborn eine Zusatzausbildung für Trauungen und Beerdigungen gemacht und eine Prüfung dazu abgelegt.

 

Für mich ist Weihnachten erst, wenn ich in der Kirche war

Pfarrerin Stefanie Kling

 

»Jetzt darf ich auch bei diesen Anlässen predigen«, erzählt die Stammheimerin, die zwar mit den Jahren schon eine Routine beim Predigen entwickelt hat, aber, eine Vorbereitung könne schon mal bis zu drei Stunden dauern«. Da ihr Mann im Schichtdienst arbeitet, springen ihre Eltern oft ein und kümmern sich um die Tochter. »Ohne meine Eltern wäre das nicht möglich, ich bin ihnen sehr dankbar.«

»Ich bin ein gläubiger Mensch«, bekennt Stefanie Kling und fügt hinzu: »Für mich ist Weihnachten erst, wenn ich in der Kirche war. Der Gottesdienst an Heiligabend ist für mich Pflicht und Bedürfnis. Wenn wir ›O du fröhliche‹ gesungen haben, dann habe ich das Gefühl, jetzt ist Weihnachten, das Jesuskind, der Retter der Welt, ist da.« Ihre Tochter Sophie sei übrigens an einem Sonntag zur Gottesdienstzeit geboren.

In der Kirche finden nur 65 Gottesdienstbesucher Platz, maximal 100, wenn noch ein paar Stühle dazugestellt werden. Das wird wohl an Heiligabend der Fall sein, wenn um 22 Uhr die Weihnachtsmette beginnt.

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