Wahl

So lief der Wahlsonntag: Deutschland vor Jamaika-Koalition, Direktmandat für Helge Braun

Deutschland wählt einen neuen Bundestag. Und natürlich entscheiden auch wir Hessen mit. Die Ereignisse im Bund und in Mittelhessen in der Nachlese.
24. September 2017, 17:15 Uhr
 
Fotostrecke: Der Wahlabend im Giessener Rathaus

Was Helge Braun zum Gewinn des Direktmandats sagt

"Es ist nicht selbstverständlich, dass wir diesen Wahlkreis nun zum dritten Mal in Folge gewonnen haben. Ich bin erleichtert, dass das wieder geklappt hat, denn wir haben schwierige Jahre hinter uns. Matthias Körner danke ich für den fairen Wahlkampf. Die Koalitionsbildung wird nicht einfach, aber die CDU als einzige Ü30-Partei und die Bundeskanzlerin haben trotz der Verluste, die schmerzen, den klaren Auftrag, eine neue Regierung zu bilden. Ich würde gerne weiterhin an führender Stelle in der Regierung mitarbeiten, aber die Konstellation wird vermutlich eine völlig andere sein als bisher. Vorläufig werde ich die Funktion im Kanzleramt ja weiter ausüben."

Foto: Schepp
23:23 Uhr

Diese vier Gießener gehen nach Berlin

Helge Braun (CDU): Der 44-jährige Kanzleramtsminister von der CDU geht in seine bereits vierte Wahlperiode. Barun ist gelernter Arzt mit Doktor- und Professorentitel und lebt im Gießener Südviertel. Uwe Schulz (AfD): Der 56-jährige Telekom-Manager aus Pohlheim ist Kreisvorsitzender der AfD im Kreis Gießen, Kreistagsmitglied und war Wahlkreis-Direktkandidat. Joana Cotar (AfD): Die 44-jährige Politologin und Kreistagsabgeordnete aus Langgöns kandidierte nur auf der Landesliste der AfD. Hermann Otto Solms (FDP): Der 76-jährige Licher feiert nach vierjähriger Zwangsunterbrechung ein Bundestags-Comeback mit seiner FDP.

23:21 Uhr

Das vorläufige Endergebnis ist da

Alle 329 Wahlbezirke im Wahlkreis 173 Gießen-Alsfeld sind ausgezählt. Demnach gewinnt die CDU 30,1 Prozent der Zweitstimmen. Es folgen die SPD mit 23,9 Prozent, die AfD mit 12,4 Prozent, die FDP mit 10,3 Prozent, die Grünen mit 9,7 Prozent und die Linke mit 8,4 Prozent. Das Direktmandat geht mit an Helge Braun von der CDU, der 35,1 Prozent der Erststimmen holte, Matthias Körner von der SPD schafft es auf 28,2 Prozent.

23:17 Uhr

Keine Gießener Grüne im Bundestag

Eva Goldbach, die für die Grünen in den Bundestag einziehen wollte, erklärte: "Für mich hat es wohl nicht gereicht, aber mit dem Ergebnis der Grünen insgesamt bin ich sehr zufrieden. Das Wahlergebnis für die AfD ist für Deutschland eine Zäsur. Wenn die SPD in die Opposition geht und damit die AfD als Oppositionsführer verhindert, müssen die anderen drei Parteien koalieren. Der Wahlkampf im Kreis Gießen mit einer großartigen Truppe war klasse und eine gute Erfahrung. Ich bin jetzt warmgelaufen für den Landtagswahlkampf 2018."

22:42 Uhr

Hunderte demonstrieren in Frankfurt gegen Rechtsruck

Bis zu 800 Menschen haben nach Polizeiangaben am Sonntagabend in Frankfurt gegen den Einzug der AfD in den Bundestag und einen «Rechtsruck» demonstriert. Sie zogen friedlich durch die Innenstadt. Zu Zwischenfällen kam es nicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Linke Gruppen hatten zu der Demonstration aufgerufen.

22:16 Uhr

Wie hat die Universitätsstadt gewählt?

74 von 76 Wahlbezirken in der Stadt Gießen sind ausgezählt. Das Ergebnis weicht doch deutlich vom Bundestrend ab.

21:56 Uhr

Nun ist es offiziell: Bender bleibt nicht Bürgermeister von Biebertal

Jetzt ist es amtlich: Amtsinhaber Thomas Bender verpasst die Stichwahl ums Bürgermeisteramt in Biebertal. Im Rennen sind nun Patricia Ortmann und Michael Borke. Letztlich war es aber denkbar knapp: Ortmann kam klar auf 41,7 Prozent der Stimmen. Borke erhielt 25,3 Prozent und Bender auf 24,6 Prozent. In tatsächlichen Stimmen sind das: 48! Die Stichwahl ist für den 15. Oktober terminiert.

21:14 Uhr

Überraschung in Biebertal bahnt sich an

Im Rennen um das Bürgermeisteramt in Biebertal bahnt sich eine kleine Überraschung an: Amtsinhaber Thomas Bender liegt nach neun ausgezählten von elf Wahlbezirken bei 22,7 Prozent und verpasst damit wohl die Stichwahl. An den Stellen eins und zwei liegen Patricia Ortmann mit 42,2 Prozent und Michael Borke mit 27 Prozent. Wie überall gilt: Briefwähler sind noch nicht dabei.

20:58 Uhr

Aktueller Stand nach 279 von 329 Wahlbezirken in Gießen

20:42 Uhr

Zwei Gießener AfDler im Bundestag

Mit Uwe Schulz und Joana Cotar werden zwei Mittelhessen für die AfD in den Bundestag einziehen. Schulz sieht die kommenden vier Jahre als Herausforderung: "Wir ahnen jetzt bereits, dass die Bundestags-Verwaltung die AfD behindern wird, wo sie nur kann." Beide AfDler wollen ihr Kreistagsmandat behalten. Ein Porträt über Uwe Schulz lesen Sie hier. Neben Schulz und Cotar werden zwei weitere Abgeordnete aus Gießen nach Berlin gehen: Helge Braun für die CDU und Hermann Otto Solms für die FDP.

20:15 Uhr

Körner glaubt in Gießen nicht an Landeslisten-Platz

Matthias Körner geht nicht mehr davon aus, dass sein Platz auf der SPD-Landesliste für den Einzug in den Bundestag reicht: "Schade, ich hätte es gerne gemacht", sagte er gegenüber dieser Zeitung. Damit wäre die SPD Gießen erstmals seit dem Krieg ohne Mitglied im Bundestag. Bei der CDU dagegen bibbert man noch ein wenig ums Direktmandat für Helge Braun. Einschätzung unseres Experten Burkhard Möller: Da brennt nichts mehr an. Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich ist derweil erleichtert über das Abschneiden der Grünen: "Dass wir uns sogar verbessert haben, ist erfreulich!"

20:15 Uhr

Thorsten Schäfer-Gümbel zur AfD

Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sagte, es sei bitter für alle Demokraten, dass mit der AfD zum ersten Mal seit Kriegsende eine Partei im Bundestag sitze, die Rechtsextreme und Rechtsradikale in ihren Reihen dulde. Der Erfolg der AfD sei auch ein Ergebnis des thematischen und gesellschaftspolitischen Schweigens, das den Wahlkampf bei den «so genannten bürgerlichen Parteien» geprägt habe. «Wer sich der inhaltlichen Auseinandersetzung verweigert und mit einem einfachen «Weiter so» in den Wahlkampf zieht, der lässt am rechten Rand die Radikalen erstarken», erklärte Schäfer-Gümbel.

19:38 Uhr

Wie hat Gießen gewählt?

Wie sieht es eigentlich bei uns im Wahlkreis 173 aus? Nach Auszählung von 86 von 329 Wahlbezirken führt die CDU bei den Zweitstimmen mit 31,3 Prozent vor der SPD mit 25,0 Prozent. Die AfD folgt auf Platz drei mit 13,3 Prozent. Es folgen: FDP mit 10 Prozent, die Grünen mit 8,3 Prozent und die Linke mit 7,2 Prozent. Bei den Erststimmen liegt Helge Braun ziemlich deutlich vorn. Aber: Wir sind erst bei 86 von 329 Wahlbezirken.

19:04 Uhr

DKP bei 100 Prozent?

Gelächter im Gießener Rathaus: Was ist denn da los? Die DKP liegt auf der Grafik im großen Saal plötzlich bei 100 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis. Wir bleiben skeptisch.

18:59 Uhr

Schulz will SPD-Parteichef bleiben

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will trotz der historischen Wahlniederlage Parteivorsitzender bleiben und die Sozialdemokraten in die Opposition führen. Fraktionschef möchte er jedoch nicht werden. Das sagte er am Sonntag in der Berliner Parteizentrale. Eine Neuauflage der großen Koalition schloss er definitiv aus. «Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist», sagte Schulz.

18:45 Uhr

Braun zunächst deutlich vorne

Wie steht es eigentlich im Wahlkreis 173, der Gießen und große Teile des Landkreises umfasst? Bei den Erststimmen liegt nach Auszählung von 26 von 329 Wahlbezirken Helge Braun (CDU) mit 39,5 Prozent deutlich vor Matthias Körner (SPD) mit 26,5 Prozent.

18:40 Uhr

Wie reagieren unsere Leser?

Auf den Facebook-Seiten unseres Verlags zeigen sich viele Leser schockiert ob des Ergebnisses: "Dieses Deutschland macht mir Angst", heißt es da etwa mit Blick auf die AfD. Oder: "Geht es uns denn wirklich so schlecht in Deutschland?" Aber auch in andere Richtungen gehen die Gedanken: "Wieso ist die CDU so weit vorne? Alle beschweren sich und wählen Sie wieder?" Und: "Furchtbar, die Grünen sind immer noch drin." Der Absturz der SPD und ihr Gang in die Opposition scheint für viele nicht überraschend.

18:39 Uhr

Hochrechnungen laufen

Die Union mit Kanzlerin Angela Merkel hat die Bundestagswahl am Sonntag trotz deutlicher Verluste gewonnen. Die SPD stürzt nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF von 18.12 Uhr auf ein historisches Tief ab. Die AfD zieht mit einem klar zweistelligen Ergebnis als dritte Kraft ins Parlament ein, gefolgt von FDP, Grünen und Linken. CDU/CSU lagen nach den Hochrechnungen bei 32,7 bis 33,3 Prozent (2013: 41,5), die SPD bei 20,2 bis 20,8 Prozent (25,7). Die AfD kam auf 13,2 bis 13,4 Prozent (4,7), die FDP auf 10,1 bis 10,5 (4,8), die Linke auf 8,9 (8,6) und die Grünen auf 9,2 bis 9,4 Prozent (8,4).

18:25 Uhr

Viele lange Gesichter im Gießener Rathaus

Beim großen Wahl-Public-Viewing im Gießener Rathaus hält sich die Stimmung bei vielen in Grenzen. Vor allem bei den Anhängern von SPD und CDU sind viele lange Gesichter zu sehen. Aber auch bei AfD und FDP gab es keine Jubelschreie. Stimmung: Geht so.

18:09 Uhr

SPD geht in Opposition

Die SPD-Spitze hat sich nach dem historischen Absturz bei der Bundestagswahl einmütig dafür ausgesprochen, in die Opposition gehen. Nach der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl erklärte SPD-Vize Manuela Schwesig. «Für uns endet heute die große Koalition», sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend. Das sei ein schlimmes Ergebnis für ihre Partei. Auch Bundestagsfraktionchef Thomas Oppermann sagte, die SPD werde in die Opposition gehen. Er kenne niemanden in der Partei, der nach dem Ergebnis die große Koalition fortsetzen wolle, sagte Oppermann.

18:09 Uhr

Die 18-Uhr-Prognose ist da!

Die Prognose um 18 Uhr: CDU: 32,5 Prozent. SPD: 20 Prozent. AfD: 13,5 Prozent. FDP: 10,5 Prozent. Grüne: 9,5 Prozent. Linke: 9 Prozent. Andere: 5 Prozent. Zur Erinnerung: Wenn die Wahllokale schließen, wird mit der Prognose ein erster Trend verbreitet. Sie basiert auf einer Umfrage, in der Wähler in repräsentativ ausgewählten Stimmbezirken kurz nach ihrem Besuch im Wahllokal ihr Kreuz ein zweites Mal machen.

18:00 Uhr

Wer durfte heute eigentlich ran?

Im Wahlkreis Gießen-Alsfeld, zu dem weite Teile des Landkreises Gießen und der westliche Teil des Vogelsbergkreises gehören, sind etwa 215 000 Menschen wahlberechtigt, in Gießen sind es 59 000 und damit 2000 mehr als vor vier Jahren. Das hängt mit dem Einwohnerwachstum zusammen.

17:36 Uhr

Bouffier war bereits am Vormittag wählen

Einer jener Gießener, die wahrscheinlich nicht lange nachdenken mussten, bei wem sie ihre Kreuzchen machen, war bereits am Vormittag im Wahllokal: Ministerpräsident Volker Bouffier wählte - wie immer - in Gießen.

17:14 Uhr

Hessen gehen zahlreicher zur Wahl als 2013

Wir starten in den Abend mit einer - halbwegs - guten Nachricht: Bei der Stimmabgabe für einen neuen Bundestag hat sich am frühen Sonntagnachmittag in Hessen eine höhere Wahlbeteiligung abgezeichnet als 2013. Bis 14 Uhr gaben rund 45,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, vor vier Jahren waren es zur selben Zeit lediglich 40 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Nicht enthalten in dieser Zahl sind die von Briefwählern abgegeben Stimmen.

17:12 Uhr

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