Später, aber verdienter Erfolg

Frankfurt hat einen wichtigen Sieg im Hessen-Derby gegen Darmstadt 98 unter Dach und Fach gebracht. Die Eintracht ist nach dem mühevollen 2:0-Sieg zum Abschluss des 19. Spieltags Tabellen-Dritter, Darmstadt dagegen kann schon fast für die 2. Bundesliga planen.
05. Februar 2017, 21:51 Uhr
Die Entscheidung: Der starke Frankfurter Ante Rebic (M.) jubelt nach seinem Treffer zum 2:0-Endstand. Alexander Milosevic (r.) kann es nicht fassen. (Foto: dpa)

Schon lange vor dem Schlusspfiff sangen die Fans von Eintracht Frankfurt vom Europacup. Mit 2:0 (0:0) gewann der Tabellendritte am Sonntag das Hessen-Derby der Fußball-Bundesliga und machte den Abstieg des SV Darmstadt 98 wieder ein Stück wahrscheinlicher. Der Champions-League-Kandidat besiegte den abgeschlagenen Tabellenletzten auch mit etwas Glück. Ein Elfmeter-Tor von Makoto Hasebe in der 74. sowie der entscheidende Treffer von Ante Rebic in der 83. Minute bescherten dem Favoriten einen späten, aber verdienten Erfolg.

»Wir haben uns schwergetan, aber der Sieg war verdient«, sagte Eintracht-Kapitän Alexander Meier. »Wir hätten einen Elfmeter bekommen müssen und hatten Pech mit dem Lattenschuss. Für die Jungs tut es mir leid«, meinte Darmstadts-Trainer Torsten Frings.

Die Eintracht kletterte durch ihre Derby-Revanche für die 0:1-Niederlage in der Hinrunde mit nun 35 Zählern wieder auf Platz drei. So gut war die Eintracht seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch nie. Sportdirektor Bruno Hübner kündigte denn auch an, das Saisonziel (40 Punkte) zu überdenken. Angesichts der Europacup-Träume der Anhänger stellte Meier fest: »Die Fans dürfen alles, wir haben Meinungsfreiheit. « Für die »Lilien« dagegen wird die Lage immer aussichtsloser: Nach elf Liga-Spielen ohne Sieg hat die Mannschaft von Trainer Frings jetzt schon sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. »Das ist sehr ärgerlich. In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht, aber am Ende hat man gesehen: Wir sind eine angeschlagene Mannschaft, Frankfurt hat eine Euphorie«, sagte Neuzugang Hamit Altintop.

Vor 51 000 Zuschauern kehrten bei Frankfurt Torwart Lukas Hradecky sowie der starke Rebic nach ihren Sperren in die Startelf zurück. Frings ließ seinen prominenten Neuzugang Altintop bis zur 79. Minute auf der Bank. Er gab nach dem 1:6-Debakel gegen den 1. FC Köln dem Ukrainer Artem Fedetzki auf der rechten Abwehrseite zunächst den Vorzug vor Sandro Sirigu, der beim Hinspiel-Erfolg noch den Siegtreffer erzielt hatte.

Die Eintracht begann sehr aggressiv und störte die Gäste früh, brauchte jedoch bis zur 13. Minute, ehe Rebic mit einem Schuss erstmals Michael Esser im Darmstädter Tor prüfte. Über eine stabile Defensive und ein Plus bei den Zweikämpfen kamen die »Lilien« nach einer guten Viertelstunde jedoch besser ins Spiel und hatten durch Jan Rosenthals Lupfer (15.) und Peter Niemeyers Lattenstreifschuss (34.) sogar die besseren Chancen.

Pech hatte Darmstadt vor allem in der 26. Minute, als David Abraham im Strafraum Niemeyer zu Boden stieß, der Schiedsrichter jedoch keinen Elfmeter pfiff. Die beste Frankfurter Möglichkeit vor der Pause hatte Mijat Gacinovic, dessen Schuss noch abgeblockt wurde. Auch die zweite Hälfte begann mit Vorteilen für die Eintracht. Doch gegen die gut organisierte Darmstädter Hintermannschaft fanden die Frankfurter mit ihrer Doppelspitze Alexander Meier und Branimir Hrgota lange Zeit kein Durchkommen. Der große Unterschied zur ersten Halbzeit: Die Gäste schafften es kaum mehr, für Entlastung zu sorgen, obwohl Frings in Antonio Colak einen weiteren Stürmer einwechselte und Hamit Altintop doch noch zu seinem Bundesliga-Comeback verhalf.

Im Stadion war die Atmosphäre während des Spiels zwar hitzig, aber dennoch nicht so feindselig wie noch bei den Derbys der vergangenen Saison. Dafür überschatteten Krawalle schon vor der Partie diesen Abend. Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim lieferten sich etwa 100 Anhänger beider Teams eine deftige Schlägerei. Dabei gab es nach Polizei-Angaben vier Verletzte und mehrere Festnahmen.

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