Rot für Seferovic – K. o. für Frankfurt

Für die Frankfurter Eintracht geht es nach dem 0:2 im direkten Duell mit Hertha BSC Berlin nach unten. Trainer Niko Kovac stößt ganz besonders die Disziplinlosigkeit seines Teams sauer auf.
26. Februar 2017, 19:58 Uhr

Eine vergebene Großchance, ein umstrittenes Gegentor und ein völlig überflüssiger Platzverweis – bei Eintracht Frankfurt war man nach dem 0:2 bei Hertha BSC restlos bedient. Während die Berliner als direkter Konkurrent nach einem Stolperstart in diesem Jahr zurück in die Spur fanden, kassierten die Gäste die dritte Niederlage hintereinander und fielen hinter die Hertha auf Rang sechs zurück. Besonders in Rage brachten Trainer Niko Kovac die jüngsten Disziplinlosigkeiten seines Teams – diesmal die Rote Karte für Angreifer Haris Seferovic.

Das Spiel auf dem neu verlegten Rasen im Olympiastadion war lange Zeit eine zähe Angelegenheit. Beide Teams verteidigten kompakt. Die Berliner hatten Glück, dass Ante Rebic in der 29. Minute frei vor dem lange abwartenden Hertha-Keeper Rune Jarstein scheiterte und damit eine erstklassige Chance zur Führung ausließ. Hertha-Coach Pal Dardai sprach danach von einem »Matchball«, und Hertha-Manager Michael Preetz räumte ein: »Das Spiel hätte auch in die andere Richtung gehen können.«

Die Eintracht haderte jedoch nicht nur mit der vergebenen Großchance, sondern auch wie Herthas umstrittenes Führungstor durch Vedad Ibisevic (52.) zustande kam. Sportvorstand Fredi Bobic sprach von einem »irregulären Treffer«, und Sportdirektor Bruno Hübner sah eine »Behinderung des Torwarts« durch Salomon Kalou. In der Tat stand der Ivorer beim Abspiel zuvor hauchdünn im Abseits. Dann wurde er gefoult und behinderte im Liegen Keeper Lukas Hradecky, der gegen den Schuss des nachsetzenden Ibisevic chancenlos war.

»Nennen wir es heute Hertha-Bonus«, sagte ein grinsender Dardai zu der Szene. Kovac, der mit Dardai von 2003 bis 2006 für Hertha gespielt hatte, erklärte »Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff. Wir haben den einen Fehler von Hertha nicht bestraft, Hertha hat unseren einen Fehler bestraft.«

Weit mehr als Schiedsrichter Sascha Stegemann zog sich jedoch Eintracht-Stürmer Seferovic den Groll seines Trainers zu. Der Schweizer sah wegen einer Tätlichkeit gegen Niklas Stark Rot (78.). Der gebürtige Berliner Kovac schimpfte über eine »Dummheit« und kündigte Konsequenzen für den Sünder an: »So was geht aber richtig ans Portemonnaie«, sagte er. Kurz nach dem Platzverweis sorgte Vladimir Darida per Kopf für die Entscheidung.

»Wir haben jetzt sechs Platzverweise und sind die Tretertruppe Nummer eins in Deutschland«, räumte der Coach genervt ein. Die Frankfurter belegen mit sechs Feldverweisen den letzten Platz in der Fairplay-Tabelle. Solche Disziplinlosigkeiten sind Coach Kovac ein Gräuel. »Wir schaden uns selber. Wir machen uns das kaputt, was wir uns in der Hinrunde aufgebaut haben«, monierte der 45-Jährige.

Die Eintracht muss nun nach zuletzt drei Niederlagen ohne eigenen Treffer den Blick nach unten richten. Im Vergleich zur Vorsaison stehen die Adlerträger mit 35 Punkten und Platz sechs jedoch geradezu komfortabel da. »Die aktuellen Probleme hätten wir letztes Jahr gerne gehabt«, bemerkte Bobic sarkastisch. Die Eintracht wendete damals den Abstieg erst in der Relegation ab.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bruno Hübner
  • Eintracht Frankfurt
  • Eintracht Frankfurt Fußball AG
  • Fredi Bobic
  • Hertha BSC
  • Michael Preetz
  • Vedad Ibiševic
  • DPA
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.