Aufatmen bei der Eintracht

Bei den Frankfurtern herrscht wieder Eintracht. Mit dem 3:1 gegen den FC Augsburg entledigte man sich der Abstiegssorge. Am Dienstag kämpfen die Hessen um den Finaleinzug im DFB-Pokal. In Reichweite ist auch noch ein Europacup-Platz.
23. April 2017, 21:35 Uhr
Erlösung: Der Frankfurter Marco Fabian bringt die Eintracht nach zehn Spielen ohne Dreier mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße gegen den FC Augsburg. (Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt hat sich vom Abstiegskampf befreit und könnte nun noch das große Fußball-Glück erleben. »Die Fesseln sind bei den Jungs gelöst«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic nach dem 3:1 (0:1) gegen den FC Augsburg. »Sie dürfen die Messlatte jetzt so hoch legen, wie sie wollen. Es liegt an ihnen, was sie noch erreichen wollen.« In der Bundesliga ist Europacupplatz sechs in greifbarer Nähe – und am Dienstag kämpfen die Hessen bei Borussia Mönchengladbach um den Einzug ins Finale des DFB-Pokals.

»Es wird eine ganz andere Eintracht sein, die da auftreten wird. Man spielt ganz anders, wenn man Selbstvertrauen hat«, meinte Frankfurts Torwart Lukas Hradecky mit Blick auf das Pokal-Halbfinale, warnt aber auch vor zu viel Euphorie: »Nach dem letzten Mal, als wir von Europa gesprochen haben, haben wir danach zehnmal nicht gewonnen.« Erst gegen die Augsburger ging diese lange Liga-Negativserie zu Ende.

»Es ist nur ein Schritt ins Pokal-Finale, den wollen wir versuchen zu gehen«, sagte Marco Fabian. Der 27-jährige Mexikaner hatte nach dem Führungstor durch den Augsburger Jeffrey Gouweleeuw (9. Minute) am Samstag mit einem Doppelpack (78./87.) die Eintracht zum Sieg geführt, den Ante Rebic (90.+1) mit seinem Tor zum 3:1 besiegelte. »Die Azteken haben etwas Besonderes in ihren Genen«, sagte Cheftrainer Niko Kovac über seinen Mittelfeldspieler, der mit sieben Toren bester Eintracht-Schütze ist.

»Das, was wir in der vergangenen Saison erlebt haben, wollte ich nicht mehr mitmachen«, erinnerte Fabian an den knapp in zwei Relegationsspielen entgangenen Abstieg. »Deshalb ist es eine Erleichterung. Jetzt sind Träume erlaubt.«

Für die Frankfurter, die 2006 zuletzt im Endspiel des DFB-Pokals (0:1 gegen Bayern München) standen, wäre ein erneuter Einzug nach elf Jahren nicht nur finanziell von Bedeutung. »Dutzende von Millionen Menschen schauen zu. Es ist eine Chance, uns als Club zu zeigen«, sagte Vorstand Axel Hellmann, dem auch das Zubrot von fünf Millionen Euro sehr willkommen wäre. »Eine Zusatzeinnahme wäre zur Weiterentwicklung des sportlichen Etats ein wichtiger Beitrag«, führte Hellmann weiter aus

Allerdings wird es weder im Pokal noch im Bundesliga-Endspurt leicht. Um Europa-League-Platz sechs buhlen dort weiter ein halbes Dutzend Clubs. »Wir bleiben bescheiden und demütig«, sagte Kovac. Er habe sich überlegt, ob er neue Ziele ausgeben solle, tat es aber nicht. »Es ärgert mich, dass man in der heutigen Gesellschaft nach gerade Erreichtem immer mehr wollen muss. Ich spiele da nicht mit.«

Zumal seine Mannschaft sich zwar von der Sorge um einen Abstieg erlöst hat, aber eben auch nicht wie ein potenzieller Starter im Europacup auftrat. »Das war das mit Abstand schwierigste Spiel, keines der spektakulärsten und mit den hässlichsten Toren der Saison«, befand Bobic aufrichtig.

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