»Lucky punch« durch Hübner

Nachdem der Abstieg nicht mehr droht, blickt Eintracht Frankfurt vor allem auf das Pokalfinale. In der Bundesliga fehlt derzeit das Personal, um im Saisonendspurt noch Bäume auszureißen.
01. Mai 2017, 21:10 Uhr
Die Entscheidung in Sinsheim: Gegen den wuchtigen Kopfball von Hoffenheims Benjamin Hübner (r.) hat Eintracht-Keeper Lukas Hradecky (verdeckt) keine Chance. (Foto: dpa)

Die Eintracht geht am Stock, die Aussicht aufs DFB-Pokalfinale aber hält die Frankfurter Fußballprofis aufrecht. Im Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga bei 1899 Hoffenheim widerstand das personell gebeutelte Team von Trainer Niko Kovac dem Champions-League-Anwärter bis zur 90. Minute – ehe Benjamin Hübner einen Kopfball ins Gehäuse von Lukas Hradecky wuchtete. »Wir können erhobenen Hauptes vom Platz gehen«, betonte Kovac. »Die Mannschaft ist körperlich, aber auch mental wieder über ihre Grenze gegangen.«

Das Thema Europa League ist bei der Eintracht kein großes mehr, obwohl der Rückstand des Tabellenelften auf den SC Freiburg nur drei Punkte beträgt. »Darauf liegt nicht unser Fokus«, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Rang sieben würde bei einer Niederlage der Eintracht am 27. Mai in Berlin gegen Borussia Dortmund reichen. Aber die Frankfurter müssen sich erstmal durch den Bundesliga-Endspurt mit den Partien gegen Wolfsburg, in Mainz und gegen Leipzig kämpfen.

Nach den kräfteraubenden 120 Pokalminuten vom Pokal-Halbfinale in Mönchengladbach und vielen Ausfällen trug Kovac den Rückschlag mit Fassung und meinte mit vielsagendem Blick auf seinen Hoffenheimer Kollegen Nagelsmann: »Wenn der Julian drei seiner Kreativspieler auswechselt, will das schon was heißen.«

Die Eintracht musste unter anderem auf den dauerverletzten Torjäger Alexander Meier, die defensiven Mittelfeldspieler Omar Mascarell und Mijat Gacinovic sowie auf Linksverteidiger Taleb Tawatha verzichten. Angreifer Branimir Hrgota kam erst kurz vor dem Abpfiff vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena.

Erstmals in dieser Saison stand dafür Marc Stendera nach seinem vor elf Monaten im Relegationsspiel in Nürnberg erlittenen Kreuzbandriss wieder im Team. Ein »sehr, sehr gutes Spiel« bescheinigte ihm Kovac.

Trotz der lange starken Defensivleistung seines Teams um Kapitän und Abwehrchef Marco Russ bemängelte Kovac auch: »Wir haben uns darauf versteift, nur gut zu stehen. Wir haben nur reagiert, wenig agiert.« Der harmlose Haris Seferovic hatte in der Schlussphase bei einem Konter die einzige Torchance, wurde aber von Kevin Vogt abgedrängt.

»Man muss ganz klar sagen: Wir laufen derzeit mit dem Rest des Kaders auf«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. Den späten Treffer von Benjamin Hübner bezeichnete er als »Lucky punch«. Ausgerechnet der Sohn des Eintracht-Sportdirektors besiegelte die Niederlage für die Gäste. »Den entlassen wir«, scherzte Bobic später über Hübner Senior.

»Er hat mir zum Tor gratuliert«, berichtete der Siegschütze nach seinem Coup lächelnd über seinen Vater. »Ich hoffe, dass uns so etwas nicht auseinanderbringt.« Keeper Hradecky fluchte: »Das war natürlich unnötig. Vielleicht waren wir zu unsortiert am Schluss.«

Für Frankfurt war es fünf Tage nach dem Einzug ins Endspiel des DFB-Pokals die sechste Liga-Auswärtsniederlage in Serie. Die Fans aber sangen fröhlich vom bevorstehenden Saisonhöhepunkt: »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!«

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