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Tom Dumoulin auf Kurs Gesamtsieg Mercedes und Audi dominieren Röhler siegt im Land des Lächelns Folger wird gefeiert Haßmann nun Besitzer der »Goldenen Peitsche«

21. Mai 2017, 22:03 Uhr
Gut besucht sind die DTM-Rennen auf dem Lausitzring. Hier führt der Brite Gary Paffett, der im Mercedes im Sonntagrennen Vierter wird. (Foto: dpa)

Der 26 Jahre alte Niederländer Tom Dumoulin ist auf gutem Weg, zum ersten Mal eine große Länder-Rundfahrt zu gewinnen. Der Zeitfahr-Spezialist, der oft auch mit den besten Kletterern mithalten kann, trägt beim 100. Giro d’Italia weiter das Rosa Trikot mit jetzt 2:41 Minuten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Superkletterer Nairo Quintana. Der Kolumbianer stürzte am Sonntag auf einer Abfahrt und verletzte sich leicht, sicherte sich als Etappenzweiter in Bergamo hinter Bob Jungels aber sechs Sekunden Zeitgutschrift.

Auch auf der 15. Etappe von Valdengo nach Bergamo in Norditalien verteidigte Dumoulin, Kapitän der deutschen Sunweb-Mannschaft, seine Spitzenposition mühelos. Die an Quintana verlorenen Sekunden konnte er verkraften. Den Tagessieg sicherte sich nach 199 Kilometern der Luxemburger Jungels, der zum Giro-Beginn auch das Rosa Trikot getragen hatte.

Am Samstag hatte Dumoulin in Opra seinen zweiten Etappensieg nach dem Erfolg im Zeitfahren in Montefalco perfekt gemacht und Quintana weitere Zeit abgenommen. Aber es folgen ab Dienstag – am Montag steht der dritte Ruhetag bevor – hammerharte Bergetappen in den Alpen. André Greipel war am Samstag zum Start der 14. Etappe erwartungsgemäß nicht mehr angetreten. Der Lotto-Soudal-Kapitän hat auf die Bergetappen verzichtet und konzentriert sich auf die am 1. Juli in Düsseldorf beginnende Tour de France.

Mercedes und Audi haben im Deutschen Tourenwagen Masters die Saisonläufe Nummer drei und vier auf dem Lausitzring dominiert und den Konkurrenten BMW vorerst distanziert. Nach dem Doppelsieg für die Silberpfeile am Samstag durch den österreichischen Jungstar Lucas Auer und seinen kanadischen Markenkollegen Robert Wickens auf Rang zwei schlug Audi am Sonntag zurück. Der britische Sieger Jamie Green und der zweifache DTM-Champion Mattias Ekström aus Schweden holten einen Zweifacherfolg für Audi.

BMW fuhr auf der 3,478 Kilometer langen Strecke dagegen beide Male am Podium vorbei und musste sich mit den Plätzen vier und acht des Belgiers Maxime Martin begnügen. »Für uns ist die Qualifikation schwer, aber die Rennen funktionieren besser«, sagte Green nach seinem zweiten Saisonsieg. Die letzten zehn Runden des Rennes seien für ihn relativ locker gewesen.

In der Gesamtwertung liegt Auer, der im zweiten Rennen nur Zehnter wurde, mit 69 Punkten vorn. Dahinter verbesserte sich Green (53) auf Rang zwei, Dritter ist Gary Paffett (Großbritannien/46) in einem weiteren Mercedes. Titelverteidiger Marco Wittmann (BMW/Fürth) hängt mit 18 Punkte dagegen weit zurück.

Der am Sonntag von der Pole gestartete Wickens, der am Ende Dritter wurde, verteidigte beim Start seine Position, der neben ihm in der ersten Reihe stehende britische BMW-Fahrer Tom Blomqvist ging aber zu früh auf das Gas, kassierte für den Frühstart eine Fünf-Sekunden-Strafe und fiel zurück. Auer griff aggressiv an und machte vom 15. Startplatz kommend schnell einige Ränge gut.

Nachdem alle Fahrer zum Reifenwechsel an den Boxen gewesen waren, kam es an der Spitze zum Zweikampf zwischen dem Kanadier Wickens und Green. Dahinter lag Ekström, der für seine ungewöhnliche Strategie mit einem Reifenwechsel schon nach der ersten Runde belohnt wurde. Nachdem Green in der 31. Runde an Wickens vorbeigezogen war, wurde der 28-Jährige kurz vor dem Ende auch von Ekström überholt. An seiner Reifenstrategie hätten vorher einige Leute in seinem Team gezweifelt, erklärte Ekström. »Am Ende war es aber gar kein Risiko«, meinte er.

Im Rennen am Samstag war Auer von der Pole gestartet und hatte seine Führung schnell ausgebaut. Während viele Fahrer früh die Reifen wechselten, ging Auer erst in der Mitte des Rennens an die Box. Timo Glock hatte im BMW beim Reifenwechsel dagegen Pech, geriet bei der Boxen-Ausfahrt in den Kies und fiel weit zurück. Nachdem alle Fahrer draußen gewesen waren, übernahm Auer wieder die Führung und fuhr den Sieg nach Hause. »Noch einer, großartig«, schrie Auer nach seinem zweiten Saisonsieg und der Wiederholung seines Vorjahreserfolgs in der Lausitz. »Heute habe ich die Pace vorgeben können und alles machen können, wie ich es wollte.«

Kugelstoß-Schwergewicht David Storl wollte nach dem missglückten Saisonstart nur schnell weg aus Halle, Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler strahlte nach dem Sieg im Land des Lächelns. »Ich bin super zufrieden mit dem Wettkampf. Ziel erreicht – und wir haben Japan kennengelernt«, sagte der Thüringer nach seinem Erfolg beim Leichtathletik-Meeting in Kawasaki. Olympia 2020 in Tokio – das ist das große Fernziel von Röhler und seinem Trainer Harro Schwuchow.

Der 25-Jährige vom LC Jena gewann am Sonntag souverän mit 86,55 Metern – fast vier Meter Vorsprung hatte Röhler auf Shih-Feng Huang aus Taiwan (82,57). »Die Weite war für diese Bedingungen, für die Wärme da draußen, sehr, sehr gut. Stabil über 85 Meter geworfen – was will man mehr?«, bilanzierte der Rio-Olympiasieger.

Storl wollte viel mehr, verkrampfte aber. Mit 20,63 Metern war er am Samstag bei den Halleschen Werfertagen in die Freiluft-Saison gestartet und hatte nebenbei die WM-Norm abgehakt. Mit seiner Leistung war der Sachse bei den Halleschen Werfertagen aber überhaupt nicht zufrieden. »Die Technik war einfach zu schlecht. Das war gar nichts, ich bin einfach nicht in den Wettkampf reingekommen«, sagte der 26-Jährige frustriert. »Ich fahre jetzt nach Hause und ärger’ mich«, meinte er. Im B-Pool war der zu spät angereiste Tscheche Tomá Stanek mit 21,35 Metern klar besser.

Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor aus Leverkusen wurde mit 60,27 Metern Zweite; die deutsche Meisterin Christin Hussong aus Zweibrücken siegte mit 61,91 Metern. Diskuswerferin Nadine Müller vom SV Halle gewann ihr Heimspiel mit starken 65,76 Metern. In Abwesenheit der Diskus-Olympiasieger Robert und Christoph Harting nutzte Daniel Ståhl die Gunst der Stunde: Der Schwede gewann mit starken 68,07 Metern. Für die international herausragende Leistung sorgte der polnische Hammerwerfer Pawel Fajdek: Der zweimalige Weltmeister siegte mit 82,31 Metern.

Ex-Weltmeister Yohan Blake aus Jamaika sprintete beim Meeting in Kingston über 100 Meter in 9,93 Sekunden zum Sieg.

Es wurde gejubelt, geklatscht und geküsst: Jonas Folger wurde nach seinem siebten Platz beim Motorrad-WM-Lauf von Frankreich in Le Mans in der Box gefeiert. Der 23-jährige MotoGP-Rookie aus Bayern scheint endgültig in der Königsklasse angekommen zu sein. Nach fünf Rennen liegt der Deutsche auf dem neunten Platz in der WM-Gesamtwertung, punktgleich mit dem Achten Jorge Lorenzo, dem dreifachen MotoGP-Weltmeister.

Im Training hatte sich Folger bei einem Sturz die Rippen geprellt. Er war von Platz 15 ins Rennen gegangen. Seine Aufholjagd, bei der er auch von diversen Ausfällen profitierte, war beeindruckend. Wenn auch nicht völlig zu seiner Zufriedenheit. »Ich ärgere mich ein wenig. In der ersten Rennhälfte verlieren wir noch zu viel Zeit, zum Schluss stehen dagegen Top-Zeiten auf der Uhr. Wenn wir das Problem lösen, können wir wirklich super Ergebnisse erreichen«, resümierte der Yamaha-Pilot.

Ein kleiner Fehler kostete unterdessen Superstar Valentino Rossi den möglichen Rennsieg und die WM-Führung. Der neunfache Weltmeister stürzte im Duell mit seinem Yamaha-Teamkollegen Maverick Viñales aus Spanien, der das Rennen gewann und damit auch wieder die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Rossi schied indes nach dem Sturz aus.

Von vorderen Platzierungen geschweige denn Siegen sind Marcel Schrötter und Sandro Cortese in der Moto2-Klasse weit entfernt. Das Duo vom Dynavolt IntactGP-Team musste sich mit den Rängen zwölf und 14 abfinden. »Ich konnte nur mitfahren, aber nicht attackieren«, sagte Schrötter schwer enttäuscht. Die Vorherrschaft der Kalex-Piloten blieb somit in Le Mans ein weiteres Mal unangetastet. Der Italiener Franco Morbidelli feierte seinen vierten Saisonsieg bei bisher fünf absolvierten Rennen. In der Moto3-Klasse hatte Philipp Öttl auch wenig Grund zur Freude, nachdem er das Rennen vom 28. Startplatz aus in Angriff genommen hatte. Der KTM-Pilot konnte sich zwei Wochen nach seiner Schlüsselbein-OP lediglich um sieben Positionen verbessern. Der Sieg ging an den Spanier Joan Mir.

Erschütterung herrscht in der MotoGP-WM derzeit nach dem tragischen Unfall des früheren Weltmeisters Nicky Hayden. Der Amerikaner war vergangene Woche bei einem Rennradausflug an der italienischen Küste mit einem Fahrzeug kollidiert. Der 35-jährige erlitt dabei schwere Hirnverletzungen. Hayden liegt im künstlichen Koma. Sein Zustand ist nach Angaben der Ärzte extrem kritisch. Die MotoGP-Piloten trugen zum Zeichen des Mitgefühls mit dem Champion von 2006 dessen frühere Startnummer 69 an Rennkleidung, Helm oder Motorrad.

Felix Haßmann hat den Großen Preis beim internationalen Drei-Sterne-Springturnier in Nörten-Hardenberg gewonnen. Damit wiederholte der 31-Jährige aus Lienen seinen Sieg vom vergangenen Jahr. Im Stechen der besten zehn Paare blieb Haßmann am Sonntag mit Balance fehlerfrei und absolvierte als einziger Reiter den Stechparcours unter 40 Sekunden. Auf Platz zwei folgte die deutsche Meisterin Simone Blum aus Zolling auf Alice. Für seinen Sieg erhielt Haßmann ein Auto, außerdem darf er den Wanderpreis »Die Goldene Peitsche« behalten, da er zweimal in Serie den Großen Preis gewonnen hat.

Beim internationalen Fünf-Sterne-Springturnier in Madrid hatte Marcus Ehning (Borken) am Samstag knapp den Sieg im Großen Preis verpasst. Mit Pret A Tout war der Vorjahressieger eine halbe Sekunde langsamer als der US-Amerikaner Kent Farrington auf Gazelle. Farrington erhielt 99 000 Euro Siegprämie, Ehning nahm 60 000 Euro mit nach Hause.

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