Deutsche fahren hinterher

05. Juni 2017, 21:48 Uhr
Jonas Folger muss sich in der Königsklasse mit Rang 13 zufrieden geben. (Foto: dpa)

Peter Öttl starrte gebannt auf den Monitor in der Box und hoffte inständig, dass sein Sohn vorn bleiben möge. Vergeblich. Philipp Öttl hat in der Motorrad-Weltmeisterschaft die Chance auf einen Podiumsplatz verpasst. Statt eines zum Greifen nahen Sieges in der kleinen Moto3-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft belegte er im italienischen Mugello einen enttäuschenden 14. Platz. Es war der negative Höhepunkt eines farblosen deutschen Auftritts. Stattdessen wurde der Pfingstsonntag zum Triumphtag der Italiener. Andrea Migno (Moto3), Mattia Pasini (Moto2) und Andrea Dovizioso (MotoGP) räumten für die Azzurri groß ab.

Zu Beginn des Rennens war Öttl auf den 22. Platz zurückgefallen, doch dann startete der KTM-Pilot eine Aufholjagd. Drei Runden vor Schluss führte der deutsche Hoffnungsträger das Rennen sogar an, wurde aber innerhalb einer dreiviertel Runde auf Platz 14 zurückgereicht. Öttl fand klare Worte: »Das war ein komplettes Versagen von mir.«

Der elfte Platz von Marcel Schrötter im Moto2-Rennen war das beste Ergebnis der insgesamt fünf Deutschen. Dabei hatte sich der Pflugdorfer riesig auf Mugello gefreut, denn der Kurs zählt zu seinen Lieblingsstrecken. Doch nach dem Rennen reagierte er enttäuscht. »Ausgerechnet hier fehlte mir das Vertrauen ins Motorrad. Wir hatten vorher Testfahrten mit der Suter absolviert, bei denen Fortschritte zu erkennen waren. Aber jetzt hat sich das Bike komplett anders verhalten. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht«, kommentierte Schrötter.

Teamkollege Sandro Cortese beendete das Rennen auf dem 19. Platz und holte keine Punkte. Der Halbitaliener wirkte frustriert: »Im Moment fällt es mir einfach schwer, mit dem Motorrad schnell zu fahren. Das funktioniert ein oder zwei Runden, aber definitiv nicht über die ganze Renndistanz. Ich trainiere so hart wie noch nie, um fit zu sein.« Nach sechs von insgesamt 18 Rennen belegen Schrötter und Cortese die Ränge zwölf und 20 in der Gesamtwertung.

Eine schlechte Ausgangsposition wegen eines Sturzes im Qualifying verhinderte ein besseres Abschneiden des bisher erfolgreichsten deutschen Fahrers Jonas Folger. Der Schwindegger MotoGP-Pilot kam mit der Yamaha auf Platz 13 ins Ziel, profitierte dabei aber noch vom Zusammenstoß zweier Konkurrenten vor ihm.

Auch wenn Punkte dabei heraussprangen, war Folger wenig glücklich: »Ich bin auf der Bremse nicht stark genug. Wenn ich attackieren will, laufe ich Gefahr, meinen Vordermann abzuschießen. Ich kann meine Maschine nicht so verzögern, wie es erforderlich wäre.« In der Gesamtwertung der Königsklasse behauptet sich der Rookie dennoch auf einem beachtlichen neunten Platz.

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