Auswärtsspiel

Ganz anderes Kaliber: TV Hüttenberg muss zum Meister

Dritter Punkt am Sonntag für Handball-Bundesliga-Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg. Nun wartet mit den Rhein-Neckar Löwen aber ein ganz anderes Kaliber. Doch der Trainer hat Hoffnung.
05. Oktober 2017, 07:00 Uhr
Muss wie auch im Spiel gegen Göppingen am Donnerstabend in Mannheim alles geben und Verantwortung übernehmen: Mario Fernandes vom TV 05/07 Hüttenberg. (Foto: ras)

Nicht viel Zeit blieb dem TV 05/07 Hüttenberg, den dritten Bundesliga-Punktgewinn zu feiern. Nach dem sonntäglichen Heim-28:28 gegen FrischAuf Göppingen wartet bereits heute Abend (19 Uhr) beim amtierenden Deutschen Meister, den Rhein-Neckar Löwen, die nächste hohe Hürde. Die drei wichtigsten Punkte im Vorfeld des Matches in der SAP-Arena in Mannheim:

Erkenntnisse des Göppingen-Spiels

Der TVH muss immer 100 Prozent oder mehr geben. »Gegen Göppingen waren wir in der ersten Halbzeit nicht richtig im Spiel. Wir haben uns offensiv schwergetan und in der Abwehr kamen wir nicht in die Zweikämpfe«, hatte Abwehrchef Mario Fernandes nach dem Schlusspfiff festgestellt. Der Sportliche Leiter Torsten Menges ergänzte. »Wir haben immer gesagt, dass wir in jedem Spiel dazulernen müssen. Wenn ich sehe, wie schnell wir in der Pause gelernt und es in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht haben, dann macht das Mut.« Mut sollte aber auch machen, dass selbst eine schlechte Halbzeit immer noch zu einem Punkt reichen kann und bei etwas niedrigerer eigener Fehlerquote sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. Zudem hat die Mannschaft erneut ihre tolle Moral bewiesen. Selbst sechs Tore Rückstand direkt nach der Pause oder der vermeintliche Göppinger Siegtreffer zehn Sekunden vor dem Ende. Der TVH kam immer wieder.

Der Spieltag

Do 19:00 Göppingen Flensburg
Do 19:00 Melsungen Hannover
Do 19:00 Ludwigshafen  Minden
Do 19:00  RN Löwen Hüttenberg
Do 20:30 Erlangen Kiel
So 12:30 Berlin Lemgo
So 12:30 Leipzig N-Lübbecke
So 12:30 Stuttgart Gummersbach
So 15:00 Magdeburg Wetzlar
 

Tabelle

 

  Team S Pkt
1 RN Löwen 7 12:2
2 Hannover 8 12:4
3 Berlin 5 10:0

4

Flensburg

7

10:4
5 Leipzig 7 10:4

6

Magdeburg

8

10:6
7 Melsungen 7 9:5
8 HSG Wetzlar   7  8:6
9 Lemgo 7 8:6
10  Kiel 7 6:8
11 Stuttgart 7 6:8
12 Göppingen 6 5:7
13 Erlangen 6 5:7
14 Ludwigshafen 7 4:10
15 Minden 7 4:10

16

Hüttenberg

7

3:11
17 Gummersbach 7 2:12
18 N-Lübbecke 7 0:14

Der Trainer

Während Göppingen bereits nach dem fünften Spiel der Saison den Trainer wechselte, wird beim TVH – obwohl noch sieglos in der Bundesliga – die Arbeit von Coach Adalstein Eyjolfsson bestens eingeschätzt und gewürdigt. Dies bestätigen die lobenden Aussagen von Geschäftsführer Lothar Weber und Torsten Menges nach den beiden letzten Heimspielen. Auch Rechtsaußen Daniel Wernig wertet die bisher drei geholten Punkte – erst Recht in Anbetracht des Auftaktprogrammes – als Erfolg. »Das hat uns doch keiner vor der Runde zugetraut«, sagte er. Der Ritterschlag kam am Sonntag vom neuen Göppinger Trainer Dr. Rolf Brack. »Was ›Adli‹ mit seiner Mannschaft und der so sehr kräftezehrenden 3:2:1-Deckung in Hüttenberg leistet, erinnert mich sehr an meine neun Jahre in Balingen.« Bekanntlich hielten sich die unter Brack oftmals auch für ihre unorthodoxe Spielweise belächelten »Gallier von der Alb« bis zu diesem Sommer in der Bundesliga.

Drittes Spiel in Serie ohne Niederlage?

Beim Meister und Supercup-Gewinner der letzten beiden Jahre kann die Außenseiterrolle für die Hüttenberger nicht krasser sein. Die Löwen haben am Sonntag und Dienstag mit dem 30:28-Erfolg gegen Rekordmeister Kiel und dem 35:23-Kantersieg über den bisherigen Ersten Hannover-Burgdorf souverän die Tabellenführung erobert – und laut ihrem Trainer Kiolaj Jacobsen »nahe an der Perfektion« gespielt. »Die Löwen haben ein unfassbares Tempo und sind sehr variabel. Was sie spielen, ist manchmal einfach, aber sehr, sehr gut ausgeführt«, schätzt der isländische TVH-Coach die Schwere der Aufgabe ein. Neben dem Schweizer Andy Schmid, Kopf der Mannschaft, warten die Löwen mit viel mehr Personal der gehobenen internationalen Klasse auf. »Unsere Chance liegt vielleicht in dem engen Spielprogramm des Gegners, wo wir uns regenerieren und fokussieren können, während sie ganz andere Aufgaben erledigen müssen. Von daher gibt es vielleicht über die Kondition eine Chance, wenn wir überhaupt eine haben«, sagt Eyjolfsson.

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