Vor den Playdowns

Auftrag für die Licher BasketBären: Klasse halten

Crunchtime für die Licher BasketBären. Es geht um die sportliche Existenz des Pro-B-Ligisten. Das junge Team der Trainer Rolf Scholz und Lutz Mandler hat die Playoffs knapp verpasst.
18. März 2017, 11:00 Uhr
Zuversicht bei den Verantwortlichen der Licher BasketBären vor dem Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Pro-B-Süd (v. l.): die Trainer Rolf Scholz und Lutz Mandler sowie Managerin Anne Leinweber. (Foto: gae)

Die Licher BasketBären stehen in den nächsten sechs Wochen gehörig unter Strom. Sie müssen den drohenden Abstieg in die Basketball-Regionalliga vermeiden. Sechs Spiele ums sportliche Überleben muss das junge Team des Trainerduos Rolf Scholz und Lutz Mandler absolvieren – alle kommen einem Endspiel gleich. Zwar haben sich die Bären in der Hauptrunde der Pro-B-Süd ein kleines Vier-Punkte-Polster zugelegt, darauf ausruhen können sie sich aber keineswegs. Die nach Siegen geifernde Konkurrenz aus Rhöndorf, Leipzig und Nördlingen will ebenfalls den Gang nach unten vermeiden. Die letzten beiden im Viererfeld steigen ab.

Die Verantwortlichen Scholz und Mandler sowie Managerin Anne Leinweber sind angespannt, wissen genau, um was es geht. Sie reflektieren die Hauptrunde und erklären, warum es dazu gekommen ist – sind aber zuversichtlich, dass es nicht zum Worst Case kommt.

Warum haben die Licher BasketBären die Playoffs verpasst?

Für Coach Rolf Scholz ist das Verpassen der Playoffs vielschichtig: »Es hat einerseits etwas mit unserem Etat zu tun, andererseits mit der Qualität der Spieler, mit denen wir in die Saison gegangen sind – zudem mit unglücklichen Gegebenheiten während der Saison: Mit Shawn Gulley hat uns ein wichtiger Spieler frühzeitig verlassen. Es ist uns nicht gelungen, ihn adäquat zu ersetzen. Dazu kam der verletzungsbedingte Ausfall von Max Mayer. Außerdem war es in dieser Spielzeit eine starke, sehr ausgeglichenes Liga. Es war allen von Anfang an klar, dass mit PS Karlsruhe ein starker Aufsteiger kommt, der letztlich die Südstaffel gewonnen hat. Und dass wir mit Bayern München II einen weiteren starken Neuling hatten, der sich ebenfalls für die Playoffs qualifiziert hat. Als weiteren Grund kann ich unsere junge Mannschaft anführen, die in den vielen knappen Spielen das Nachsehen hatte. Dies alles führte dazu, dass es mit Platz neun ganz knapp nicht für die Playoffs gereicht hat.«

Haben die Nachverpflichtungen Blake Justice und Daniel Krause zu wenig bewirkt?

»Der Zeitpunkt der Nachverpflichtungen auf die kurze Saison gesehen war sehr spät. Nach Weihnachten sind die Jungs dazugekommen – und dies zu einem Zeitpunkt, als unsere Situation schwierig war. Wir waren in einer Negativspirale. Für Justice Blake war es eine ganz neue Situation. Er war das erste Mal in Europa. Daniel Krause hat uns sehr gutgetan. Wenn man die Qualität über einen längeren Zeitraum gehabt hätte, dann hätten wir sicher das eine oder andere Spiel mehr gewonnen. Letztlich hat nur ein Sieg mehr gefehlt«, konstatierte Scholz.

Wie fällt die eigene Reflektion der Trainer aus, die zum ersten Mal eine Aktivenmannschaft coachen?

Lutz Mandler sieht die Frage als »ganz schwierig« an. Hätte man ihn nach den ersten vier gewonnen Spielen gefragt, was habt ihr richtig gemacht, hätte er geantwortet: Das weiß ich selbst nicht. Und so gehe es ihm aktuell auch. Es war oftmals ein Lucky Punch am Ende, der nicht für uns ausgegangen ist. Er innert dabei an die Overtime-Spiele oder an den Last Second Shot in Würzburg. »Wir haben viel Erfahrung sammeln können, die uns gutgetan hat – beruflich wie privat. Ich blicke positiv zurück, was wir erlernen und erfahren durften. Und sein Coach-Kollege fügt an: »Wir haben uns weiterentwickelt, ohne dass wir unsere eigene Linie verlassen haben.«

Wie sind die Chancen in den Playdowns?

In der Hauptrunde zeigte sich schon, dass jeder jeden schlagen kann. Scholz sagt, dass es insgesamt eine »enge Nummer« wird. Vor dieser Herausforderung stehen die Bären. »Wir haben die komfortable Situation, dass wir uns hintenheraus ein Punkte-Polster erarbeitet haben. Wenn wir unser Potenzial aufs Feld kriegen, stehen die Chancen gut. Wir müssen die Heimspiele für uns entscheiden – das wird mit ausschlaggebend sein.« Dennoch: Zittern bis zum Ende – wahrscheinlich.

Lähmt womöglich die Drucksituation des Gewinnenmüssens die Leistung der jungen Spieler?

Scholz bezieht diesbezüglich klar Stellung: »Die Saison hat gezeigt, dass jeder unterschiedlich mit Drucksituationen umgeht. Man kann es nicht am Alter festmachen. Wir haben erfahrene Spieler im Kader, von denen wir uns viel mehr erhofft haben. Dafür haben wir junge Spieler dabei wie Bjarne Kraushaar, der uns von Woche zu Woche positiv überrascht. Aber sicher wird in den Playdowns Erfahrung eine Rolle spielen.«

Gibt es einen Plan B, falls der Klassenerhalt nicht klappt?

»Wir sind uns bewusst, dass dies auf uns zukommen könnte. Allerdings gibt es dazu noch keinen ausgegorenen Plan. Sollte der Worst Case eintreffen und wir verpassen den Klassenerhalt, dann werden wir uns zusammensetzen und beraten, wie es weitergeht. Wir sind momentan fixiert auf die nächsten sechs Wochen«, erklärt Managerin Anne Leinweber. Sie, Mandler und Scholz hoffen in der schwierigen Phase bei den Spielen auf die Unterstützung der großen Basketball-Gemeinde in der Region.

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