Für EM bereit

Der nächste Coup soll für Gießener Team folgen

Nur strahlende Gesichter. Ob bei den Verantwortlichen, den Zuschauern oder bei den Protagonisten. Das Volleyball-Männer-Team der WG Gießen ist nach dem Gewinn der DHM bereit für Polen.
19. Juni 2017, 11:50 Uhr
Freude über die Titelverteidigung bei den deutschen Volleyball-Hochschulmeisterschaften in Gießen: Philipp Schumann (2. v.l.) mit seinen Teamkollegen (v. l.): Max Müller, Marek Bender, René Martin und Davin Peters von der WG Gießen. (Foto: Friedrich)

Volleyball vom Feinsten wurde am Wochenende bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in den Sporthallen der Gießener Herderschule geboten. Dagmar Hofmann, die Hochschulsport-Leiterin der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), und Lena Schalski (Hochschulsport-Leiterin an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen zeichneten als Ausrichter für dieses Top-Event verantwortlich.

Und am Sonntagspätnachmittag – nach getaner zweitägiger Veranstaltungsarbeit – kamen sie aus dem Grinsen nicht mehr heraus. »Es hat alles super geklappt«, gaben beide unisono zu Protokoll. »Die viele Arbeit hat sich gelohnt«, fügte Hofmann an. Und der Blick auf glückliche Spieler und begeisterte Zuschauer bestätigte das eindrucksvoll.

Nur wenige Minuten zuvor knisterte es förmlich vor Spannung. Im Endspiel der Männer kam es zum Entscheidungssatz. Den ersten hatte sich die Auswahl aus Konstanz nach »Überstunden« mit 28:26 geholt. Doch die Wettkampfgemeinschaft aus Gießen (Akteure aus der THM und JLU) schlug im wahrsten Sinne des Wortes zurück: Mit dem 25:18 nach einer Achterbahn der Gefühle – Gießen führte bereits 22:13 – kam es zum »Tiebreak«. 15 Punkte waren das Ziel – oder ab dann, um als Sieger das Feld zu verlassen, zwei mehr als der Gegner.

In der Vorrunde hatte das Gießener Team um den überragend spielenden Phlipp Schumann der Auswahl aus Konstanz beim 2:0 keine Chance gelassen. Das sah nun anders aus. »Wir mussten ans Limit gehen«, erklärte Schumann später mit einem Leuchten in den Augen. Er selbst war es, der die Entscheidung mit seinem Schmetterball herbeiführte. Und wieder hatte die Truppe um Aushilfs-coach Maro Schossee die über 200 Zuschauer in der Halle A der Herderschule völlig in den Bann gezogen. Beim 12:8 schien schon alles klar zu sein, doch es schlich sich erneut Bruder Leichtsinn drei Punkte vor dem möglichen Titelgewinn bei den Gießenern ein. Wieder musste der Atem angehalten werden. Konstanz verkürzte mit einer Überraschungsaktion auf 13:14, als der Steller anstatt hoch zu bedienen, ihn selbst mit einem kurzen Touch über das Netz beförderte. Aber die Gießener, die in allen ihren Spielen von ihrer Eingespieltheit und Lockerheit profitierten, antworteten kurz und trocken mit dem Smash von Capitano Schumann.

»Was soll ich sagen. Es ist einfach nur schön, dass wir gewonnen haben«, so der kraftvolle Shooter. Der 24-jährige Gießener, der in Königsberg wohnt und in der vergangenen Saison vom TV Waldgirmes zur TG Rüsselsheim gewechselt war, avancierte zum Matchwinner – von Starallüren aber keine Rede. »Ich bin stolz auf meine Mannschaft, auf jeden meiner Jungs, die einen tollen Job verrichtet haben«, konstatierte der Diagonal-Angreifer. Er machte mit seiner Leistung den Unterschied aus – seine Sprungaufschläge waren wahrlich der Hammer.

Fast einem Wunder glich der Finaleinzug der Damen-Truppe der WG Gießen. Als Zweiter in ihrer Gruppe fegten sie die Auswahl aus Dresden im Halbfinale mit 2:0 vom Feld. Im Endspiel wartete Titelverteidiger Köln auf die Gastgeberinnen. Die hatten in der Vorrunde schon mit 0:2 gegen die Domstädterinnen verloren. Gießens Teamsprecherin Frauke Teßmer sann vor dem Finale nach Revanche: »Wir haben mit ihnen noch eine Rechnung offen.«

So ganz konnten sie die nicht begleichen – ehrlich gesagt. Die aus vielen Zweitligaspielern gespickte Mannschaft aus Köln war einfach besser. Die Gießenerinnen um die auftrumpfende Yva Cesar kämpften, waren bemüht und wurden vom lautstark anfeuernden Publikum unterstützt. Letztlich aber vergeblich. Die Klasse des Vorjahressieger setzte sich beim 2:0 durch. Und so war Teßmer auch gar nicht traurig. Bei der Siegerehrung lächelte nicht nur sie, sondern alle ihre Studienkolleginnen. Bei ihnen überwog die Freude des Endspieleinzuges, den sie sich im Vorfeld nur erträumt hatten.

Weiter träumen kann indes die Gießener Männer-Auswahl, die am Wochenende vor ihrem nächsten Highlight steht. Als letztjähriger DHM-Titelträger haben sich die Schumann und Co. für die EM in Polen qualifiziert (für die im Jahr 2018 ebenso), die am Samstag beginnt. Teamsprecher Simon Breither sagte: »Dafür haben wir uns nun bei der DHM eingespielt. Wir fahren dort völlig relaxt hin – und schauen mal, was geht.«

Einen detaillierten Plan für die gestrige DHM-Feier hatten sie ebenfalls nicht in der Tasche. »Keine Ahnung, was abgeht«, so der Tenor des Teams, das wirklich eines ist – und was jeder Gegner zu spüren bekam. In einem waren sie sich aber am späten Sonntagnachmittag einig: Sie bestellten sich beim »Caterer« Klaus-Dieter Adams vom 1. SC Sachsenhausen einen Kasten Bier.

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