Wagner will beim FC Bayern auf den WM-Zug aufspringen

Sandro Wagner hat den Konkurrenzkampf beim FC Bayern mit vollem Elan aufgenommen. Die Joker-Rolle mag er nicht, auch wenn sich der Mann hinter Toptorjäger Lewandowski durchaus auf Bank-Zeiten einstellt.
03. Januar 2018, 15:05 Uhr
Möchte sich beim FC Bayern für die WM in Russland empfehlen: Winter-Neuzugang Sandro Wagner. (Foto: Sven Hoppe)

Flanke Kimmich, Kopfball Wagner - die neue Art der Toreproduktion beim FC Bayern München funktioniert zumindest im Training auf Anhieb.

Hochmotiviert und mit vollem Körpereinsatz hat der 30 Jahre alte Mittelstürmer Wagner im Trainingslager in Katar den knallharten Konkurrenzkampf beim deutschen Fußball-Serienmeister aufgenommen. Mit leuchtenden Augen berichtete der gebürtige Münchner über die ersten Arbeitstage bei seinem Lieblingsclub, dessen Trikot er schon als Jugendspieler und Jung-Profi getragen hatte. «Es ist ein absoluter Traum, wieder zuhause bei Bayern München zu sein.»

Alle Träume hat sich der Nationalspieler mit dem Wechsel von 1899 Hoffenheim zum deutschen Rekordchampion und dem dort unterzeichneten Vertrag bis 2020 aber nicht erfüllt. Wagner will noch mehr. Er möchte den FC Bayern unbedingt als Sprungbrett für seine angestrebte erste Weltmeisterschafts-Teilnahme im Sommer in Russland nutzen. «Mein Wunschgedanke wäre, dass ich hier auf meine Einsatzminuten komme und auf den WM-Zug springe», sagte Wagner in Doha.

Zweifel sind dem selbstbewussten Profi fremd. «Für mich war es die einzig richtige Entscheidung», sagte er schon nach zwei Tagen beim Lieblingsclub. Alles sei «sehr, sehr positiv». Wichtig war ihm trotzdem, dass ihm Bundestrainer Joachim Löw zugeraten habe, «es zu machen». Das bestärkte ihn noch. «Mit dem Bundestrainer war alles abgesprochen. Seine Meinung ist mir sehr wichtig», sagte Wagner. Er wird sich im Konkurrenzkampf um die 23 WM-Tickets vor allen gegen den zum VfB Stuttgart zurückgekehrten Mario Gomez durchsetzen müssen.

In Wintercamp des FC Bayern im sommerlich warmen Doha steht Wagner in dieser Woche im Fokus. Und das sogar noch mehr, da Robert Lewandowski die ersten Übungseinheiten auf dem feinen Rasen der Aspire Academy wegen Beschwerden an der Patellasehne auslassen musste.

Wagner kann also gleich zeigen, dass er die von Trainer Jupp Heynckes zugedachte Rolle als Stürmer Nummer zwei hinter Lewandowski erfüllen kann. «Ich weiß, was auf mich zukommt», sagte Wagner realistisch: «Kein Spieler ist gerne Ersatzspieler. Aber dass ich ein paarmal auf der Bank sitzen werde, ist klar.» Wie oft, das ist die große Frage.

Denn als Sturmduo werden Lewandowski und Wagner auf dem Platz eher nicht auftauchen, auch wenn Heynckes ein 4-4-2-System nicht kategorisch ausschließt: «Natürlich kann es das Szenarium geben, dass mal beide vorne spielen müssen. Warum soll das nicht funktionieren?» Wagner könnte dieser Variante natürlich einiges abgewinnen: «Das würde bestimmt gehen. Viele Mannschaften spielen mit zwei Stürmern.»

Die Hinrunde in Hoffenheim verlief nicht mehr berauschend für den Mittelstürmer: Vier Tore in elf Spielen waren eine mittelmäßige Quote. Lewandowski traf für Bayern in 17 Ligaspielen 16 Mal. Schon das Training stellt für den körperlich robusten Wagner eine große Umstellung dar. «Von der Intensität unterscheidet es sich nicht zu Hoffenheim. Aber das Niveau ist extrem hoch, die Qualität ist extrem hoch. Aber das kenne ich von der Nationalmannschaft her», sagte er.

Im Nationalteam hat sich der spätberufene U21-Europameister von 2009 im vergangenen Jahr überraschend ein Plätzchen erkämpfen können. Das ist jetzt auch sein erstes Ziel im Bayern-Trikot. «Was ich kann, werde ich einbringen», versprach Wagner. «Ich möchte der Mannschaft helfen, offensiv und defensiv.» In Katar ist zu spüren, dass da einer innerlich brennt: «Es ist cool, wenn man immer Vollgas geben muss.»

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