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So lecker, so ekelig: Kaffeeautomaten sind hygienisch heikel

Am 1. Oktober ist Tag des Kaffees - für viele quasi ein Feiertag. Kaum ein Getränk gilt so sehr als Lebenselixier der Deutschen. Und sie machen sich viele Gedanken um die Zubereitung - aber nicht um die hygienischen Probleme vieler Kaffeeautomaten.
25. September 2017, 04:20 Uhr
Von Katja Fischer, dpa
Auch wenn sich viele Mikroorganismen in der Kaffeemaschine tummeln, eine Gesundheitsgefahr besteht aus Sicht der Forscher nicht. Das Wasser wird auf 80 Grad erhitzt, was Keime abtötet.
Auch wenn sich viele Mikroorganismen in der Kaffeemaschine tummeln, eine Gesundheitsgefahr besteht aus Sicht der Forscher nicht. Das Wasser wird auf 80 Grad erhitzt, was Keime abtötet.

Der Internationale Tag des Kaffees kann besonders in Deutschland gefeiert werden: Rund 162 Liter trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr.

Mineralwasser kommt auf 148 Liter, Tee nur auf 28 Liter pro Kopf. Doch statt über die Genüsse, die Geschmäcker und die Trends zu reden, sollte auch mal die Hygiene der Kaffeeautomaten und Padmaschinen in den Blick genommen werden.

Forscher haben herausgefunden, dass sich im Kaffeesatz und in gebrauchten Kapseln und Pads Keime ansiedeln. «Feuchter Kaffeesatz fördert das Wachstum von Schimmelpilzen», erklärt Prof. Fritz Titgemeyer, Leiter des Labors für Lebensmittelmikrobiologie an der Fachhochschule Münster. Bleibt ein altes Pad ein paar Tage lang in der Maschine, können beim nächsten Gebrauch Schimmelsporen im Padbehälter zurückbleiben, die dann in den Kaffee gelangen. «Es können sich hitzestabile Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine, gebildet haben, die man weder sieht noch schmeckt.»

Auch Wasserbehälter und Kunststoffschläuche sind Bakterienschleudern, wenn sie nicht gut gereinigt werden. «Dort können sich Bakterien in Form von Biofilmen ansiedeln», erläutert Titgemeyer. Diese Ablagerungen sollten gründlich entfernt werden. «Allerdings sind sie auch in Schläuchen im Inneren der Maschine zu finden, an die der Nutzer nicht so ohne weiteres herankommt.»

So unangenehm die Vorstellung von Mikroorganismen in der Maschine ist, eine Gesundheitsgefahr besteht aus Sicht der Forscher nicht. «Die Brühgruppe erhitzt das Wasser auf 80 Grad Celsius, wodurch Keime im Wassertank abgetötet werden.» Aber: «In kalt extrahierten Getränken wie Eistee oder Eiskaffee bleiben alle Keime enthalten.»

Zwar haben viele Kaffeeautomaten Selbstreinigungsprogramme. Trotzdem bleibt für den Besitzer auch noch ein paar Aufgaben:

- BRÜHGRUPPE: Eine herausnehmbare Brüheinheit lässt sich mit klarem Wasser ohne Spülmittel von Hand reinigen. «Einmal pro Woche reicht aus», sagt Bärbel Neher vom DHB-Netzwerk Haushalt. Die Brühgruppe dann trocknen lassen, bevor sie wieder in den Automaten eingesetzt wird. Ein Pinsel kann ein verstopftes Sieb wieder freilegen. «Brühgruppen, die nicht ausgebaut werden können, sind in aller Regel so aufgebaut, dass kein Kaffeemehl austreten kann und so das Schimmelrisiko minimiert ist», erläutert Neher. Hier genügt das Reinigungsprogramm.

- AUFFANGBEHÄLTER: Der Tresterbehälter nimmt den Kaffeesatz nach dem Zubereiten auf. «Er sollte jeden Tag geleert, gereinigt und gut getrocknet werden», erklärt Werner Scholz vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Auch die Tropfschale muss häufig gesäubert werden, wenn möglich in der Spülmaschine.

- MILCHAUFSCHÄUMER: Mit heißem Wasser sollte der Milchaufschäumer jeden Tag gespült werden. Wichtig ist, dass keine Milchreste zurückbleiben und eintrocknen - sonst haben Keime ein leichtes Spiel.

- WASSERTANK: «Auch der Wassertank muss täglich entleert, mit Bürste und Spülmittel gesäubert und gut abgetrocknet werden«, sagt Neher. «Das Wasser darf nicht zu lange darin stehen.» Ihr Rat: Spätestens nach vier Stunden wechseln.