Gericht weist Klage gegen Höhe von Steuerzinsen ab

Verbraucher müssen immer niedrigere Sparzinsen hinnehmen. Aber die Nachzahlungszinsen bleiben so hoch wie sie sind? Das fand ein Ehepaar ungerecht und erhob Klage. Jetzt haben die Finanzrichter in Münster darüber geurteilt.
17. August 2017, 15:00 Uhr
Um die hohen Nachzahlungszinsen von 6 Prozent kommen säumige Steuerzahler nicht herum. (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Der geltende Zinssatz von 6 Prozent für verspätete Steuerzahlungen ist auch in einer Niedrigzinsphase rechtens. Das hat das Finanzgericht Münster entschieden. Es wies die Klage eines Ehepaares aus Witten ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Klage richtete sich gegen mehrere Steuerbescheide und Zinsen von mehreren Tausend Euro. Wie vorgeschrieben rechnete das Finanzamt Witten mit einem Zinssatz von 6 Prozent. Die Kläger empfinden diesen in Zeiten der Niedrigzinspolitik aber als zu hoch. Nach Berechnungen ihres Anwaltes müsste er in Anlehnung an den üblichen Marktzins bei rund 3, höchstens aber 4 Prozent liegen.

Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass der Nachzahlungs- und Erstattungszins in Deutschland seit 1961 unverändert und bewusst bei 6 Prozent liege (Az.: 10 K 2472/16). «Dieser Satz ist wegen der Vereinfachung für die Steuerverwaltung auch in Hochzinsphasen nie verändert worden. Das war mal für den einen Steuerpflichtigen zum Nachteil, mal aber auch zum Vorteil», sagten die Finanzrichter. Die Richter betonten auch, dass Nachzahlungszinsen erst nach einer Karenzzeit von 15 Monaten gezahlt werden müssten.

«Da es sich aber um eine interessante Frage handelt, lässt das Gericht Revision zum Bundesfinanzhof zu», sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

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