Hotelbetreiber kann für Schäden am Besitz von Gästen haften

Reisende dürfen darauf vertrauen, dass Hotelmitarbeiter verantwortungsvoll mit ihrem Besitz umgehen. Kommt es zu einem Schaden, muss das Hotel diesen unter Umständen ersetzen - auch dann, wenn der Mitarbeiter nicht direkt bei dem Hotel angestellt ist.
09. November 2017, 09:35 Uhr
Beschädigt ein Hotelmitarbeiter den Besitz eines Gastes, muss der Betreiber für den Schaden aufkommen. (Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa)

Wenn ein Nachtportier ohne Erlaubnis den Wagen eines Hotelgastes benutzt, muss der Hotelbetreiber für entstehende Schäden aufkommen. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Nürnberg hervor (Az.: 4 U 2292/16).

Im verhandelten Fall hatte der Gast eines Fünf-Sterne-Hotels beim Einchecken um 1.30 Uhr auch den Schlüssel für seinen Wagen an der Rezeption abgegeben. Der Nachtportier machte mit dem Auto ohne das Wissen des Gastes eine Spritztour. Bei dieser Fahrt verursachte der Mann einen Unfall. Für den Schaden in Höhe von rund 10 000 Euro wollte das Hotel zunächst nicht aufkommen. Die Begründung: Der Nachtportier sei kein Beschäftigter des Hotels gewesen. Zudem gehörte es nicht zu seinen Aufgaben, Fahrzeuge der Hotelgäste zu parken.

Das OLG konnten diese Argumente jedoch nicht überzeugen. Der Nachtportier sei zwar bei einem Dienstleistungsunternehmen angestellt. Dennoch sei er Erfüllungsgehilfe des Hotelbetreibers. Als solcher habe er die vertragliche Pflicht des Hotels verletzt, den Autoschlüssel des Gastes sicher zu verwahren. Durch die sichere Verwahrung sollte gerade die unbefugte Benutzung des Autos verhindert werden. Ob der Portier die Aufgabe hatte, nur den Schlüssel zu verwahren oder die Fahrzeuge auch umzuparken, sei dabei unerheblich.

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