14. Juni 2017, 14:49 Uhr

Fake News

Ermittlungen wegen Falschmeldung "7 Leichen am Richtsberg" im Netz

Eine Falschmeldung, dass sieben Leichen in Marburg gefunden wurden, kursiert derzeit im Internet. Nun hat sich die Polizei eingeschaltet.
14. Juni 2017, 14:49 Uhr
Fake News im Netz sind ein immer größer werdendes Problem. (Symbolfoto: dpa) (Foto: Franziska Gabbert (dpa-tmn))

Seit Montag kursiert unter der Überschrift "7 Leichen am Richtsberg" ein Beitrag im Netz, der einer offiziellen Pressemeldung ähnelt, jedoch jeglicher Grundlage entbehrt und von vorne bis hinten absolut frei erfunden ist.

"Mehr als die Überschrift von dieser unglaublichen Horrorfalschmeldung will ich gar nicht zitieren!", heißt es bei der Polizei Marburg. Die hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft Marburg um Prüfung rechtlicher Schritte gebeten.

Inzwischen klickte schon eine sechsstellige Zahl von Menschen auf den Beitrag. Viele nahmen diese Schreckensnachricht für bare Münze, waren verängstigt und verunsichert, kommentierten entsprechend und leiteten die Nachricht, leider ohne an offizieller Stelle zuvor mal rückzuversichern, weiter. "Mit solchen Meldungen werden Menschen einfach nur in völlig unsinniger Weise verängstigt und beunruhigt", erklärt die Polizei Marburg.

Um derartige Auswüchse und Folgen zu vermeiden, bittet die Polizei darum, sich vor der Weiterverbreitung von solchen oder gleichartigen Nachrichten seriöser Informationsquellen direkt zu bedienen. Auch eine vorherige Recherche im Internet über den Verbreiter der Nachricht bringt wichtige Informationen. In diesem Fall nämlich stammt die Nachricht von einem Portal, auf dem jeder seine eigenen Fake News kreieren und generieren kann, um mit absolut echt aussehenden, jedoch völlig fiktiven Meldungen bewusst zu täuschen. Das Aussehen der Fake News ähnelt tatsächlichen Internetseiten oder Blog-Einträgen mit Titelbild und Überschrift. Alles ist zur Verbreitung im Netz gedacht und steht in dem Internetportal unter dem Motto: "Erfinde deine eigenen Fake News und lege alle deine Freunde rein! Du kannst deine erfundenen Nachrichten auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen. Worauf wartest du noch? Lass den Spaß beginnen!"

Trotz des Hinweises, dass sich jeder Verfasser, sofern sein Beitrag zum Beispiel die öffentliche Ordnung beeinträchtigt, mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen muss, kam es zu diesem Beitrag, der mal definitiv weder lustig noch spaßig ist. "Hier ist die Grenze deutlich überschritten!"

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