21. März 2019, 21:00 Uhr

Vermisstes Kind

Keine Spur von Kaweyar

Taucher und Spürhunde haben am Donnerstag erneut vergeblich nach dem in Nordhessen vermissten fünfjährigen Mädchen gesucht.
21. März 2019, 21:00 Uhr
Einsatzkräfte des THW suchen von einem Boot die Fulda nach einem vermissten fünfjährigen Kind ab. (Foto: dpa)

Die Suche nach der fünfjährigen Kaweyar sei nach rund drei Stunden erfolglos beendet worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Homberg (Schwalm-Eder-Kreis). Die Einsatzkräfte hatten die Fulda bei Guxhagen und weitere Stellen des Flusses Richtung Kassel abgesucht. Es wird vermutet, dass das Kind einer Flüchtlingsfamilie vor einem Monat ins Wasser gefallen ist.

Mitte Februar war bereits eine mehrtägige Suchaktion mit Hunderten Einsatzkräften ohne Ergebnis geblieben. Die Kriminalpolizei hatte die erneute Suche veranlasst: Mit auf Leichen spezialisierten Spürhunden hatten Ermittler gehofft, doch noch das Kind zu finden.

Man werde den Fall nicht zu den Akten legen, erklärte der Polizeisprecher. Weitere Suchaktionen seien nicht ausgeschlossen. Große Hoffnungen gibt es aber nicht: Die bisher eingegangenen Hinweise seien im Wesentlichen abgearbeitet.

Kaweyar hatte am Tag ihres Verschwindens – ihrem Geburtstag – einen Spielplatz nahe der Fulda besucht. Dort hatte ihre Mutter sie aus den Augen verloren. Das Kind litt an Autismus. In der 5400-Einwohner-Gemeinde Guxhagen machen immer noch verschiedene Theorien über das Verschwinden des Kindes die Runde. Einige seien wirklich abstrus, sagt Bürgermeister Edgar Slawik (parteilos).

Was das Verschwinden so rätselhaft macht: Ertrunkene seien in der Fulda bisher immer irgendwann aufgetaucht. »Dass so etwas spurlos passiert, hat es noch nicht gegeben«, erklärt Slawik. Zudem sei das Wasser nahe des Spielplatzes knietief. Und wer da hineinfalle, schreie. »Doch das ist alles nicht beobachtet worden.«

Slawik selbst hat keinen direkten Kontakt zur Familie des Mädchens, die immer noch in einer Flüchtlingsunterkunft im Ort wohnten. Die Familie aus dem Irak lebe noch nicht lange dort, die Verständigung sei schwierig. Sie erhalte jedoch Unterstützung und Beistand. Slawik hat keine Hoffnung auf ein Wunder. Er bewertet die erneute Suchaktion als Symbol, dass »alles versucht worden ist«.

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