Konversion in Hessen kommt voran

27. Oktober 2017, 22:11 Uhr

Hanau/Wiesbaden (dpa/lhe). Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat Hessen ein gutes Vorankommen bei der Umwandlung früherer Militärflächen für eine zivile Folgenutzung attestiert. Der Konversionsprozess verlaufe in Hessen »sehr positiv«, betonte die BImA in Bonn auf Anfrage der dpa. Seit ihrer Gründung 2005 habe die Anstalt in Hessen 22 ehemalige Kasernen oder Teilflächen davon verkaufen können.

Im Land verfüge die BImA derzeit über 95 Liegenschaften – darunter 16 Kasernen mit einer Fläche von 405 Hektar. Zu den Liegenschaften gehören auch Verwaltungs- und Dienstgebäude, Flugplätze und Wohngebäude. Aktuell summieren sich die Konversionsflächen auf 941 Hektar, vor zwei Jahren waren es noch 4800 Hektar gewesen. Betroffen von der Schließung von Bundeswehr- und US-Kasernen sind seit 2005 insgesamt 28 hessische Kommunen, wie das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden mitteilte.

Große Standorte sind Hanau, Darmstadt und Gießen. »Nach zwölf Jahren Konversion lässt sich feststellen, dass alle Kommunen Konversion als Chance und gestalterische Entwicklungsaufgabe nutzen«, teilte das Ministerium mit. Überall seien Fortschritte zu sehen. Hanau gilt als Musterbeispiel. Die Stadt im Main-Kinzig-Kreis war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der größten Militärstützpunkte der amerikanischen Streitkräfte in Europa. Seit Ende 2008 sind dort alle von der US-Armee genutzten Liegenschaften mit einer Fläche von 340 Hektar aufgegeben worden. Mehr als 265 Hektar befinden sich inzwischen schon in ziviler Nutzung oder in der Entwicklung, wie die Stadt bilanzierte. Es seien mehr als 1200 Wohneinheiten entstanden, 1500 weitere seien auf der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang geplant. Die Umwandlung der Pioneer-Kaserne ist ein Großprojekt. Es handelt sich um ein knapp 50 Hektar großes Areal, auf dem Wohnraum für rund 5000 Menschen entstehen soll – von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern, Kettenbungalows und Stadtvillen bis hin zu Geschosswohnungsbau. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2018.

Die Optionen für eine Folgenutzung ehemaliger Militärflächen sind vielfältig. Häufig entstehen dort Wohnraum und Gewerbeflächen, aber auch öffentliche Einrichtungen, Sport- und Freizeitanlagen sind möglich.

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