08. August 2017, 21:01 Uhr

Migrantinnen für Politik gewinnen

08. August 2017, 21:01 Uhr

Wiesbaden (dpa). Wo und wie sich Migrantinnen stärker in der Kommunalpolitik engagieren können, will ein Modellprojekt verschiedener Organisationen in Hessen, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen zeigen. »Wir wollen den Frauen das nötige Selbstbewusstsein geben, um hinter ihren Ideen und Taten zu stehen«, sagte Zsuzsanna Dobos de Prada, Vorstandsvorsitzende des Wiesbadener Vereins MigraMundi bei der Auftaktveranstaltung gestern in der Landeshauptstadt. Der Verein hat das Projekt »Migrantinnen in die Kommunalpolitik« mit initiiert.

Eine genaue Statistik, wie viele Kommunalpolitikerinnen in Hessen überhaupt einen Migrationshintergrund haben, gibt es nicht. Auf ganz Deutschland gemünzt, meinte Projektleiterin Teresa De Bellis-Olinger von der Otto-Benecke-Stiftung könne es sich höchstens um eine Handvoll handeln. Sie hat selbst in Köln bereits vor gut 18 Jahren als CDU-Politikerin für den Rat der Stadt kandidiert und war schon damals eine Ausnahme. »Viele trauen sich nicht, ihre Meinung zu äußern, und haben Angst, sich zu blamieren«, sagte De Bellis-Olinger. »Sie wissen nicht, wie sie ihre Idee überzeugend rüberbringen sollen.«

Hier will das Projekt mit Workshops gegensteuern. An Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland können die Teilnehmerinnen in insgesamt fünf Seminaren ihre Rhetorik, das Argumentieren oder ihr Auftreten schulen. Außerdem sollen sie das Wahlsystem, die Verwaltungsstrukturen und die Parteien in Deutschland kennenlernen. Banu Özcan ist schon allein aus beruflichen Gründen dabei. Sie arbeitet im Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge in Wiesbaden. Als »Halbgetürkte« wie sie es mit einem Augenzwinkern ausdrückt, interessiere sie sich vor allem für die Workshops, bei denen es um das eigene Auftreten geht. »Das sind Fähigkeiten, die wir alle mit einem Migrationshintergrund gut gebrauchen könnten«, erklärte sie.

Das Projekt unter der Leitung der Otto-Benecke-Stiftung mit Sitz in Bonn wird bis zum Ende dieses Jahres von der Bundeszentrale für Politische Bildung mit rund 50 000 Euro gefördert. Die Organisatoren wollen das Projekt nach Abschluss der Modellphase bundesweit ausrollen.

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