01. Dezember 2017, 18:41 Uhr

Toten Hosen

Punkrockrausch in Reinkultur

Die Toten Hosen haben es Donnerstagabend in der Frankfurter Festhalle krachen lassen – inklusive Überraschungsduett. Drei Band-Mitglieder hatten außerdem noch einen besonderen Grund zu feiern.
01. Dezember 2017, 18:41 Uhr
(Foto: Eva Diehl)

Die Band geht steil, die Menge grölt mit. Die markante Stimme von Sänger Campino füllt die Festhalle bis in den letzten Winkel mit authentischen Rockklängen. Ob Campinos musikalische Virtuosität nun gottgegeben ist – oder eine »Laune der Natur« – ist ganz gleich. Denn auf ihrer Tour zum gleichnamigen Album zeigen die Jungs, dass sie auch nach 35 Jahren immer noch Bock auf Punkrock haben. Und auf geile Abende mit ihren Fans. »Wie viele Jahre kann das so weitergehen?«, singt der eingefleischte Düsseldorfer. Na, hoffentlich noch viele – da sind sich Band und Fans sicher einig.

 
Fotostrecke: Die Toten Hosen reißen die Frankfurter Festhalle ab

    
Schimmernde Augen berühren Herz

»Ich glaube, ich konnte meinem Sohn heute endlich mal etwas Kultur nahebringen«, sagt ein Mann mittleren Alters nach dem Konzert sichtlich gut drauf und noch voller Euphorie. Dieser höre sonst nämlich nur Gangster-Rap. Ausgelassene Stimmung ist den ganzen Abend über beim Publikum zu spüren. Bei allen Songs tanzen und singen die Konzertbesucher munter mit. Und zwar nicht nur Fans der ersten Stunde, sondern auch die jungen Zuschauer – bei Stücken von frühen Alben genauso wie vom neuesten »Laune der Natur«. »Sie spielen nur gute Musik«, sagt Florian Best aus der Nähe von Koblenz, Hosen-Fan durch und durch.
   
Bei »Wannsee« werden so viele Handys gezückt, wie bei keinem Lied zuvor. Campino flitzt in üblicher Manie über die Bühne, singt und lacht mit der Menge. Für die Fans in den ersten Reihen ist er wortwörtlich zum Greifen nah. Zum ersten Mal, als er und seine Band-Kollegen bei der britischen Vorband The Adicts unerwartet auf die Bühne rennen und Campino gemeinsam mit Keith »Monkey« Warren »Viva La Revolution« ins Mikro schmettert. Da ist die Menge nicht mehr zu halten. Die Briten, die es seit 1975 noch heute in Originalbesetzung gibt, haben zuvor auch schon richtig eingeheizt: mit Punkrock, knalligen Outfits und bunter Show. Übergroße Wasserbälle fliegen durchs Publikum, Toilettenpapier, Glitzer und Stofftiere. Als die Toten Hosen loslegen, dreht die Menge weiter auf. Und noch mehr, als Campino verkündet: »Wir spielen heute zum 22. Mal hier in Frankfurt.«

Auch ruhige Momente

Es gibt aber auch ruhige Momente in der Festhalle. Die Hosen unterbrechen das zweite Lied, als ein junges Mädchen mit Kreislaufschwäche rausgetragen wird. Dann geht’s weiter mit »Auswärtsspiel«. Kurz darauf hört die Band wieder auf zu spielen. Campino berichtet sichtlich erleichtert, dass es dem Mädchen gut gehe. Sie haben das Herz am rechten Fleck, diese Musiker. Das merkt man auch, als sich der Sänger bei all den vielen alten Wegbegleitern und Freunden der Frankfurter Batschkapp bedankt, wo die Hosen ihre Anfänge in der Mainmetropole hatten. Als er dann »Nur zu Besuch« anstimmt, scheint er Tränen in den Augen zu haben.

Namenstag wird groß gefeiert

Den Großteil des Abends gibt’s aber richtig gute Laune und Musik. Ein Fest! Und drei der Band-Mitglieder haben noch mehr Grund zu feiern: Nein, sie haben nicht Geburtstag, sondern – viel wichtiger, wie Campino meint: Namenstag. Linkshänder-Gitarrist Kuddel, Campino und Bassist Andi heißen nämlich alle drei eigentlich Andreas. Der Name steht für Tapferkeit, Tüchtigkeit und – Mannhaftigkeit. Kein Wunder, dass die Punkrocker immer noch mit so viel Power und Spaß bei der Sache sind. Wie am Donnerstagabend – gute zweieinhalb Stunden mit zwei ausgedehnten Zugaberunden. Da wäre man am liebsten gleich wieder zum Zusatzkonzert am Freitag gefahren...
Eins steht fest: Solange – und das ist hoffentlich noch ewig – es diese Band gibt, wird bei ihr niemals tote Hose sein.  

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