21. Juli 2017, 22:24 Uhr

Unterirdisches Donnergrollen

21. Juli 2017, 22:24 Uhr
Um den Boden für die Arbeiten an der Ortsumgehung aufzulockern, sind auch Sprengungen nötig. (Foto: Ganz)

. Ein lautes Grollen südwestlich von Wetter bei Marburg war am Donnerstag nicht die Geräuschkulisse einer Gewitter geschwängerten Atmosphäre. Das merkwürdige Grummeln war vielmehr etwa sechs Meter tief unter der Erde entstanden. Der Grund: eine Lockerungssprengung, die im Zuge der Baumaßnahmen für die neue Ortsumgehung (B 252) bei Münchhausen, Wetter und Lahntal nötig wurde. Im ersten Bauabschnitt der neuen Streckenführung zwischen Wetter und Lahntal-Goßfelden waren die Bauarbeiter nämlich auf Fels gestoßen, der mit Baggern nicht abgetragen werden kann.

3,6 Tonnen Flüssigsprengstoff

Zum Sprengtermin war auch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich gekommen, der die aufsichtsführenden Beamten des Arbeitsschutzdezernats des RP Gießen begleitete. »90 Prozent des Durchgangsverkehrs in den anliegenden Ortschaften wird durch die neue Ortsumgehung entfallen«, freut sich Ullrich über den Bau. Das RP kontrolliert den sicheren Ablauf der Bauarbeiten und die Einhaltung sprengstoffrechtlicher Sicherheitsvorschriften.

Das ausführende Bauunternehmen aus Marburg hatte die Thüringer Sprenggesellschaft mit den Lockerungssprengungen betraut. »Die Firma Herzog hat entschieden, dass es wirtschaftlicher ist den Boden zu sprengen als mit dem Bagger zu arbeiten«, erläutert Eugen Reichwein, regionaler Bevollmächtigter des Bauherren Hessen Mobil. Insgesamt wurden bei dieser Sprengung auf einer Fläche von etwa 360 Quadratmetern 120 Bohrlöcher mit insgesamt 3,6 Tonnen Flüssigsprengstoff auf Ammoniumnitratbasis gefüllt. In einem Radius von 200 Metern wurde die Baustelle abgesichert, der Sprengstoff gezündet, und innerhalb kürzester Zeit waren 30 000 Kubikmeter Erdreich gelockert. Mit dem Ergebnis waren die Verantwortlichen zufrieden. Für die Bauarbeiten sind in den nächsten Wochen weitere Sprengungen notwendig. »Mit Gesamtkosten von etwa 120 Millionen Euro ist diese Baumaßnahme derzeit die teuerste des Bundes«, sagte Reichwein. Katharina Ganz

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