Hitlergruß

Waffenhändler des Münchner Attentäters ein Nazi?

Vor dem Prozess um den Münchner Amoklauf sind neue Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des angeklagten mutmaßlichen Waffenlieferanten aus Marburg aufgetaucht.
14. August 2017, 09:00 Uhr
Mit einem fingierten Waffengeschäft haben Ermittler den mutmaßlichen Lieferanten der Amok-Pistole von München in der Nähe des Marburger Busbahnhofs überführt. (Foto: dpa)

Folgendes deutet daraufhin: Der 32-jährige Philipp K. zeichnete vertrauliche Nachrichten mit einer Signatur, die die Grußformel »Heil Hitler« enthielt. Diese Formel habe er auch in WhatsApp-Nachrichten verwendet, heißt es in Ermittlungsunterlagen. Die entsprechenden Dokumente liegen der Deutschen Presse-Agentur vor. Auch die Wochenzeitung »der Freitag« hatte über Hinweise auf eine rechte Gesinnung des Waffenhändlers geschrieben.

 In einem Vermerk des Zollfahndungsamtes in Frankfurt/Main ist von offensichtlich rechtsextremer Gesinnung die Rede. Die Fahnder begründen ihre Einschätzung mit Daten auf K.s Handy. Auf dem Handy hätten sich Bilder von Hitler und Hakenkreuzen gefunden. Als Hinweis auf rechtsextreme Gesinnung gilt auch ein Video, das K. mit anderen Personen während einer Autofahrt zeigt. Darauf ist zu sehen und zu hören, wie er sich immer wieder lautstark abfällig über Muslime äußert.
 

Prozess beginnt am 28. August

Der Prozess gegen den Mann, der vor einem Jahr in der Nähe von Marburg festgenommen wurde, beginnt am 28. August vor dem Oberlandesgericht München. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz und fahrlässige Tötung. Bei dem Amoklauf am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger neun Menschen und sich selbst erschossen. Auch er soll rechtsextreme Ansichten vertreten haben.

 

Die Staatsanwaltschaft hält eine politische Gesinnung bisher aber weder für das Motiv des Amokschützen noch des mutmaßlichen Waffenhändlers. Ein Justizsprecher sagte, jetzt müsse das Gericht »entsprechende Feststellungen« treffen und rechtlich bewerten. Die Verteidiger des Angeklagten wollten auf Anfrage keine Stellungnahme zu den neuen Hinweisen abgeben.


Am Bahnhof Marburg gefasst

Der mutmaßliche Waffenhändler war bei einem Scheingeschäft des Zollkriminalamts im August vergangenen Jahres überführt worden. Der Zugriff erfolgte binnen weniger Sekunden auf den Parkplätzen unterhalb der Stadtautobahn, wie der Leiter des Zollfahndungsamtes Frankfurt, Markus Töngerlemann, erklärte. Aufgrund der erfolgreichen Taktik des Spezialkommandos aber sei »weder dem Täter noch sonst jemandem etwas passiert«. Der Waffenhändler hatte zu seinem eigenen Schutz eine durchgeladene halbautomatische Pistole dabei. Einen Waffenschein besaß er nicht.


Die vergrabene Waffenkiste
 

Bei dem 31-Jährigen stellten die Ermittler noch andere Waffen sicher. Er habe in einer ersten Vernehmung auf eine in einem Waldstück an einer Autobahn bei Köln vergrabene Kiste hingewiesen, sagte Badle. In der Kiste seien eine Maschinenpistole, vier halbautomatische Pistolen und Munition gefunden worden. Der arbeitslose Verkäufer habe nach ersten Erkenntnissen seinen Lebensunterhalt mit den illegalen Waffengeschäften finanziert, teilten die Ermittler mit. Der Amokläufer hat den Angaben zufolge dem Marburger für die Pistole Modell Glock 17 und Munition insgesamt 4350 Euro gezahlt.

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