15. Dezember 2017, 19:02 Uhr

13 000 Deckel gegen Polio

15. Dezember 2017, 19:02 Uhr
Stolz präsentieren die Grundschüler die gesammelten Plastikdeckel. (Foto: isa)

Mit Kunststoffdeckeln Kinderlähmung vorbeugen – das will der Verein »Deckel drauf«. Er sammelt die gebrauchten Deckel, um sie an die Abfallwirtschaft zu verkaufen und so Polio-Impfungen zu finanzieren. Rund 13 000 Deckel zu der ungewöhnlichen Sammelaktion trug nun auch die Grundschule Annerod bei.

Die Deckel brachten die Schüler nun zur Sammelstelle in Linden bei der »Deine Apotheke«. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Deckel können 36 Kinder gegen Polio geimpft werden. Der Verein »Deckel drauf« unterstützt zurzeit das weltweite Projekt »End Polio Now«. Ziel ist es, jedem Kind die Möglichkeit einer Impfung zu geben, sodass keines mehr an der unheilbaren Krankheit Poliomyelitis erkrankt.

In Annerod hat Lehrerin Frederike Schütt die Sammlung ins Leben gerufen. Zuerst hatte sie Deckel nur privat gesammelt. Um jedoch mehr Deckel zusammenzukriegen, bat sie die Grundschüler um Mithilfe. Im Unterricht wurden Aspekte des Projekts behandelt. »In Mathematik haben wir uns in einer Unterrichtseinheit mit Schätzen, Zählen und Raten beschäftigt, um die Menge der Deckel angeben zu können«, erzählte Schütt. Aber auch über die Krankheit und ihre Folgen sowie die Verwertung der Plastikdeckel habe man im Unterricht gesprochen.

Beim Sammeln waren alle Kinder mit vollem Einsatz dabei, auch die Eltern seien eingespannt gewesen, berichtete Schütt. In ihrer Freizeit haben die Grundschüler im örtlichen Getränkemarkt fleißig Deckel von Flaschen und Getränkekartons abgeschraubt. Für die Pfandrücknahme sind diese nicht relevant.

Die Deckel sammeln kann jeder privat. Bis sich die Abholung für den Verein lohnt, müssen allerdings acht sogenannte Bigpacks gefüllt sein, das sind rund acht Kubikmeter. Die lassen sich nicht so einfach zu Hause lagern. Deshalb gibt es in ganz Deutschland Sammelstellen. Eine davon liegt in Linden bei der »Deine Apotheke« (Robert-Bosch-Straße 6). Die Pharmazeuten beteiligen sich schon seit dem Frühjahr an der Aktion. »Spenden erhalten wir in unterschiedlichen Größen, manche bringen nur eine kleine Tüte, andere ganze Säcke voll. Aber jeder Deckel zählt«, sagte Leiterin Katja Koob.

Ist die entsprechende Menge gesammelt, werden die Deckel vom Verein abgeholt und in ein Lager gebracht. Dort bleiben sie, bis eine größere Menge für den Verkauf an ein Unternehmen der Abfallwirtschaft zusammengekommen ist. Der Erlös fließt in gemeinnützige und mildtätige Projekte.

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