»Bildung ist ein Schlüssel«

02. Januar 2018, 20:11 Uhr
In den neu gestalteten Schulräumen lässt es sich gut lernen.

»Ist unser Engagement nun abgeschlossen?« fragt Schwester Hildegard Platt. Die Rodheimerin arbeitete über viele Jahre im Auftrag der Vereinten evangelischen Mission Wuppertal in Nkwenda/Tansania. Dort wurde 1993 ein Begegnungs- und Ausbildungszentrum für Gemeindediakoninnen in der Karagwe-Diözese nordwestlich des Viktoriasees eingerichtet. Sie war dort an der Diakonieschule in der Ausbildung junger Gemeindehelferinnen tätig und half beim Aufbau einer Grundschule.

Die Arbeit umfasste eine große Bandbreite. Um vieles galt es sich zu kümmern. Immer war auch Trinkwasser ein notvolles Problem. Auch Landwirtschaft war angesagt – manches wurde selber angebaut, um die Versorgung der Station unabhängiger zu machen. Über all die Jahre wurde diese Arbeit aus der Heimat von vielen Menschen finanziell unterstützt. Auch Besuche von Freunden aus Deutschland, die Aufbauhilfe leisteten, gehörten in diese Zeit. Aus dieser Ausbildungsstätte hat sich eine lebendige, segensreiche Institution entwickelt.

Die Arbeit geht weiter

Das Herz von Hildegard Platt schlägt weiter für diese Arbeit. Gern ist und war sie auch in Gemeindeveranstaltungen in der Heimat unterwegs, um vorzustellen, in welcher Form die Arbeit in Nkwenda weitergeht, die dort von einheimischen Mitarbeitern weitergeführt wird. 1999 erweiterte ein Kindergarten den Aufgabenbereich der Diakonieschule.

Unter dem Leitwort: »Kindern Wege in die Zukunft eröffnen« ist in den Jahren 2010 bis 2017 »Tumushubire«, eine siebenklassige englischsprachige Grundschule entstanden. Schwester Hildegard dazu: »Bildung ist ein Schlüssel, um Kindern Wege in die Zukunft zu eröffnen und sie aus Armut, Hunger und Krankheit herauszuführen.« Es waren die Eltern, die mit dem Wunsch an die Leitung der Diakonieschule herantraten, eine Grundschule zu gründen. 2010 schlug der Wunsch der Eltern, die sich für ihre Kinder eine bessere Zukunft wünschten, Wurzeln. Die ersten zwölf Grundschüler wurden in der Diakonieschule unterrichtet und notdürftig auch dort untergebracht. Es gab noch keinen Schulraum. Als die Zahl der Schüler wuchs, bauten die Schwestern, Eltern und Dorfbevölkerung in Eigeninitiative und mit Eigenmitteln den ersten Klassenraum.

Jahr für Jahr kam mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland ein weiterer dazu sowie die notwendigen Internatsgebäude wie Schlafräume, eine Küche und eine Mensa. Schließlich sorgte die Photovoltaikanlage für Licht in allen Räumen der Schule. Nach sieben Jahren mühsamen Aufbaus konnten alle Beteiligten endlich aufatmen. Aber dann brachte eine lang anhaltende Dürre mit Wasserknappheit und Verteuerung der Nahrungsmittel um über 40 Prozent die Versorgung der 147 Schülerinnen und Schüler in große Schwierigkeiten. Eine zeitlich begrenzte Schulspeisung wurde mit Hilfe der Freunde aus Deutschland erforderlich. Für eine verbesserte Wasserversorgung gab es schon seit 2016 einen Plan zum Bau einer großen Zisterne,der schließlich mit einer Brunnenbohrung erfüllt wurde.

Gute Rahmenbedingungen sorgen jetzt für einen funktionierenden Schulalltag. Der erste Jahrgang feierte nach sieben Schuljahren am 1. August 2017 seinen Abschluss und verließ die Schule. Es besteht die Hoffnung, dass sich die gute Förderung der Kinder in Kindergarten und Grundschule weiterhin fortsetzt – zum Wohle des Einzelnen und der gesellschaftlichen Entwicklung in diesem Land.

Weiter erklärt Schwester Hildegard: »Der wichtigste Schritt ist getan und wurde mit einer Dankesurkunde bei der Einweihung der Schule zum Ausdruck gebracht. Diesen Dank gebe ich an alle weiter, die dieses Projekt unterstützt haben. Ein tansanisches Sprichwort besagt: ›Feuer erlischt nicht, wenn jemand da ist, der nachlegt‹. Dazu sind wir auch im Jahr 2018 wieder eingeladen, in dem es gilt, die alten Gebäude der Diakonieschule zu renovieren, damit wieder junge Frauen zu einer theologisch-diakonischen Grundausbildung eingeladen werden können und der Ausbildungsfonds für die Grundschule aufgestockt werden kann. Herzlichen Dank sage ich für die treue Unterstützung.«.

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