Die Pfeifen von St. Marien

09. Februar 2018, 21:26 Uhr
Beim Mitmachspiel zum Programmende des Frauenfaschings werden die Lachmuskeln noch einmal so richtig strapaziert. (Foto: siw)

Das Komitee der Faschings-Dollen, angeführt von Hannelore I. aus den Rödgener Höhen, bot beim Frauenfasching am Donnerstagabend im katholischen Pfarrsaal einem gut aufgelegten Publikum ein Programm vom Feinsten.

Pfarrer Jonas Adams trat als Orgelsachverständiger in die Bütt und stellte als »Meister der durch Wind gemachten Töne« die Pfeifen von St. Marien vor. Heidi Wachler und Christa Lorenz sinnierten darüber, ob es nicht viel schöner wäre, seinen Lebensabend auf einem Kreuzfahrtschiff anstatt in einem Heim zu verbringen. Zumindest ihre Kosten-Nutzen-Aufstellung bestätigte diesen Gedanken, außerdem würde man durch den Fahrgastwechsel auch ohne Alzheimer ständig neue Leute kennenlernen.

Da ist eine Rakete fällig

Dora Böttner kam ganz in Rot, sie hatte zu viel Glyphosat abbekommen. Gemeinsam mit Ehemann Reinhard sang sie »Die Getränke sind frei« nach der Melodie von »Die Gedanken sind frei«. 20-mal gesägt und immer noch zu kurz – dazu resümierte Rosie Dietz: »Tüchtig, tüchtig, aber im Kopp nicht ganz richtig.« Nicht matt, sondern scharf soll es sein, auch nicht 9 mal 12, sie braucht ja nur sechs. Brigitte Hochscheid als Fotografin konnte es Gisela Meckel einfach nicht recht machen.

Froh, dass es im Saal närrisch und nicht digital zugeht, war Ober-Doll Hannelore Stelzl, die zuvor bei den Anweisungen einer von ihr angerufenen Hotline so manchem Missverständnis aufgesessen war. Ihren PC hatte sie auf einem Tisch mit einer Kurbel hochgefahren, den Speicher im siebten Stock des Hauses gesucht und die Aufforderung, den Code einzugeben, angeekelt abgelehnt. Zehn Jahre nach Auflösung nahm die KFD-Tanzgruppe ihren Altersfortschritt nicht gar so ernst und bewies als KFD-Krüstchen beim Rollatoren-Tanz mächtig viel Elan. Ein Knaller! »Seh ich vom Olymp in die Welt, mir fast der Atem stockt, es gibt so viel, was mir nicht gefällt, wer hat das bloß verbockt.« Als Göttervater Zeus hatte Dr. Ulrich Eskens vieles zu bemängeln. Beispiel: »Zur Arbeit fahren Millionen, die sonst preiswert draußen wohnen, um sich dort vor den Computer zu setzen, den sie zu Hause ebenfalls hätten.« Durch 17 europäische Länder führten Lieder, zu denen Eskens die Texte umgeschrieben hatte.

Der Vortrag mit Ehefrau Ulla, begleitet von UIrike Gerwing am Akkordeon, hatte Witz und Niveau. Da war eine Rakete fällig. Ergänzt durch Richard Kunkel an der Steirischen, bildeten die drei Musiker die Kapelle »Ul-Rich«, die musikalisch durch den Abend und so manche Schunkelrunde führte.

Die Garde des KFC und die Tanzgruppe des TV waren eine Augenweide. Zum Kreischen komisch das Paris-Einkaufs-Spiel, bei dem die erworbenen Dinge wie Fächer, Schere, Fahrrad, Hula-Hoop-Reifen und Kuckucksuhr mimisch dargestellt werden mussten. Da blieb bei den freiwilligen und weniger freiwilligen Mitwirkenden auf der Bühne und im Publikum vor Lachen kein Auge trocken. Die Polonaise durch den Saal bildete den Abschluss eines amüsanten Abends.

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