14. Dezember 2017, 09:30 Uhr

Feuerwehr Albach

Feuerwehrstreit in Albach: Die Fronten verhärten sich weiter

CDU, Grüne und FDP wollen nicht den Gemeindevorstand über die Zukunft der Albacher Feuerwehr entscheiden lassen. Das Konflikt- Karussell dreht sich weiter.
14. Dezember 2017, 09:30 Uhr
Mangelware Stuhl: Der Sitzungssaal in Steinbach ist so voll wie lange nicht. Die Feuerwehrleute aus Annerod und Steinbach wollen demonstrieren, dass sie hinter ihrem Dienstherren und dem Gemeindebrandinspektor stehen. (Foto: ti)

Es war die letzte Parlamentssitzung des Jahres. Ein Umtrunk im Anschluss gehört für die Gemeindevertreter dazu. Damit der vorweihnachtliche Smalltalk im Foyer der Fernwaldhalle am Dienstagabend nicht zum Streitgespräch wird, hatten CDU, Grüne und FDP offenbar darauf verzichtet, einen bereits vorbereiteten und reichlich brisanten Antrag einzubringen. Das Thema: die unverzügliche Einberufung einer Sondersitzung der Gemeindevertretung zur Zukunft der Feuerwehr Albach. Ihr Ziel: Das Parlament und nicht der Gemeindevorstand soll über die Zukunft der Brandschützer im kleinsten Fernwalder Ortsteil entscheiden.

Anlass für den Antrag, der das Rathaus und die Presse erst Stunden nach der Sitzung erreichte, waren die jüngsten Entwicklungen im Albacher Feuerwehr-Konflikt. Konkret geht es um die ins Auge gefasste Schließung des Standortes und die Bildung eines zweiten Löschzuges in Steinbach mit »willigen« Aktiven aus dem Nachbardorf.

Kritik an Informationsweg

CDU, Grüne und FDP begründen ihren Vorstoß damit, dass sie erst aus der Presse von der anvisierten Standortschließung erfahren hätten. Die Entscheidung über eine solche allerdings liegt nach ihrer Auffassung im Zuständigkeitsbereich der Gemeindevertretung. Dies ergebe sich aus dem hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz sowie der hessischen Gemeindeordnung.

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Warum CDU, Grüne und FDP das Thema nicht bereits in der Sitzung thematisierten? Man habe den anschließenden Umtrunk nicht »verstören« wollen, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Voigt auf GAZ-Anfrage. Außerdem sei dieses Thema nicht in einer Viertelstunde abgehandelt.

Weit weg von Zuständigkeitsfrage

Bürgermeister Stefan Bechthold sieht derzeit keinen Anlass für eine Sondersitzung. »Die Dringlichkeit erschließt sich mir nicht.« Das Mediationsverfahren laufe noch bis zum 31. Dezember, die jüngsten Entwicklungen würden in den kommenden Tagen zu besprechen sein. Und erst dann werde entschieden. Die Schließung des Standortes sei das Ergebnis nach jetzigem Stand der Dinge, übrigens eine gemeinsam ausgearbeitete Lösung, wie er betont. Bechthold: »Wir sind derzeit weit weg von der Frage nach der Zuständigkeit.« Er verwies auf seinen Bericht und den des Gemeindebrandinspektors in der Gemeindevertretung, in denen beide in seinen Augen umfänglich über die Situation in Albach informiert hätten.

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Unterstützung für Bechthold und Richmann

Tatsächlich hatte das Thema einigen Raum in der Sitzung eingenommen. Rund 50 Brandschützer waren gekommen. Allerdings nicht mehrheitlich aus Albach, sondern überwiegend aus Steinbach und Annerod. Sie wollten zeigen, dass sie hinter ihrem Dienstherren und dem Gemeindebrandinspektor stehen. »Wir sind nicht zur Unterstützung der Albacher hier«, äußerte einer der Feuerwehrmänner vor Sitzungsbeginn. Jüngst erst hatten nämlich jene den bereits verkündeten Kompromiss der Mediation abgelehnt.

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Halbwahrheiten und Fehlinformationen

Folglich gab es nach dem Jahresbericht von Gemeindebrandinspektor Jens Richmann zustimmenden Applaus. Er hatte zuvor ordentlich in Richtung Albach ausgeteilt, von einem »negativen Höhepunkt für die Kameradschaft« gesprochen. Hart ging er mit den Mitgliedern des Feuerwehrvereins ins Gericht, die einfach nicht bereit seien, Entscheidungen und Organisationsstrukturen zu akzeptieren, immer wieder ohne Absprache mit »Halbwahrheiten und Fehlinformationen« an die Öffentlichkeit gegangen seien. »Solche Leute haben in der Feuerwehr Fernwald keinen Platz«, sagte Richmann. Als gut, alternativlos und zielführend ist in seinen Augen das Mediationsverfahren zu bewerten, das nun zu einer »zukunftsfähigen Lösung« gekommen sei. Denn: »Wer in Fernwald Feuerwehr machen möchte, kann das auch tun.«

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