24. Juli 2018, 13:05 Uhr

Fledermaus

Fledermäuse im Lindener Hochhaus machen sich rar

In den Hochhäusern in Mühlberg leben nicht nur Menschen, sondern auch Fledermäuse. Der Nabu wollte sie bei einer Führung zeigen – doch die Tiere hatten andere Pläne...
24. Juli 2018, 13:05 Uhr
Spektakuläre Fledermausmomente wie hier auf diesem Archivfoto blieben den Exkursionsteilnehmern zwar verwehrt. Referentin Petra Gatz hat dafür ein Präparat mitgebracht. (Fotos: se/dpa/Dietmar Nill)

Wo bleiben die Fledermäuse?« Diese Frage stellten sich sowohl die Leitung als auch die Teilnehmer der Fledermausexkursion in Mühlberg am Freitagabend gleich mehrfach. Der Nabu hatte im Vorfeld herausgefunden, dass Fledermäuse in einem der Hochhäuser an der Gießener Straße sich eine Bleibe gesucht hatten. Unter einer Attika – dem bei Flachdächern erhöhten Dachrand – wurden sie vermutet. Nur bei der sommerlichen Hitze waren sie nun wohl ausgeflogen.

So hieß es zunächst einmal warten. Diese Zeit wurde von Petra Gatz, Referentin für für Fledermausschutz beim Naturschutzbund Hessen in Wetzlar, gut überbrückt. Die 30 Interessenten, die sich zu Anbruch der Dämmerung auf dem Parkplatz des Kuhn-Centeres eingefunden hatten, erfuhren zunächst, dass in Hessen 19 verschiedene Fledermausarten leben. 14 sind in Mittelhessen ansässig, alle streng geschützt. Gatz berichtete, dass eine Fledermaus bei ihren nächtlichen Beutezügen bis zu 4000 Kleininsekten vertilgen kann. Das dürfte den Sympathiewert bei den derzeit von Mücken geplagten Zeitgenossen sicherlich steigern.

Tiere werden bis 23 Jahre alt

Fledermäuse können vergleichsweise alt werden. In Gefangenschaft gibt es Tiere, die zwölf, 16 und 23 Jahre alt geworden sind. In freier Wildbahn ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei Weitem nicht so hoch. Feinde sind vor allem Greifvögel, Eulen und auch andere Vögel, die kleinere Tiere jagen, sagte Gatz.

Während die Fledermäuse im Sommer recht aktiv sind, können sie mit dem Winter gar nichts anfangen. Sie vertragen keinen Frost und benötigen beim Winterschlaf in Höhlen, alten Stollen oder Festungsanlagen eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Dank ihrer Echoortung können sie sich auch in der Dunkelheit sicher fortbewegen und Insekten jagen. Dabei ist die Ortung so präzise, dass Fledermäuse Insekten aus einem Spinnennetz abtupfen können, verriet Gatz. Um sich zurechtzufinden, stoßen sie Ultraschallwellen (18/19 kHz bis 110 kHz) aus, die von Objekten, Tieren und Hindernissen zurückgeworfen werden. Aus den Echos können die Fledermäuse die Umgebung, die einzelnen Entfernungen und auch Bewegungen erfassen und weiterverarbeiten.

Quartier wohl zu heiß

Doch auch nach den umfangreichen Erklärungen waren die Fledermäuse am Hochhaus nicht aufgetaucht. Flugbewegungen der kleinen, nachtaktiven Jäger waren hier nicht auszumachen. Möglicherweise, vermutete Gatz, sei es ihnen in ihrem Quartier zu heiß geworden, sodass sie sich nach einer neuen Bleibe umgesehen haben.

Dank der Ortskenntnisse des Nabu wurden aber dennoch Fledermäuse gesichtet: Man zog einfach in den Wald weiter. »Wir haben hier ein paar Exemplare ausgemacht«, berichtete Karl-Heinz Frank. So flatterten die kleine Tiere am Ende doch noch über die Köpfe der Besucher.

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